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Zwei Freundinnen, ein Sommer  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Kinder & Jugend
Geschrieben von Konstanze Tants   
Sonntag, 15. März 2009

Zwei Freundinnen, ein Sommer

Originaltitel: Two Friends, One Summer
Übersetzt von: Anne Brauner

Untergenre: Liebe & Romantik
Verlag: Boje
Erschienen: Februar 2008
ISBN: 978-3-414-82123-2
Preis: 12,95 EUR

156 Seiten
Inhalt
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Zum Inhalt:

Die ersten Sommerferien ohne Eltern! Rachel und Samantha können ihr Glück kaum fassen. Doch ihr Sommer wird anders als gedacht: Die schüchterne Rachel landet bei einer reichen und herzlichen Familie, ihre Gastschwester Victoire kennt alle angesagten Clubs. Sams Gastfamilie hingegen ist streng und wortkarg. Während Sam kaum ausgehen darf, mausert Rachel sich zum Partygirl. Und dann verlieben sich beide in den charmanten Lucas ...

Meinung:

Eigentlich sollte dies ein ganz großartiger Sommer für die Freundinnen Rachel und Samantha werden. Die beiden siebzehnjährigen Engländerinnen verbringen einige Wochen in Frankreich. Unter dem Vorwand, dringend etwas für ihre Französischkenntnisse tun zu wollen, konnten sie ihre Eltern überreden, ihnen diesen Urlaub zu spendieren. Doch eigentlich haben die beiden vor, einfach einmal einen Sommer ohne die Aufsicht der Eltern in einem fremden Land zu verbringen, sich zu verlieben und ein Stück erwachsener zu werden.

Die Autorin Kate le Vann erzählt aus Sams (Samanthas) Sicht, wie es in Frankreich mit den Freundinnen weitergeht. Während die schüchterne und ein wenig altmodische Rachel am Bahnhof von einem attraktiven Mutter-Tochter-Gespann in einem ebenso auffälligen Cabrio abgeholt wird, landet Sam mit einem schweigsamen und eher unfreundlichen Herren in einem heruntergekommenen Citroën. Schon auf der Fahrt zu ihrer Gastfamilie ärgert sie sich ein wenig über diese Ungerechtigkeit des Lebens - macht sich aber auch Sorgen darüber, dass ihre zurückhaltende Freundin mit einer so mondänen Familie überfordert sein könnte.

Doch schnell stellt sich heraus, dass Rachel das Leben in ihrer Gastfamilie in vollen Zügen genießt. Ihre Gastschwester Victoire ist ein hübsches und lebenslustiges Mädchen, das dafür sorgt, dass die Engländerin herzlich in ihrer Clique aufgenommen wird. So beliebt war Rachel noch nie - und auch noch nie so abenteuerlustig. Sie steht ausnahmsweise mal im Mittelpunkt, sie beginnt zu flirten und macht abends die Stadt unsicher.

Sam hingegen schmollt und mag sich weder auf ihre strengen und konservativen Gasteltern einlassen noch auf deren Gothic-Tochter Chantal. Ihr einziger Lichtblick ist der Sohn des Hauses, Lucas, der eher in Victoires Clique zuhause ist und schnell anfängt, mit Sam zu flirten. Doch auch Rachel entwickelt ein Interesse an dem attraktiven Studenten. Hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch, selbst eine Beziehung mit Lucas anzufangen, dem Bedürfnis zu sehen, dass Rachel endlich auch einmal einen Freund hat, und dem Neid auf die Entwicklung der Freundin, kann Sam den Sommer nicht gerade genießen. Doch als Sam sich eingesteht, dass es in ihrer Hand liegt, aus diesen Wochen in Frankreich eine schöne Zeit zu machen, ändern sich die Dinge.

Während Rachel immer weiter über die Stränge schlägt und Sam ihre Freundin nicht wiedererkennt, lernt sie, dass es ihr auf andere Dinge ankommt als darauf, Party zu machen und mit Jungs zu flirten. Je mehr ihre Freundschaft mit Rachel in die Brüche geht, desto mehr muss sich Sam auf sich selbst besinnen. Und schnell stellt sie fest, dass es wohl auch für ihre Freundin in den letzten Jahren nicht so einfach war, neben ihr zu bestehen. Häufig war sie es nämlich, die auf einer Party mit einem Jungen knutschte und alles um sich herum vergaß, während Rachel eigentlich nach Hause wollte. Auch wenn die Freundschaft zu Rachel vielleicht für immer verloren ist, kann Sam letztendlich aus diesem Sommer eine Menge Erkenntnisse über sich und das Thema Beziehungen gewinnen. Aber auch das erhoffte Flirten mit einem französischen Jungen kann Sam noch genießen, selbst wenn die damit verbundenen Erlebnisse doch ganz anders sind als erwartet.

Frech, witzig und mit leichter Feder schreibt Kate le Vann von diesem Sommer in Frankreich. Auch wenn dem Leser so manches Mal Rachels Perspektive fehlt, gelingt es der Autorin hervorragend, die zwiespältigen Gefühle von Sam darzustellen. Gerade wenn es sich um Jungs und die Frage dreht, wie weit man mit einem Sommerflirt gehen sollte, kann der Leser sowohl Sams als auch Rachels Verhalten sehr gut nachvollziehen. In "Zwei Freundinnen, ein Sommer" werden wohl alle Themen angesprochen, die einen Teenager beschäftigen, wobei sich die Autorin einer lockeren und jugendgerechten Sprache bedient. Gerade die Tatsache, dass der Schluss einen bittersüßen Nachgeschmack hinterlässt, statt mit einem Happy End aufzuwarten, lässt diesen Roman stimmig enden.

Fazit:

"Zwei Freundinnen, ein Sommer" ist nicht gerade ein tiefgehender Roman, beschreibt aber sehr gelungen die Entwicklung, die die beiden Freundinnen Samantha und Rachel in ihrem Sommer in Frankreich durchlaufen. Während die brave Rachel über die Stränge schlägt, muss die sonst so lebenslustige Samantha einige Rückschläge hinnehmen, bis es ihr gelingt, doch noch das Beste aus dieser Zeit in Frankreich zu machen. Mit dem Zerbrechen der Freundschaft zwischen den beiden sorgt Kate le Vann dafür, dass die einschneidenden Veränderungen, die sich im Leben der beiden Mädchen ergeben haben, auch die Zukunft beeinflussen werden. Trotz einiger trauriger Szenen ist die Erzählweise eher locker und lustig gehalten und sollte so die jugendlichen Leser wirklich ansprechen.
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