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Schlangenkrieger  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Kinder & Jugend
Geschrieben von Konstanze Tants   
Donnerstag, 30. September 2010

Schlangenkrieger

Originaltitel: The Five Ancestors: Snake
Übersetzt von: Christine Gallus

3. Band der Reihe

Verlag: Loewe
Erschienen: September 2010
ISBN: 978-3-7855-7203-0
Preis: 5,95 EUR

208 Seiten
Inhalt
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
8.0

Wertung:
8.0
von 10
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Zum Inhalt:

Seh ist auf der Flucht und er ist in Lebensgefahr. Wenn er von seinem Erzfeind Ying geschnappt wird, hat sein letztes Stündchen geschlagen. Geräuschlos und listig wie eine Schlange bewegt er sich durch das Unterholz. Wenn er sich und seine Brüder retten will, muss er hinter das Geheimnis der Schriftrollen kommen. Er ahnt jedoch nicht, dass ihm jemand auflauert ...

Meinung:

Nach "Tigerkralle" und "Schattenfechter" wird die Geschichte der fünf jungen Kampfmönche in "Schlangenkrieger" fortgesetzt. Auch dieser Band ist eine Neuauflage des Loewe-Verlags und erschien früher unter dem Titel "Die fünf Gefährten und die List der Schlange". In diesem Buch beschreibt Jeff Stone nicht erneut den Kampf um das Kloster, den der Leser schon aus der Sicht von Fu ("Tigerkralle") und Malao ("Schattenfechter") erleben konnte, sondern führt die Handlung rasant weiter.

Nach einem kurzen Prolog, in dem man Sehs Charakter besser kennenlernt, während er seine Schlangentechnik dazu benutzt, um seinen Großmeister bei einem Gespräch mit dem Räuber Mong zu belauschen, setzt die Geschichte dort wieder an, wo sie im letzten Band aufgehört hatte. Nachdem die Jungen den Kampf zwischen ihrem ehemaligen Bruder und jetzigen Feind Ying und General Tsung, dem Meister des Leoparden-Kung-Fu, beobachtet haben, flüchten sie aus den Ruinen des Shaolin-Klosters. Da ihre letzte Zufluchtsstätte zerstört wurde, können sie nun nur noch hoffen, in den Räubern Verbündete zu gewinnen.

Seh hat in den vergangenen Tagen viele Neuigkeiten über diese Gesetzlosen erfahren - und bestätigt bekommen, dass deren Anführer Mong nicht nur ebenfalls ein Schlangen-Kung-Fu-Kämpfer, sondern auch sein Vater ist. So hofft der Junge, dass er und seine Brüder mit Hilfe der Räuber gegen die Soldaten des Kaisers mit ihren Schusswaffen bestehen können. Dabei beschäftigt Seh nicht nur die Frage, welche Gründe den Großmeister seines Ordens, den er sein ganzes Leben lang geliebt und geachtet hatte, dazu bewegt haben könnten, sechs kleine Kinder ohne Kontakt zu ihren Familien im Kung-Fu auszubilden.

Auch versucht der junge Kämpfer herauszufinden, welche Geheimnisse all die Erwachsenen vor ihnen verbergen, mit denen sie es zu tun bekommen. Sowohl Mong als auch der Säufer Sanfu, der Fus Vater ist, scheinen deutlich mehr über den Angriff auf die Klöster und die Motive des Großmeisters zu wissen, als sie verraten wollen. Und während Seh versucht, die kostbaren Drachen-Schriftrollen vor Ying in Sicherheit zu bringen, nimmt - neben dem schon bekannten Tonglong - eine weitere geheimnisvolle Gestalt eine ganz eigene, rätselhafte Rolle in dieser Geschichte ein.

Die Handlung schreitet in "Schlangenkrieger" deutlich schneller voran, als es in den beiden vorherigen Bänden der Fall war. Seh ist dank seiner Schlangen-Kung-Fu-Fähigkeiten perfekt dafür geeignet, hinter den verschiedenen Personen herzuspionieren und Wissen zu sammeln. Doch während man immer mehr Details über die handelnden Figuren, ihre Motive und Hintergründe erfährt, ist es nicht immer leicht, alle Fakten, die einem schon aus den anderen Büchern bekannt sind, parat zu haben und auf Anhieb richtig zuzuordnen. Dabei ist es Jeff Stone wirklich hervorragend gelungen, vielschichtige Charaktere zu entwickeln, die im Laufe der Geschichte immer mehr Facetten zeigen.

Vor allem die Figur des Seh ist deutlich komplexer, als es Fu und Malao sind. So ist er zwar sympathisch, wächst einem aber aufgrund seiner Zurückhaltung nicht so schnell ans Herz, wie es bei seinen beiden Brüdern der Fall war. Es liegt in Sehs Natur, seine Nase in die Geheimnisse anderer Menschen zu stecken, doch nur selten wendet er sein Wissen gegen diese Personen an. Trotzdem belasten ihn die Dinge, die er zum Beispiel über seinen verstorbenen Großmeister herausgefunden hat. Auch macht er sich viele Gedanken über seine Eltern und über die Ähnlichkeit, die zwischen ihm und Tonglong zu bestehen scheint.

Neben all den rätselhaften Begebenheiten kommen in "Schlangenkrieger" weder die humorvollen Elemente noch die Kampfszenen, die schon die anderen Bücher bereichert haben, zu kurz. Wieder gelingt es dem Autor, diese actionreichen Sequenzen so zu beschreiben, dass man sich jede Bewegung der Kämpfenden vorstellen und sich an ihrem Einfallsreichtum erfreuen kann. Und die dramatischen Ereignisse am Ende dieses Buches lassen den Leser darauf hoffen, dass der Loewe-Verlag möglichst schnell den nächsten Band der Reihe veröffentlicht, damit man aus Hoks Perspektive erfahren kann, wie es Seh und seinen Brüdern weiterhin ergehen wird.

Fazit:

Auch der dritte Teil der "Fünf Gefährten"-Reihe von Jeff Stone bietet dem Leser wieder spannende und actionreiche Unterhaltung. Neben den Kampfszenen und der Fortsetzung der Handlung legt der Autor in diesem Teil den Schwerpunkt darauf, dem Leser mehr Informationen über die einzelnen Figuren zu vermitteln. So ist Seh, der junge Mönch mit dem Schlangen-Kung-Fu, die perfekte Hauptfigur, um die Beweggründe der vielen verschiedenen Personen näher zu beleuchten und neue Details in diese komplexe Geschichte zu bringen.
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