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Schattenfechter  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Kinder & Jugend
Geschrieben von Konstanze Tants   
Donnerstag, 5. August 2010

Schattenfechter

Originaltitel: The Five Ancestors: Monkey
Übersetzt von: Christine Gallus

2. Band der Reihe

Verlag: Loewe
Erschienen: Juni 2010
ISBN: 978-3-7855-7161-3
Preis: 5,95 EUR

208 Seiten
Inhalt
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
8.0

Wertung:
8.0
von 10
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Zum Inhalt:

Ka-Wumm! In seinem Versteck muss Malao hilflos mit anhören, wie der rachsüchtige Ying mit seinen Soldaten das Cangzhen-Kloster zerstört. Schließlich verlässt er todesmutig seine Deckung und flüchtet sich in den nahen Wald. Lautlos und geschickt wie ein Affe hangelt Malao sich von Ast zu Ast. Sein Ziel ist das Shaolin-Kloster, in dem er sich in Sicherheit wähnt ...

Meinung:

Nach "Tigerkralle" bringt der Loewe-Verlag mit "Schattenfechter" auch den zweiten Band der Reihe "The Five Ancestors" von Jeff Stone auf den Markt. Dieser Titel erschien schon 2005 als Hardcover mit dem Titel "Die fünf Gefährten und die Rache des Bruders". Obwohl Jeff Stone einige der Ereignisse, die in "Tigerkralle" geschildert wurden, noch einmal wiederholt, sollte man den ersten Teil gelesen habe, um der Handlung in "Schattenfechter" wirklich folgen zu können.

Zusammen mit seinen vier Brüdern Fu, Seh, Hok und Long wuchs Malao im Cangzhen-Kloster auf und lernte Kung-Fu. Während Fu im Tiger-Kung-Fu ausgebildet wurde, liegt Malao (was auf kantonesisch "Affe" bedeutet) die Kampftechnik des Affen-Kung-Fu am Herzen. Der Junge ist nicht so mutig wie sein Bruder und sucht sein Heil eher in der Flucht, obwohl er - wenn er sich bedrängt fühlt - ein wirklich gefährlicher Gegner ist.

Der letzte Wunsch des Großmeisters ihres Klosters war, dass die fünf jungen Mönche fliehen, um draußen in der Welt neue Verbündete zu finden, die ihnen im Kampf gegen den übermächtigen Kaiser beistehen können. Doch Malao fühlt sich von dieser Aufgabe überfordert. Der etwas naive Junge weiß nicht, wem er außerhalb des Klosters vertrauen kann, und bringt sich selbst immer wieder in schlimme Schwierigkeiten. Zum Glück ist sein Bruder Seh anfangs noch in seiner Nähe, um ihm Rat zu geben, und kurz darauf freundet sich Malao mit einem ungewöhnlichen weißen Affen an, der ihm ebenfalls eine Hilfe ist.

Jeff Stone führt den Leser mit dieser Jugendbuchreihe in ein historisches China, in dem jeder Mensch tagtäglich der Willkür des Kaisers und seiner Soldaten ausgesetzt ist. Für den jungen und naiven Malao aus dem Cangzhen-Kloster ist es besonders schwierig, einen Weg in dieser Welt zu finden. Erst langsam wird ihm bewusst, wie verwirrend das Leben außerhalb der Klostermauern sein kann und wie unpassend sein leichtherziger Umgang mit so manchen Regeln und Gebräuchen in der Vergangenheit war.

Neben Malaos Entwicklung ist es für den Leser sehr spannend mitzuverfolgen, wie die Handlung rund um die geheimen Drachen-Schriftrollen weitergeht. Hatte es Fu im ersten Band der Reihe geschafft, ihrem gemeinsamen Widersacher Ying die Schriftrollen wieder abzujagen und sie erst einmal in Sicherheit zu bringen, so machen nun die Soldaten des abtrünnigen Mönchs Jagd auf die Jungen, um diese Kostbarkeiten wieder in ihren Besitz zu bringen.

Obwohl Malao und seine Brüder jederzeit um ihr Leben bangen müssen, gelingt es Jeff Stone, die Vorkommnisse so zu schildern, dass man niemals das Gefühl hat, dass der Autor unnötig grausam ans Werk geht. Malao muss zwar miterleben, dass all die anderen Mönche ebenso wie der Großmeister getötet werden, aber das bietet Jeff Stone auch die Möglichkeit aufzuzeigen, dass auch der Tod ein Teil des Lebens ist und dass seine Charaktere lernen müssen, mit dem Verlust und der Trauer umzugehen.

Neben diesen nachdenklichen Passagen und den rasanten - und wunderbar nachvollziehbaren - Kampfszenen bieten sich auch noch genügend Gelegenheiten für amüsante Momente, die dafür sorgen, dass "Schattenfecher" zu einer sehr unterhaltsamen Geschichte wird. Malaos immer neugieriges Wesen und die Unbeholfenheit einiger seiner Gegner lassen den Leser immer wieder Schmunzeln. Bei all den vielen Andeutungen und offenen Fragen fällt es schwer, bis zum September auf die Fortsetzung "Schlangenkrieger" zu warten, denn schließlich würde man zu gern sofort erfahren, wie es Malao und seinen vier Brüdern weiter ergehen wird.

Fazit:

Mit "Schattenfechter" hat Jeff Stone eine spannende und sehr unterhaltsame Fortsetzung von "Tigerkralle" geschaffen. Obwohl sich der Autor bemüht, das nötige Wissen in die Geschichte einfließen zu lassen, sollte man den ersten Band gelesen haben, um diesen Roman wirklich genießen zu können. Mit dem nötigen Vorwissen entfaltet sich eine Handlung voller rasanter Kämpfe, nachdenklicher Momente und sehr amüsanter Szenen, die sich rund um Malao dreht, den zweiten der fünf jungen Mönche, die den Überfall auf das Cangzhen-Kloster überlebt haben. Malaos Verbleib nach der Zerstörung seines Klosters und die Andeutungen, die man über das Schicksal seiner anderen Brüder mitbekommt, machen sehr neugierig auf den weiteren Verlauf der Geschichte, der demnächst mit dem Band "Schlangenkrieger" veröffentlicht wird.
Weiterführende Infos

 
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