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Morland 1: Die Rückkehr der Eskatay  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Kinder & Jugend
Geschrieben von Konstanze Tants   
Sonntag, 31. Januar 2010

Morland 1: Die Rückkehr der Eskatay

Reihe: Morland
1. Band der Reihe

Untergenre: Fantasy
Verlag: Ravensburger
Erschienen: Januar 2009
ISBN: 978-3-473-35302-6
Preis: 16,95 EUR

400 Seiten
Inhalt
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
8.0

Wertung:
8.0
von 10
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Zum Inhalt:

Hoch im Norden liegt Morland. Die Zeiten sind schlecht. Immer mehr Menschen hungern, es kommt zu Unruhen und die Geheimpolizei ist allgegenwärtig. Eine rätselhafte Todesserie erschüttert das Land: Kopflose Leichen werden geborgen, doch es sind keine Mordopfer. Und es tauchen Kinder mit seltsamen Fähigkeiten auf, wie man sie seit vielen tausend Jahren nicht gesehen hat. Die Geheimpolizei setzt alles daran, dieser Kinder habhaft zu werden.

Meinung:

Mit dem Auftakt seiner Morland-Reihe führt Peter Schwindt den Leser in eine ungewöhnliche fantastische Welt. Hier erlebt man keine Anklänge an das europäische Mittelalter, sondern ein Land, dessen industrielle Entwicklung sich gerade von den Kinderschuhen befreit hat, obwohl die natürlichen Ressourcen von Anfang an knapp waren. Dass dieser Fortschritt auch so einige Opfer kostet, kann der Leser schon im Prolog erleben. Und so wird er neugierig gemacht auf die Zusammenhänge zwischen einer kleinen Bergarbeitersiedlung im hohen Norden und den seltsamen Vorgängen, die zehn Jahre später die Hauptstadt des Landes erschüttern.

Dabei erlebt man die Geschichte aus mehreren Perspektiven. Zum einen kann man den Weg von Tess Gulbrandsdottir verfolgen, die schon ihr ganzes Leben im Waisenhaus Nummer 9 zugebracht hat. Dort hat das Mädchen gelernt sich anzupassen und die Chance genutzt, so viel Wissen wie möglich in der Schule aufzusaugen, um nach seinem 14. Geburtstag im kommenden Jahr eine möglichst gute Anstellung zu finden. Doch eines Tages gelangt das Flugblatt einer Rebellenorganisation ins Heim und bevor Tess noch weiß, wie ihr geschieht, wird sie in einen Aufruhr der Waisenkinder verwickelt und muss aus der Institution fliehen.

York Urbans Leben hingegen verlief deutlich behüteter als das von Tess. Der 15-jährige Sohn eines der höchsten Richter im Staat wächst im Haus seines Vaters unter der Obhut der Dienerschaft auf. Der Mensch, der dem Jungen am nächsten steht, ist sein gestrenger Privatlehrer. Und dieser ist es auch, der es York nach dem Tod seines Vaters ermöglicht, heimlich Erkundigungen über die Leute einzuziehen, die für den Mord an dem Richter verantwortlich sind.

Während sowohl York als auch Tess von dem normalen Leben der Menschen in der Stadt kaum etwas wissen, hat Hakon Tarkovski in seinen 15 Jahren schon fast zu viel gesehen. Der Junge zieht, schon so lange er denken kann, mit dem Wanderzirkus seiner Familie von Ort zu Ort und hofft darauf, dass sie mit ihren Vorstellungen genug zum Überleben verdienen. Doch das Dasein als Zirkuskünstler wird mit jedem Jahr schwieriger, der Fremdenhass und das Misstrauen nehmen zu. Kaum noch eine Stadt oder ein Dorf erlaubt der kleinen Wagenkarawane anzuhalten und die Zelte aufzubauen.

Jeder dieser drei Jugendlichen muss feststellen, dass er in Notsituationen oder unter Stress in der Lage ist, ungewöhnliche Fähigkeiten zu entwickeln. So ist es kein Wunder, dass auch Hagen Lennart von den seltsamen Gaben der drei erfährt. Denn der freundliche Polizist wurde vom Innenministerium überraschend als Chefermittler in einem ganz besonderen Fall eingesetzt. Seit einiger Zeit tauchen überall in der Stadt kopflose Leichen auf, die nicht identifiziert werden können. Im Rahmen seiner Untersuchungen erfährt Hagen Lennart von einer alten Legende, die besagt, dass es vor Jahrhunderten Menschen mit magischen Fähigkeiten gab, die Eskatay genannt wurden - und die allem Anschein nach in einem verzweifelten Kampf von den Menschen ohne besondere Begabungen ausgerottet wurden.

Trotz der vielen Perspektivwechsel, die dafür sorgen, dass man anfangs gerade mal eine Ahnung von dem Charakter einer Person erhält, nimmt Peter Schwindts Geschichte den Leser von der ersten Seite an gefangen. Das ungewöhnliche industrielle Umfeld, das von ihm detailliert und sehr atmosphärisch beschrieben wird, und die von Anfang an mitschwingende Frage, was die Ereignisse des Prologs mit der restlichen Handlung verbindet, sorgen für ein angenehm spannendes Leseerlebnis. Und auch die unterschiedlichen Figuren wachsen einem schnell ans Herz, da es dem Autor gelingt, sie nicht nur sympathisch, sondern auch sehr realistisch darzustellen. So ist es kein Wunder, dass man nach einem rasanten Höhepunkt am Ende des Romans kaum die Veröffentlichung des zweiten Teils dieser Trilogie erwarten kann.

Fazit:

"Die Rückkehr der Eskatay" bildet einen spannenden und ungewöhnlichen Auftakt zu Peter Schwindts Morland-Trilogie, deren Fortsetzung man nach der faszinierenden Lektüre kaum erwarten kann. Dabei besticht der Autor mit einem für Fantasy-Romane ungewöhnlichen industriellen Umfeld, liebevollen und detaillierten Beschreibungen und sehr sympathischen Charakteren, die einem - trotz der vielen Perspektivwechsel - schnell ans Herz wachsen.
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