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Mister Unsichtbar  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Kinder & Jugend
Geschrieben von Konstanze Tants   
Mittwoch, 21. Oktober 2009

Mister Unsichtbar

Reihe: Die Klasse
2. Band der Reihe

Verlag: Thienemann
Erschienen: Juli 2008
ISBN: 978-3- 522-18042-9
Preis: 9,90 EUR

138 Seiten
Inhalt
4.0
Preis/Leistung
7.0
Gesamtwertung
4.3

Wertung:
4.3
von 10
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Zum Inhalt:

Manuels Leben läuft in geordneten Bahnen. Seit dem Tod seiner Mutter lebt er allein mit seinem Vater. Sie sind zwei Einzelgänger, die ohne viele Worte miteinander auskommen. Am liebsten wäre Manuel unsichtbar. Vor allem in der Klasse. Und nach jahrelangem Training hat er es tatsächlich geschafft, von niemandem mehr beachtet zu werden. Alles bestens. Doch dann taucht Tim Hillschreiber auf - ein Quertreiber, der von einer anderen Schule geflogen ist. Ausgerechnet der setzt sich neben Manuel - und mit der Ruhe ist es ein für alle Mal vorbei ...

Meinung:

Zusammen mit "Die Schwebebalken-Prinzessin" bildet "Mister Unsichtbar" den Auftakt einer neuen Reihe des Thienemann-Verlags, in der in jedem Roman ein Schüler oder eine Schülerin aus der 9c des Willy-Brandt-Gymnasiums seine Geschichte erzählt. Geschrieben werden diese Bücher von dem Autorenteam Klaus Wolfertstetter und Karin Kaçi, das sich darauf konzentriert, die Personen hinter den verschiedenen Fassaden zu beschreiben.

Manuel ist in seiner Klasse der "Mister Unsichtbar", einer der Außenseiter und derjenige, der von Lehrer und Mitschülern immer übersehen wird - und genauso will er es auch haben. Aufmerksamkeit macht ihn unsicher, immer hat er das Gefühl, sich falsch zu verhalten und nicht wie die anderen zu sein. Irgendwie scheint er nach der Grundschule den Anschluss verpasst zu haben, aber das macht ihm nichts aus, solange er seine kleine, unauffällige Existenz am Rande der Klasse führen kann.

Doch mit Beginn des neunten Schuljahrs wird für Manuel alles anders: Ausgerechnet Tim Hillschreiber setzt sich im Unterricht neben ihn. Der neue Mitschüler ist gerade erst vom Schiller-Gymnasium geflogen und die unterschiedlichsten Gerüchte über ihn kursieren am Willy-Brandt-Gymnasium. Zu Manuels Überraschung versucht Tim sich mit ihm anzufreunden und nach anfänglichem Widerstand findet er sich damit ab, dass seine Zeiten als Mister Unsichtbar vorbei sind. Doch kaum entdeckt Manuel, wie schön es sein kann, wenn man mit einem Freund etwas unternimmt und mit den Mitschülern ins Gespräch kommt, da gerät er auch schon in Schwierigkeiten.

Auch in seiner Familie stehen für Manuel einige Veränderungen an. Sein Vater und er hatten in den letzten Jahren in freundschaftlichem Schweigen nebeneinander gelebt. Alles war für den Jungen berechenbar gewesen. Es gab immer den gleichen Tagesablauf, immer den gleichen Urlaubsort und immer war sein Vater vor dem PC im Nebenraum zu finden. Doch auf einmal hat sein Vater eine Freundin, von der Manuel nichts wusste - und so muss der Junge alles in Frage stellen, was für ihn immer feststand.

Mit Manuel haben sich Klaus Wolfertstetter und Karin Kaçi keine einfache Hauptfigur gesucht. Der Junge wirkt langweilig, führt ein eintöniges Leben, und die große Katastrophe in seinem Leben ist ebenso banal wie alles andere an ihm. Das führt dazu, dass man ihm gegenüber deutlich weniger Sympathie empfindet, als es bei der "Schwebebalken-Prinzessin" Katrin der Fall war. Zwar ist er ein Typ, den man aus seiner eigenen Schulzeit zu kennen glaubt, und gerade seine Durchschnittlichkeit lässt den Charakter recht glaubwürdig wirken, aber er bietet kaum Potenzial für eine Entwicklung.

So kann der Leser mit "Mister Unsichtbar" zwar die Schüler der Klasse 9c besser kennenlernen und aus einer anderen Perspektive heraus die Personen betrachten, die man schon aus "Die Schwebebalken-Prinzessin" kennt, wird aber nicht motiviert, sich weiter mit Manuel und seiner Geschichte zu befassen. Ein Roman, der sich um eine so unauffällige Person dreht, muss schon besonders fesselnd geschrieben sein, um das Interesse des Lesers zu wecken - doch das kann man von diesem Buch leider nicht behaupten.

Fazit:

Leider ist der zweite Teil der Reihe "Die Klasse" nicht so überzeugend gelungen wie "Die Schwebebalken-Prinzessin". In "Mister Unsichtbar" beschreibt das Autorenteam Klaus Wolfertstetter und Karin Kaçi, wie Manuel versucht, weiterhin ein unauffälliges Leben am Rande seiner Klasse zu führen. Doch der neue Mitschüler Tim und die Tatsache, dass es eine neue Frau im Leben seines Vaters gibt, bringen das Leben des Jungen durcheinander. So schön es ist, dass die beiden Autoren einen Charakter gewählt haben, der wohl in jeder Schule zu finden ist, und dass sich die Änderungen in Manuels Persönlichkeit relativ glaubwürdig vollziehen, so langweilig ist es auch, von einer derart durchschnittlichen Person und ihren Problemen zu lesen.
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