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Mensch sucht Sinn  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Kinder & Jugend
Geschrieben von Sabine Hut   
Sonntag, 29. Juni 2008

Mensch sucht Sinn

Verlag: Carlsen
Erschienen: April 2008
ISBN: 978-3-551-35676-5
Preis: 6,95 EUR

220 Seiten
Inhalt
4.0
Preis/Leistung
7.0
Gesamtwertung
4.3

Wertung:
4.3
von 10
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Zum Inhalt:

Fünf Jugendliche. Fünf Weltreligionen. Fünf Erzählungen. Shannon soll ihre Tante, eine buddhistische Nonne, auf eine Paddeltour begleiten, dabei hat sie dazu überhaupt keine Lust. Doch die Fahrt auf dem Fluss eröffnet ihr überraschende Perspektiven. Simon hat einen Mann niedergeschlagen und landet auf der Flucht in einer katholischen Kirche. Der Gedanke an seine Tat lässt ihn nicht los und beschwört Erinnerungen aus seiner Kindheit. Kalpana ist in Deutschland aufgewachsen und weiß kaum etwas über den Hinduismus. Umso gespannter ist sie, als sie mit ihrer Familie nach Indien reist. Tarik hat die Nase voll von seinem Bruder Adil, der plötzlich so religiös und so strikt ist. Als ihre Mutter krank wird, lernt Tarik Adil und auch den Islam besser verstehen. Schoscha ist mit ihrer Mutter aus der Ukraine nach Deutschland gekommen. Erst hier hat sie die Chance, mehr über das Judentum zu lernen. Dabei kommt sie auch ihrem Vater wieder näher. Die fünf Protagonisten werden mit Erfahrungen konfrontiert, die sie berühren. Sie stellen sich Fragen, suchen nach Sinn und begegnen dabei einer Religion. Eindeutige Antworten finden sie nicht - aber eine mögliche Sichtweise, einen möglichen Weg.

Meinung:

Der Band "Mensch sucht Sinn" will fünf Erlebnisse mit den Weltreligionen erzählen. Was erhofft man sich von solchen Geschichten? Als Leser möchte man die im Buch behandelten Religionen kennen lernen, deren Götter näher beleuchtet sehen sowie die wichtigsten Grundkenntnisse vermittelt bekommen. Mehr kann man von fünf Geschichten auf 218 Seiten nicht erwarten. Weniger möchte man allerdings auch nicht vorfinden.

Die Geschichten, die alle von unterschiedlichen Autoren geschrieben wurden, lesen sich einfach und flüssig. In jugendlichem Stil werden die Erlebnisse geschildert, sodass die jungen Leser kein Problem beim Erfassen der Texte haben dürften. Das, was man auf Grundlage des Covers und der Inhaltsbeschreibung erwartet, wird jedoch leider nicht geboten. Die Geschichten sind niedlich zu lesen, erzählen aber letztlich nichts über die Religionen. Shannon beispielsweise ist mit ihrer Tante auf einer Paddeltour unterwegs. Bei der Tante handelt es sich um eine buddhistische Nonne, sodass man denken würde, man bekäme etwas über die entsprechende Weltsicht vermittelt. Allerdings ist das Einzige, was man als Leser an den Kopf geworfen bekommt, "Zazen", ohne dass es überhaupt erklärt wird und man somit nicht weiß, was es bedeutet. Ansonsten erfährt der Leser nicht wirklich etwas über diese ansonsten so vielschichtige Religion.

Auch die Geschichte über Simon, der das Christentum "kennen lernt", ist mehr als schwach. Auf seiner Flucht landet er in einer Kirche, die er als Versteck benutzt. Das ist eigentlich schon die ganze Geschichte, denn wirklich mehr passiert in der Kirche nicht. Simon unterhält sich mit niemandem, er sitzt nur auf den Bänken und grübelt.

Einzig in der Geschichte über den Hinduismus lernt man etwas mehr über die Religion und deren Zusammenhänge. Zwar nicht sehr viel, doch mehr als in den anderen Erzählungen.

Die Charaktere sind allgemein sehr flach gehalten. Der Leser erhält kaum Einblick in das Leben oder die Gedankenwelt der Hauptfiguren. Auch die Auseinandersetzungen mit den Religionen fallen sehr mager aus. Deshalb können die Erzählungen auch nicht wirklich fesseln oder begeistern. Das Buch ist schnell gelesen und in die Ecke gelegt, ohne einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Gerade das wäre jedoch wichtig gewesen, besonders bei diesem Thema. Ein Buch, das die Weltreligionen unter die Lupe nimmt, sollte wesentlich mehr zu bieten haben.

Wer wirklich Interesse an den Religionen hat, ist mit "Mensch sucht Sinn" nicht gut beraten. Nach dem Lesen weiß man so viel (oder so wenig) wie zuvor, die Geschichten sowie die Charaktere bleiben nicht wirklich im Gedächtnis. Möchte ein Leser mehr über die Weltreligionen erfahren, sei ihm "Theos Reise" von Chaterine Clement und Tobias Scheffel ans Herz gelegt, denn darin werden einem die Religionen wirklich näher gebracht.

Fazit:

Was man von "Mensch sucht Sinn" erwarten würde und auch können sollte, erfüllt das Buch leider nicht. Die Religionen werden dem Leser nicht wirklich näher gebracht, sodass man nach dem Lesen nicht mehr Wissen besitzt als zuvor. Die Charaktere sind blass und die Geschichten hinterlassen keinen bleibenden Eindruck. Wer das Buch zur Seite legt, wird es auch sehr bald wieder vergessen haben. Für einen Band, der verspricht, dem Leser fünf Erlebnisse mit den Weltreligionen zu bieten, handelt es sich um viel zu leichte Kost, die noch dazu nicht gut bearbeitet wurde. Der Informationsgehalt liegt nahezu bei Null, sodass man leider sagen muss, dass die Geschichten pädagogisch nicht besonders wertvoll sind.
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