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Man weiß nie, was als Nächstes kommt  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Kinder & Jugend
Geschrieben von Konstanze Tants   
Sonntag, 1. März 2009

Man weiß nie, was als Nächstes kommt

Originaltitel: Don't even think about it
Übersetzt von: Nina Schindler

Verlag: Boje
Erschienen: Februar 2008
ISBN: 978-3-414-82124-9
Preis: 12,95 EUR

172 Seiten
Inhalt
7.0
Preis/Leistung
6.0
Gesamtwertung
6.9

Wertung:
6.9
von 10
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Zum Inhalt:

Liz Jackson mag Pizza, White-Musk-Parfüm und ihren Kumpel Brummel. Und sie ist FAST 13. Aber ein Teenager zu sein ist gar nicht so einfach, wenn die Mutter gerade ausgezogen ist, der Vater ständig mit seinen miesen Kochkünsten nervt und auch noch das erste Date bevorsteht. Wie gut, dass wenigstens auf Omas alte Sprüche noch Verlass ist ...

Meinung:

Die Autorin Roisin Meaney arbeitet hauptberuflich als Grundschullehrerin und wahrscheinlich ist dies der Grund dafür, warum es ihr mit "Man weiß nie, was als Nächstes kommt" so gut gelingt, aus Liz' Perspektive zu erzählen, was in einem jungen Mädchen vorgeht, das nicht nur von der Mutter verlassen wurde, sondern auch mit den ganz normalen Problemen einer Heranwachsenden zu kämpfen hat.

Liz Jackson ist fast dreizehn Jahre alt, was im englischsprachigen Raum bedeutet, dass nur noch ein Geburtstag zwischen ihr und ihrem Teenagerleben steht - und als Teenager ist man ja schließlich schon fast erwachsen. Doch neben dem anstehenden Schulwechsel von der Grundschule zum Gymnasium, den Veränderungen, die das für langjährige Freundschaften bedeutet, und den sich langsam entwickelnden Gefühlen für das andere Geschlecht muss Liz auch noch mit der Tatsache fertig werden, dass sich ihre Eltern letzte Weihnachten getrennt haben.

Im März darauf beginnt Liz, ein Tagebuch zu führen, und über diese unregelmäßigen Einträge kann der Leser miterleben, wie das Mädchen versucht, mit all den Schwierigkeiten in seinem Leben fertig zu werden. Ihre Mutter hat nicht nur sie und ihren Vater verlassen, sondern auch kurz darauf einen Job in Amerika angenommen. Jeden Tag seit der Trennung ruft die Mutter Liz an, und doch kommt das Mädchen kaum damit zurecht, dass es so einfach zurückgelassen wurde und es seine Mutter so schnell nicht wiedersehen kann.

Neben den Auseinandersetzungen mit ihrem Vater, die sich aus dem Fehlen der Mutter ergeben, lernt man durch Liz' Augen auch ihre Schulkameraden und Nachbarn kennen. Und wie es nun einmal bei jungen Mädchen ist, kann sich ganz schnell aus einer extremen Abneigung eine enge Freundschaft entwickeln. Aber auch ihre Gefühle für Jungs entdeckt Liz, angefangen bei dem südländisch aussehenden Pizzaboten, der immer so nett mit ihr flirtet, bis zum ehemaligen Schulkameraden, der Liz unverhofft ins Kino einlädt.

Dadurch, dass Roisin Meaney Liz' Geschichte in Form von Tagebucheintragungen erzählt, fällt es dem Leser schwer, wirklich mitzuerleben, was dem Mädchen Tag für Tag passiert. Man beobachtet eher, als dass man mitfühlt - und wenn Liz einen ihrer Trotzanfälle niederschreibt, bei denen sie mit einem Teller nach dem Vater geworfen hat, weil er ihr klumpigen Haferbrei servierte, dann ist der Abstand zu dem Mädchen so groß, dass man nur den Kopf schütteln kann.

Trotzdem sorgt Liz' Perspektive auch oft dafür, dass der Leser schmunzeln muss über ihre Naivität und Hilflosigkeit oder über die verschiedenen peinlichen Situationen, die nun einmal zum Erwachsenwerden dazugehören. Obwohl Liz in all ihrem Gefühlschaos kaum in der Lage ist, auf andere Menschen einzugehen, bekommt der Leser vor Augen geführt, dass die Situation auch für ihren Vater nicht so ganz einfach ist. Von einem Tag auf dem anderen ist er alleinerziehend für eine pubertierende Tochter zuständig, muss den Haushalt führen und anfangen zu kochen - und vermisst seine Frau dabei gewiss genauso sehr, wie Liz es tut.

Letztendlich entwickelt sich das temperamentvolle Mädchen in dem Jahr, in dem der Leser sein Leben begleitet, deutlich weiter. In einer jugendgerechten Sprache erzählt Roisin Meaney, wie Liz' Leben nach der Trennung ihrer Eltern weitergeht und wie sie mit jedem Monat ein Stückchen erwachsener wird. Auch wenn "Man weiß nie, was als Nächstes kommt" kein weltbewegend neuer Roman ist, regt das Buch doch zum Nachdenken an, sorgt für einige amüsante Momente und wird das junge Zielpublikum ganz gewiss gut unterhalten.

Fazit:

In Roisin Meaneys "Man weiß nie, was als Nächstes kommt" erlebt der Leser anhand von Liz' Tagebucheintragungen die Dinge mit, die das Mädchen zwischen seinem dreizehnten und vierzehnten Geburtstag bewegen. Vor allem die Trennung ihrer Eltern und die Veränderungen, die mit dem Wechsel auf die weiterführende Schule einhergehen, beschäftigen Liz, ebenso wie die Probleme, die das erste Date mit sich bringt. Amüsiert, aber immer mit einigem Abstand, beobachtet man ein Jahr im Leben von Liz und wird Zeuge, wie das Mädchen sich in dieser Zeit weiterentwickelt.
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