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Hexenheide  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Kinder & Jugend
Geschrieben von Konstanze Tants   
Freitag, 8. Oktober 2010

Hexenheide

Originaltitel: Heksenhei
Übersetzt von: Gerold Anrich

Untergenre: Fantasy
Verlag: Baumhaus
Erschienen: August 2010
ISBN: 978-3-8339-3874-0
Preis: 12,99 EUR

319 Seiten
Inhalt
7.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.1

Wertung:
7.1
von 10
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Zum Inhalt:

Karim und Lenne wissen, dass sie nicht über die Heide gehen sollen, wenn sie von der Schule kommen. Denn auf der Hexenheide, irgendwo zwischen den Mooren, lauert ein dunkles Geheimnis. Aber Karim und Lenne sind neugierig. Gibt es die weiße Hexe wirklich und was hat es mit der alten Wassermühle auf sich? Dann wandern nachts auch noch Lichter über die Heide. Ein Spuk? Karim und Lenne erhalten mehr Antworten, als ihnen lieb ist.

Meinung:

Mit "Hexenheide" hat Mariëtte Aerts ein unterhaltsames, spannendes und leicht gruseliges Buch für Kinder geschrieben. Die beiden Elfjährigen Karim und Lenne leben in einem kleinen holländischen Dorf. Jeden Tag kommen sie auf dem Heimweg von der Schule an einer Heidefläche vorbei, über die der Heimweg viel kürzer wäre. Doch ihre Eltern haben ihnen strengstens verboten diese Abkürzung zu nehmen, seitdem vor einem Jahr Rinnie, eine Mitschülerin der beiden, spurlos verschwunden ist. Man vermutet, dass das Mädchen auf der Heide einem Fremden begegnete, der es entführt hat.

So ganz sehen Karim und Lenne nicht ein, dass sie deshalb nicht mehr über die Heide gehen dürfen. Ein Fremder könnte ihnen überall begegnen und schließlich haben sie früher auch immer auf der Heide gespielt, ohne dass etwas passiert ist. Also schlagen die beiden eines Tages jegliche Warnung ihrer Eltern in den Wind und kürzen den Weg wieder über die verbotene Fläche ab. Abgesehen davon, dass sie ein seltsames Eichhörnchen sehen, passiert absolut nichts - und doch haben die beiden Kinder mit dem Betreten der Heide etwas ausgelöst.

In den folgenden Wochen begegnet ihnen immer wieder eine seltsame Frau mit langen, weißen Haaren, die Lenne zu sich ruft. Aber auch andere Merkwürdigkeiten, die sich nicht auf natürlichem Weg erklären lassen, passieren Karim und seiner Freundin. Doch erst, als sie in der Stadtbibliothek herausfinden, dass die Heide früher als Hexenheide bezeichnet wurde und dort eine unheimliche Frau leben soll, die vor Jahrhunderten als Hexe verbrannt werden sollte, kommt ihnen der Gedanke, dass übernatürliche Mächte hinter Lenne her sein könnten. Obwohl Karim Angst vor der Hexe hat, die Lenne immer mehr in ihren Bann zu bringen scheint, versucht er alles, um seine Freundin zu beschützen. Und zum Glück steht er nicht ganz allein da, denn eine freundliche junge Frau mit wunderschönen roten Haaren kommt ihnen immer wieder zu Hilfe.

Hätte Mariëtte Aerts auf den Prolog verzichtet, in dem sich drei unheimliche Frauen streiten, dann könnte der Leser viele der seltsamen Begebenheiten, die auf der Heide passieren, anfangs als Fantasieprodukte von Karim und Lenne abtun. So aber ist man sich von Beginn an sicher, dass etwas Übernatürliches auf die Kinder lauert. Auf diese Weise schwingt in dem ansonsten etwas gemächlichen, aber sehr stimmungsvollen Anfang schon Spannung mit und man fiebert jedem neuen Hinweis auf die Hexe entgegen. Ständig fragt man sich, was die weißhaarige Frau überhaupt genau von den Kindern will und ob es Karim gelingen wird, Lenne davon abzuhalten mit der vermeintlichen Hexe zu gehen.

Sehr schön ist es der Autorin auch gelungen, die Gefahr, in der Lenne schwebt, in den Alltag der beiden Kinder einzubauen. So versuchen die beiden, über ihren Lehrer mehr über die Geschichte der Hexenheide herauszufinden, wissen nicht, wie sie ihren Eltern ihr ungewöhnliches Benehmen erklären sollen, wenn sie wieder einmal Angst vor der Hexe haben, und versuchen ihre Sandkastenfreundschaft zu erhalten, obwohl Lenne den verlockenden Rufen der weißhaarigen Frau manchmal nur zu gerne nachgeben würde und sich dann mit Karim streitet.

Die Handlung wird in "Hexenheide" in einer einfachen und klaren Sprache erzählt, die sehr gut von Lesern ab zehn Jahren verstanden werden kann. Dabei drückt sich Mariëtte Aerts nicht so schlicht aus, dass das Buch für ältere Kinder oder mitlesende Erwachsene reizlos würde. Doch vor allem unterhält die Geschichte durch die mitschwingende Spannung und die unheimlichen Momente, die allerdings nie so weit übertrieben werden, dass sensible Kinder um ihren Schlaf gebracht würden.

Fazit:

Mariëtte Aerts präsentiert mit ihrem Jugendbuch "Hexenheide" eine unterhaltsame und fesselnde Geschichte rund um die beiden elfjährigen Kinder Karim und Lenne. Aufgrund des Prologs schwingt von Anfang an eine Spannung in der Handlung mit, die dem Leser zwar nicht den Atem raubt, aber seine Neugier auf jedes neue Kapitel anfacht. Es ist faszinierend mitzuerleben, wie Lenne gegen den lockenden Ruf der unheimlichen Frau mit den langen, weißen Haaren ankämpfen muss, während ihr Freund Karim sie vor der Hexe beschützen will. Und beim Lesen fiebert man jedem neuen Detail entgegen, das man über die Geschichte der Heide und die Hexen bekommen kann. Nach so einem gelungenen Leseerlebnis bleibt nur zu hoffen, dass in Zukunft noch mehr Romane von der Autorin aus dem Holländischen übersetzt werden.
Weiterführende Infos
Leseprobe

 
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