Banner bookdepository.com

Feuerträne  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Kinder & Jugend
Geschrieben von Konstanze Tants   
Freitag, 10. September 2010

Feuerträne

Originaltitel: The Fire Within
Übersetzt von: Petra Koob-Pawis

1. Band der Reihe

Untergenre: Fantasy
Verlag: cbj
Erschienen: April 2010
ISBN: 978-3-570-28009-6
Preis: 7,95 EUR

320 Seiten
Inhalt
7.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.1

Wertung:
7.1
von 10
Jetzt kaufen



Zum Inhalt:

Als David in den chaotischen Künstlerhaushalt von Liz Pennykettle und ihrer Tochter Lucy zieht, spürt er sofort, dass dort etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Welches Geheimnis die beiden vor ihm zu verbergen versuchen, begreift er jedoch erst, als er Bekanntschaft mit Gadzooks macht, einem ganz besonderen Drachen ...

Meinung:

Der Roman "Feuerträne" ist der Auftakt einer Reihe rund um den Studenten David, die Künstlerin Liz, ihre Tochter Lucy und einige ungewöhnliche (Ton-)Drachen. Doch die Handlung ist deutlich weniger fantastisch, als man aufgrund des Covers oder des Klappentextes erwarten könnte, und beginnt erst einmal etwas gemächlich. Kennengelernt haben sich David Rain und Elizabeth Pennykettle aufgrund einer Anzeige, in der Liz einen Untermieter suchte, der nicht nur sauber und ordentlich sein, sondern auch Kinder, Katzen und Drachen mögen sollte. Obwohl sich der Student über die letzte Bedingung in dem Zimmerangebot sehr wunderte, suchte er doch dringend eine neue Bleibe und war von dem hübschen kleinen Raum im Haus der Pennykettles sehr angetan.

Nach seinem Einzug findet David schnell heraus, dass Liz eine Künstlerin ist und kleine Drachen aus Ton herstellt. Überall im Haus stehen ihre Figuren herum und seine Vermieterin und ihre Tochter scheinen ein ganz besonders inniges Verhältnis zu den Tondrachen zu haben. Nach kurzer Zeit fühlt sich David in dieser ungewöhnlichen Wohngemeinschaft zuhause, was auch daran liegt, dass Liz und die zehnjährige Lucy ihn wie ein Familienmitglied behandeln. Für das Mädchen wird David schnell zu einem Vertrauten, und so ist es nicht erstaunlich, dass sie ihn in einer wichtigen Angelegenheit um Hilfe bittet.

Vor einiger Zeit wurde in der Straße eine große, alte Eiche gefällt und seitdem sind fast alle Eichhörnchen verschwunden. Nur ein kleines, graues Tier wird noch regelmäßig von Lucy gesehen - und Conker, wie sie ihn nennt, ist auch noch am Auge verletzt. So bedrängt das Mädchen den Studenten, mit ihr zusammen Conker einzufangen, ihn zu versorgen und in Sicherheit zu bringen. Doch einfach wird die Rettung des Eichhörnchens nicht, denn das scheue Tier lässt sich trotz der Verletzung nicht so leicht erwischen. Außerdem macht der Nachbar der Pennykettles, Henry Bacon, Jagd auf alles, was seiner Meinung nach nicht in seinen Garten gehört.

Mit "Feuerträne" hat Chris D'Lacey ein bezauberndes Kinderbuch mit wirklich sympathischen und stimmig dargestellten Hauptfiguren geschrieben. Elizabeth Pennykettle ist eine energische und fürsorgliche Frau, deren Kunstwerke sogar in den Augen des skeptischen David einen Hauch Magie enthalten. Lucy hingegen ist eine quirlige Zehnjährige, voller Begeisterung für jede neue Idee, sehr tierlieb und manchmal auch sehr anstrengend für ihre Umgebung. Die beiden halten den Studenten auf Trab und vor allem Lucy, die David ständig für ihre Vorhaben einspannt, bringt seinen Alltag ganz schön durcheinander.

Die liebenswerten Charaktere und die schönen Beschreibungen des Alltags in dem kleinen Haus der Pennykettles sorgen dafür, dass man schnell in die Handlung hineinfindet. Chris D'Laceys bildhafte Beschreibungen der Tondrachen lassen im Leser den Wunsch aufkommen, dass man ebenfalls so eine Figur auf seinem Kaminsims oder Fensterbrett stehen hätte und sich von ihr inspirieren lassen könnte. Auch bangt man selbst als erwachsener Leser mit, wenn es darum geht, Conker vor all den Gefahren zu retten, mit denen ein verletztes Eichhörnchen nicht fertig werden kann.

Mit "Feuerträne" erzählt der Autor in erster Linie eine Tiergeschichte, denn der Schwerpunkt liegt vor allem auf den Bemühungen von Lucy und David, das Eichhörnchen Conker zu retten und herauszufinden, wohin die anderen Tiere nach dem Fällen der Eiche verschwunden sind. Allerdings soll in den weiteren Büchern der Reihe der Schwerpunkt mehr auf den fantastischen Elementen und der Geschichte der Drachen liegen, die hier nur angedeutet wird.

Chris D'Laceys Erzählweise ist einfach, aber sehr bildhaft und überzeugt durch eine klare Sprache, die auch von jungen Lesern gut verstanden wird. Zum Vorlesen ist der Roman ebenfalls gut geeignet, da das längste Kapitel gerade mal elf Seiten lang ist. Wenn "Feuerträne" vorgelesen wird, ist das Buch, das vom Verlag ab zehn Jahren empfohlen wird, auch durchaus schon für achtjährige Kinder gut verständlich. Ergänzt wird das Buch durch zarte (Drachen-)Zeichnungen von Nora Nowatzyk, die einen wirklich ansprechenden Blickfang bilden.

Fazit:

Mit "Feuerträne" ist Chris D'Lacey eine wunderbare Geschichte geglückt, die aufgrund der schönen und klaren Erzählweise nicht nur Kinder ansprechen wird. Schnell schließt der Leser die liebevoll beschriebenen Charaktere ins Herz und bangt zusammen mit dem Studenten David und der zehnjährigen Lucy Pennykettle, ob es ihnen gelingt, das Eichhörnchen Conker zu retten. Dabei weckt der Autor die Neugier des Lesers immer wieder mit kleinen Andeutungen, die zeigen, dass hinter den Tondrachen, die den Haushalt der Familie Pennykettle beherrschen, mehr steckt als niedliche Kunstwerke.
Weiterführende Infos
Leseprobe

 
Copyright © 2008-2017 by booklove.de. Alle Rechte vorbehalten.