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Die Wächter von Astaria 1: Der letzte Paladin  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Kinder & Jugend
Geschrieben von Konstanze Tants   
Dienstag, 4. Mai 2010

Die Wächter von Astaria 1: Der letzte Paladin

1. Band der Reihe

Untergenre: Fantasy
Verlag: Ravensburger
Erschienen: August 2008
ISBN: 978-3-473-35287-6
Preis: 16,95 EUR

480 Seiten
Inhalt
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
8.0

Wertung:
8.0
von 10
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Zum Inhalt:

Unheilvolle Omen erschrecken die Bewohner von Astaria. Gestirne erlöschen und Sternenvampire gelangen auf die Erde. Aber sie sind nur Vorboten ihres Meisters: Der gefallene Erzstellar Astronos plant den Ausbruch aus seinem Sternenkerker. Der Einzige, der ihm Einhalt gebieten könnte, ist der Knappe Fabio, Mitglied eines Paladin-Ordens. Auf der Burg eines mächtigen Barons begegnet er der Sternendeuterin Celeste. Sie erweist sich als seine wertvollste Verbündete im Kampf gegen die Mächte der Finsternis. Wird es den beiden gelingen, jene Waffe zu finden, die der Himmelsmechaniker Cagliomaeus einst als letztes Mittel gegen Astronos schuf?

Meinung:

Thomas Finn macht es dem Leser in "Der letzte Paladin" leicht, in seine Welt hineinzufinden. Wie schon in seiner Reihe um "Die Chroniken der Nebelkriege" erscheint einem die fantastische Umgebung auf den ersten Blick überraschend vertraut. Doch während der Autor in seiner ersten Trilogie den Leser in die Stadt Hammaburg (Hamburg) führt und sich mit seiner Geschichte auf nordische Mythologie stützt, entwickelte er für die "Wächter von Astaria" ein fantastisches Italien und eine ganz besondere Schöpfungsgeschichte, die auf astrologischen Elementen beruht.

Der siebzehnjährige Knappe Fabio gehört dem Orden der Paladine an und ist zusammen mit seinem Herrn, dem Ritter Ludovico, auf dem Weg zum Palazzo des Barons de Vontafei. Nicht mehr lange, dann wird auch der Knappe zum Ritter geschlagen und somit zum anerkannten Mitglied des einzigen Ordens, der auch Nichtadeligen eine Chance auf solch ein Leben im Dienste Astarias bietet. Doch bevor es so weit ist, muss der Junge noch seinen Herrn bei einem Auftrag begleiten. Die beiden sollen Celeste, die Tochter des Barons de Vontafei, zur Sternenburg bringen, wo die junge Frau eine Ausbildung zur Sternendeuterin antreten soll.

Doch bevor Fabio, Ludovico und Celeste ihre Reise antreten können, wird das Anwesen des Barons überfallen und der Knappe muss zusammen mit der Adelstochter vor einer Horde Goblins fliehen. Auf ihrem Weg nach Venezia, wo Fabio seinem Orden von den Vorfällen berichten und Celeste sicher bei den Sternenmystikerinnen in der Sternenbasilika unterbringen will, begegnen die beiden den unterschiedlichsten Personen - und nicht immer ist es für sie dabei leicht, zwischen Freund und Feind zu unterscheiden.

Dabei wäre es gerade jetzt so wichtig, ein paar zuverlässige Verbündete zu finden, denn die Anhänger des bösen Astronos rotten sich zusammen, um den Gefallenen aus seinem Sternenverlies zu befreien. Fabio muss mit Erschrecken feststellen, dass an vielen unerwarteten Orten mächtige Anhänger Astronos' zu finden sind. Aber auch die Frage, warum die Gnome so an den geheimnisvollen - und vielleicht sogar entsetzlich zerstörerischen - Erfindungen des sagenumwobenen Himmelsmechanikers Cagliomaeus interessiert sind und alles dafür tun, diese in ihren Besitz zu bringen, beschäftigt den Knappen.

So erschließt sich für den Leser eine sehr religiöse und (spät-)mittelalterliche Welt, in der das Leben der Menschen von dem Glauben an die Stellaren, Prophezeiungen und Horoskope, aber auch von der Angst vor den Feinden aus dem Osten und dem gefallenen Erzstellaren Astronos geprägt ist. Obwohl sich Thomas Finn in der Wahl seines fantastischen Umfelds, der Namen und der mythologischen Hintergründe wieder sehr eng an altvertraute Figuren und Sagen anlehnt, bekommt man dabei nicht das Gefühl, der Autor hätte es sich leicht gemacht, sondern fühlt sich einfach nur schneller in dieser fantastischen Welt heimisch.

Wer mit Namen wie Cagliostro oder den römischen Göttern Mars, Jupiter oder Venus (bzw. den nach ihnen benannten Himmelskörpern) nichts verbindet, der wird sich an diesen Anspielungen nicht stören. Für die anderen Lesern, die schnell erkennen, worauf sich Thomas Finn bezieht, sorgt dies hingegen dafür, dass man sich noch schneller in der Geschichte zuhause fühlt und sich tiefergehende Gedanken um die Hintergründe der Handlung macht. Doch unabhängig davon bietet "Der letzte Paladin" eine spannende und überaus unterhaltsame Geschichte rund um den Knappen Fabio.

Mit diesem Roman bekommt man ein High-Fantasy-Werk für Jugendliche geboten, das die Erwartungen, die der Leser an dieses Genre stellt, wirklich befriedigt. Obwohl Grundhandlung und Figurenkonstellation von Thomas Finn nicht besonders innovativ angelegt wurden, präsentiert er seine Geschichte doch mit sehr vielen eigenständigen, liebevoll ausgearbeiteten Details. Beispielsweise erinnert der eine oder andere Charakter vielleicht ein wenig an eine der Figuren aus "Die Chroniken der Nebelkriege", doch die verschieden Personen wachsen einem so schnell ans Herz, dass man voller Neugier und Spannung ihre Erlebnisse verfolgt und versucht, mit ihnen zusammen all die Rätsel zu lösen, die vielleicht zur Rettung ihrer Welt beitragen könnten.

Fazit:

Mit "Der letzte Paladin" präsentiert Thomas Finn den Auftakt seiner "Die Wächter von Astaria"-Reihe. Hier führt der Autor den Leser in ein - auf fantastische Weise verfremdetes - (spät)mittelalterliches Italien, in dem das Leben von dem Glauben an die Stellaren geprägt ist. Viele Anspielungen auf historische Figuren oder die römische Sagenwelt sorgen dafür, dass man sich schnell in dieser ungewöhnlichen Welt zuhause fühlt. Doch vor allem die liebevoll beschriebenen Charaktere wie der Knappe Fabio und seine Begleiterin Celeste sorgen dafür, dass man während des Lesens mitfiebert und sich voller Neugier mit den vielen Rätseln beschäftigt, die die beiden im Laufe der Geschichte zu lösen haben. "Der letzte Paladin" ist Thomas Finn so unterhaltsam und spannend gelungen, dass man am liebsten gleich nach der letzten Seite die Fortsetzung "Die flüsternde Stadt" in die Hand nehmen und weiterlesen möchte.
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