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Die Rottentodds 1: Onkel Deprius' dunkles Erbe  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Kinder & Jugend
Geschrieben von Konstanze Tants   
Sonntag, 2. August 2009

Die Rottentodds 1: Onkel Deprius' dunkles Erbe

1. Band der Reihe

Untergenre: Fantasy
Verlag: Coppenrath
Erschienen: Juni 2009
ISBN: 978-3-8157-9687-0
Preis: 9,95 EUR

128 Seiten
Inhalt
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
8.0

Wertung:
8.0
von 10
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Zum Inhalt:

Nur weg von diesen Verrückten! Pollys Entschluss steht fest. Keinen Tag länger hält sie es bei ihrer Familie aus. Die seltsamen Vorlieben von Patrizius, Prospera, Pampe und Palme gehen ihr gehörig auf die Nerven: Schmeißfliegensalat zum Frühstück, entspannen im Spinnenpool und Spritztouren im Leichenwagen. Doch dann macht Polly in dem alten Haus ihres kürzlich verstorbenen Onkels Deprius eine überraschende Entdeckung und plötzlich ist nichts mehr, wie es war ...

Meinung:

Beim ersten Kennenlernen der Familie Rottentodd gewinnt man den Eindruck, dass der Autor Harald Tonollo Elemente aus "The Addams Family" und "The Munsters" genommen und zu einer amüsanten und ein bisschen gruseligen Geschichte für Kinder vermischt hätte. Die Rottentodds sind stolz auf ihre Abstammung von Hexen, Zauberern und allerlei anderen Wesen, auch wenn ihnen die Magie im Laufe der Jahrhunderte abhanden gekommen ist.

Natürlich besteht Mutter Prospera darauf, dass ihre Kinder sich gesund ernähren und immer brav ihren Schmeißfliegensalat aufessen. Nur die arme Polly bekommt stattdessen Spaghetti gekocht, denn das Mädchen ist leider nicht wie seine Geschwister. Im Gegensatz zum Rest seiner Familie ist es erschreckend menschlich. Polly ekelt sich vor Madenpudding und Fliegensalat, trägt gerne fröhliche Farben - und es ist unwahrscheinlich, dass sie sich wie ihre Brüder auf ein jahrhundertelanges Leben freuen darf. Sogar zur Schule geht sie und hat dort Freunde gefunden.

Als Prospera und ihr Mann Patrizius ihren verstorbenen Onkel Deprius beerben, zieht die ganze Familie nach Ätzdorf. Und während ihre beiden Zwillingsbrüder Pamphilius (Pampe) und Palmatius (Palme) sich in dem düsteren Gebäude unglaublich wohl fühlen, gleich als Erstes ein Bad im Spinnenpool nehmen und geheimnisvolle Zaubersprüche aus einem alten Magiebuch ausprobieren, beschließt Polly, dass es nun an der Zeit sei, ihre Familie zu verlassen.

Onkel Deprius' Herrenhaus ist ihr genauso unheimlich wie der Butler Bruno, die Köchin Karla und der Gärtner Gunther, die ebenso zum Erbe gehören wie der geheimnisvolle Hannibal, um den sich die Rottentodds laut Testament zu kümmern haben. Doch als Polly Hannibal kennenlernt, ist sie bereit, ihrer Familie und dem Leben in Ätzdorf noch eine Chance zu geben - ein Entschluss, den sie an ihrem ersten Schultag schon fast wieder bereut. Denn natürlich wird sie gehänselt, als die anderen Schüler mitbekommen, dass Polly mit dem Leichenwagen vorgefahren wird.

Ein bisschen eklig, ein bisschen gruselig und vor allem ungemein lustig ist die Geschichte rund um "Onkel Deprius' dunkles Erbe". Die ungewöhnliche Lebens- und Ernährungsweise der Familie Rottentodd lässt den Leser sich so manches Mal schütteln, wenn er von Zutaten wie Fliegenlarven, Küchenschaben und ähnlichen Dingen auf den Tellern liest. Die Streiche und Zauberversuche von Palme und Pampe hingegen sind sehr amüsant - und zeigen auch, dass es die Zwillinge mit ihrer menschlichen Schwester eigentlich nicht böse meinen.

Es ist dem Autor gelungen, die verschiedenen Charaktere mit wenigen Worten so bildhaft zu beschreiben, dass sie einem schnell ans Herz wachsen. Die ganze Familie Rottentodd ist, samt ihren seltsamen Angewohnheiten, wirklich liebenswert. Trotzdem kann man sehr gut verstehen, dass für Polly das Leben mit diesen ungewöhnlichen Wesen nicht immer ganz einfach ist. Obwohl sie so normal ist, sorgt sie letztendlich in diesem Buch dafür, dass es am Ende zu einer spannenden und gruseligen Szene auf dem Friedhof kommt. Doch auch hier beschreibt Harald Tonollo die unheimlichen Elemente mit so viel Humor, dass selbst das sensibelste Kind nach der Lektüre dieses Romans ohne Angst ins Bett gehen kann.

Die amüsante Geschichte ist nicht nur für Kinder geeignet, die schon selbst lesen können, auch zum Vorlesen kann man "Onkel Deprius' dunkles Erbe" gern heranziehen. Harald Tonollos Erzählweise ist so einfach gehalten, wie es für ein Zielpublikum ab acht Jahren angemessen ist, und trotzdem wird sich selbst der erwachsene Leser an den Eigenheiten der Familie Rottentodd ergötzen und die wunderbaren Illustrationen von Carla Miller und Isabelle Metzen genießen können.

Fazit:

In dem ersten Band rund um die ungewöhnliche Familie Rottentodd, "Onkel Deprius' dunkles Erbe", werden ganz wunderbar eklige und gruselige Momente mit amüsanten Szenen gemischt. Harald Tonollo ist es gelungen, mit einer kindgerechten Mischung aus "The Addams Family" und "The Munsters" einen Roman zu schaffen, der nicht nur für Leser ab acht Jahren, sondern auch für ihre mit- oder vorlesenden Eltern unterhaltsam ist. Die Probleme, die das Mädchen Polly mit seiner Familie hat, für die Madenpudding ein ganz normaler, leckerer Nachtisch ist, werden mit so viel Humor beschrieben, dass man es nach dem Lesen dieses Buches kaum erwarten kann, mit dem zweiten Titel der Reihe, "Der fiese Fall des Hannibal", fortzufahren.
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