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Die letzte Flamme  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Kinder & Jugend
Geschrieben von Konstanze Tants   
Montag, 7. Juli 2008

Die letzte Flamme

3. Band der Reihe

Untergenre: Fantasy
Verlag: Ravensburger
Erschienen: September 2007
ISBN: 978-3-473-35272-2
Preis: 16,95 EUR

475 Seiten
Inhalt
10.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
9.8

Wertung:
9.8
von 10
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Zum Inhalt:

Viel hat der junge Kai erlebt, seitdem sein Dorf von Geisterpiraten überfallen wurde. Inzwischen ist er zum Feuermagier geweiht worden und hat erfahren, dass es seine Aufgabe ist, als Letzte Flamme die böse Nebelkönigin Morgoya davon abzuhalten, die Welt mit ihren Schatten zu überziehen. Doch leicht wird das nicht werden. Hammaburg, die Stadt, in der Kai ein neues Zuhause bei dem Däumlingsmagier Thadäus Eulertin gefunden hat, befindet sich inzwischen in der Hand der Nebelkönigin und auch die Stadt Colona am Rhyn wird von den Schergen Morgoyas bedroht. Vielleicht hätten die letzten freien Völker eine Chance gegen das Böse, doch alte Vorurteile und Machtgelüste machen eine Zusammenarbeit fast unmöglich.

Meinung:

Thomas Finns Roman "Die letzte Flamme" ist der abschließende Band der Jugendfantasy-Trilogie "Die Chroniken der Nebelkriege" und der Autor trumpft in ihm noch einmal richtig auf. Während der zweite Teil, "Der eisige Schatten", im Vergleich zum ersten Roman inhaltlich etwas abfiel, bekommt man hier nun alles geboten, was sich der Fantasyleser nur wünschen kann. Die Geschichte um den letzten Kampf gegen die Nebelkönigin ist spannend, mitreißend und voller Überraschungen.

Kai hat sich vom Zauberlehrling zum ausgewachsenen Feuermagier entwickelt und übernimmt nun eine entscheidende Rolle bei der Verteidigung der Stadt Colona. Als endlich die sehnsüchtig erwartete Magierschaft aus Halla in der Stadt eintrifft, schöpfen der Feuermagier und seine Gefährten ein wenig Hoffnung. Nun sollten sie genügend Macht haben, um die Heerscharen der Nebelkönigin zurückzuhalten. Doch der Erzmagus erweist sich als kalter Mann voller Vorurteile, der anscheinend in erster Linie seine eigenen Interessen verfolgt.

Für Kai, die Elfe Fi, den Drachen Olitrax und die Gargyle Dystariel beginnt eine lange und abenteuerliche Reise, bei der sie nicht nur weiter den Kampf gegen Morgoya führen müssen, sondern auch verzweifelt versuchen, ihren Freund und Lehrmeister Thadäus Eulertin aus den Händen eines bösen Riesen zu befreien. Konnte man sich im zweiten Band der Trilogie noch über die Längen und den immer wieder abfallenden Spannungsbogen beschweren, schafft es Thomas Finn in "Die letzte Flamme", den Leser von einem Höhepunkt zum nächsten reisen zu lassen, ohne ihm dabei viel Zeit zum Atemholen zu gönnen.

Wieder beschreibt der Autor seine magische Welt, die an das mittelalterliche Deutschland erinnert, so, dass man sie sich bis ins Detail vorstellen kann. Doch nicht nur durch das fantastische Umfeld mit all seinen liebevoll dargestellten Kleinigkeiten fasziniert Thomas Finn den Leser, sondern auch durch seine wunderbaren Charaktere, die einem mit jedem Band weiter ans Herz wachsen. Skurrile Gestalten wie der Klabauter Koggs Windjammer und Quiiiitsss der Poltergeist bringen einen zum Schmunzeln, ohne dabei lächerlich zu wirken, und sorgen für ein wenig Licht in einer Welt, die von den Schatten überrannt wird.

Sogar Kai, der in den vorherigen Bänden gegenüber den faszinierenden Nebencharakteren etwas farblos wirkte, macht in diesem letzten Band der "Chroniken der Nebelkriege" eine überzeugende Figur. Der junge Feuermagier handelt verantwortungsbewusst und hat sich zu einer Führungspersönlichkeit entwickelt, der man die Rolle als letzte Hoffnung des Guten auch abnimmt. Schön ist es zudem, dass die Gefährten - wie schon in den bisherigen Bänden - Probleme, die sich ihnen während der Reise in den Weg stellen, meistens nicht mittels ihrer magischen Fähigkeiten, sondern durch Witz und Verstand lösen müssen.

Auch wenn man als erfahrener Fantasyleser oft genug ahnt, was die Geschichte als nächsten Punkt parat hält, hat Thomas Finn in den Abschluss der Trilogie doch eine große Zahl überraschender Wendungen eingebaut und schafft es sogar, alle angefangenen Handlungsfäden aus den vorherigen Romanen zufriedenstellend zu Ende zu bringen. Gerade der Schluss von "Die letzte Flamme" ist eine wunderschöne und unerwartete Auflösung und lässt den Leser mit einem Gefühl der Befriedigung zurück.

Besonders lobend sollte man noch einmal erwähnen, dass es Thomas Finn, der vor allem als Autor von "Das schwarze Auge"-Romanen bekannt wurde, in "Die Chroniken der Nebelkriege" gelungen ist, eine stimmige und überaus liebevoll beschriebene Welt zu erschaffen. In seinem fantastischen mittelalterlichen Deutschland tummeln sich Figuren, die zwar dem Namen nach aus Märchen und klassischen Fantasygeschichten bekannt sind, aber von ihm so wunderbar neu interpretiert werden, dass das Lesen ein reines Vergnügen ist.

Fazit:

"Die letzte Flamme" von Thomas Finn ist ein wunderbarer und überaus überzeugender Abschluss für die Trilogie "Die Chroniken der Nebelkriege". Der Autor hat es nicht nur geschafft, seine liebevoll aufgebauten Charaktere weiterzuentwickeln und sie dem Leser dadurch noch mehr ans Herz wachsen zu lassen, auch die Geschichte entwickelt sich mit einem rasenden Spannungsbogen weiter. Gerade die Tatsache, dass nach einem schwächeren zweiten Band dieser Roman mit überraschend vielen Wendungen und einer unerwarteten Auflösung aufwartet, sorgt für viele spannende und sehr schöne Lesestunden. Nach dieser derart gelungenen Trilogie kann man nur hoffen, dass Thomas Finn die Leser nicht zu lange auf weitere Bücher aus dem Bereich der Jugendfantasy warten lässt.

 
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