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Die Farbe der Angst  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Kinder & Jugend
Geschrieben von Sabine Hut   
Mittwoch, 16. Juli 2008

Die Farbe der Angst

Untergenre: Krimi
Verlag: Thienemann
Erschienen: Januar 2008
ISBN: 978-3-522-18078-8
Preis: 9,90 EUR

140 Seiten
Inhalt
10.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
9.8

Wertung:
9.8
von 10
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Zum Inhalt:

Felix ist tot. Seine Leiche ist im Keller einer Bauruine gefunden worden. Unter mysteriösen Umständen. Tobias, Heiko und Marc wissen etwas. Schließlich waren sie ständig mit Felix zusammen. Doch der Tod ihres Freundes scheint ihnen gleichgültig zu sein. Die Kommissarin, die Felix' Tod aufklären soll, stößt auf eine Mauer des Schweigens. Aber sie lässt nicht locker. Immer wieder nimmt sie die drei in die Zange. Bis die Wahrheit ans Licht kommt ...

Meinung:

Die bei Thienemann erscheinende Reihe "Labyrinthe-Krimis" ist speziell auf Jugendliche zugeschnitten und wird vom Verlag für Leser ab 13 Jahren empfohlen. Der Autor Christoph Wortberg, 1963 in Köln geboren, studierte Germanistik, Geschichte sowie Philosophie. Nach seiner Ausbildung zum Schauspieler und einem Gaststudium an der Hochschule für Fernsehen und Film in München übernahm er diverse Rollen, arbeitete jedoch auch als Regieassistent. Nun lebt er als freier Schriftsteller in Köln und hat schon mehrere Bände der "Labyrinthe-Krimis" verfasst. Der vorliegende Roman, "Die Farbe der Angst", wurde mit dem Hansjörg-Martin-Kriminalpreis 2007 ausgezeichnet.

Wenn es in einer sonst recht ruhigen und gesitteten Gegend einen Toten gibt, kann etwas nicht mit rechten Dingen zugehen. Das zumindest denkt sich wohl die Kommissarin, als sie sich des Falls annimmt. Auf eine Mauer des Schweigens zu stoßen, erschwert die Ermittlungen ungemein und macht gleichzeitig die nicht aussagewilligen Jugendlichen verdächtig. Die Jungen Tobias, Heiko und Marc, die offensichtlich sehr viel Zeit mit dem Opfer verbrachten, haben etwas zu verbergen. Doch oft sind Dinge nicht so wie sie scheinen - und dies zeigt sich auch in diesem Fall mal wieder.

Kurz nachdem Marc in die eigentlich ruhige Gegend gezogen ist, stirbt sein Mitschüler Felix unter mysteriösen Umständen. Natürlich sucht die Polizei fieberhaft nach den Tätern und das einzige Indiz, das weiterhelfen könnte, ist ein Tagebuch, das auf der Brust des Toten gefunden wurde. Selbstmord? Nein, denn er wurde erwürgt. Außerdem finden sich in dem Buch Anhaltspunkte dafür, dass er von drei gleichaltrigen Jungen misshandelt wurde. Er hatte zu ihrer Gruppe gehören wollen und wäre deshalb bereit gewesen, alles zu tun. Die Kommissarin versucht, die Mauer des Schweigens zu durchdringen - was allerdings nicht gerade einfach ist. Doch gibt es in jeder Kette ein "schwaches Glied", das nur gefunden werden muss, um das komplette Gebilde zum Einsturz zu bringen.

Das Buch wird aus der Sicht von Marc erzählt und wechselt kapitelweise zwischen den Verhören mit der Polizistin, die Marc und seine Freunde Heiko und Tobias verdächtigt. Unbarmherzig konfrontiert sie die Jungen mit Details der Tat und liest aus dem Tagebuch vor, das bei dem toten Jungen gefunden wurde. Andere Kapitel beschäftigen sich mit Marcs Leben, das alles andere als ruhig und gemütlich verläuft.

"Die Farbe der Angst" ist ein wirklich spannender und mitreißender Jugendkrimi, der den Leser bis zum Schluss über die Umstände der Tat rätseln lässt. Man tappt gemeinsam mit der Kommissarin im Dunkeln und erfährt erst am Ende der Erzählung die ganze Wahrheit. Und diese ist wirklich verblüffend, denn der Autor Christoph Wortberg hat es geschafft, immer wieder neue Wendungen einzubauen, die den wahren Täter im Verborgenen lassen. Die Auflösung kommt unerwartet und hält eine große Überraschung bereit. Positiv fällt auch auf, dass die Charaktere wie aus dem Leben gegriffen wirken. Tobias und Heiko sind oft recht forsch und vorlaut, Marc hingegen ist der eher ruhige Typ. Der Roman bedient sich einer recht einfachen und nüchternen Schreibweise. Dennoch sollte er nicht an Kinder unter 13 Jahren gegeben werden, da manche Szene für jüngere Leser ungeeignet sein kann.

Die beklemmende Stimmung, die das Buch schafft, zieht den Leser in ihren Bann und lässt ihn nicht mehr los. Bemerkenswert, dass es ein Jugendkrimi schafft, derart zu fesseln. "Die Farbe der Angst" macht Lust auf weitere Krimis der Labyrinthe-Reihe bzw. auf die Romane von Christoph Wortberg.

Fazit:

"Die Farbe der Angst" ist ein spannender Roman, der den Leser von Beginn an zu fesseln weiß. Das Ende lässt sich nicht vorhersehen und überrascht, sodass keine Langeweile aufkommt. Es gibt immer wieder Wendungen, die den Leser auf eine falsche Fährte bringen. Die Charaktere wirken wie aus dem Leben gegriffen, was es besonders für Jugendliche einfach macht, sich mit ihnen zu identifizieren. Junge und jung gebliebene Leser werden große Freude an diesem spannenden Roman haben. Wegen einiger Szenen eignet er sich aber wirklich erst, wie vom Verlag empfohlen, ab 13 Jahren.

 
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