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Die Einhorn-Chroniken 3: Die Schlacht am Weltenbaum  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Kinder & Jugend
Geschrieben von Konstanze Tants   
Freitag, 10. September 2010

Die Einhorn-Chroniken 3: Die Schlacht am Weltenbaum

Originaltitel: The Last Hunt
Übersetzt von: Elke Karl

3. Band der Reihe

Untergenre: Fantasy
Verlag: Loewe
Erschienen: September 2010
ISBN: 978-3-7855-6019-8
Preis: 7,95 EUR

336 Seiten
Inhalt
7.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.1

Wertung:
7.1
von 10
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Zum Inhalt:

Die hasserfüllte Beloved ist mit ihren Jägern in das wundersame Land Kirin eingedrungen. Jetzt hat sie die Chance, die Einhörner ein für alle Mal auszulöschen! Kirins magische Bewohner schweben damit in größter Gefahr: Die Jäger haben bei ihrem rücksichtslosen Einfall ins Land der Einhörner den Weltenbaum schwer verletzt! Und mit ihm liegt auch Kirin im Sterben. Nur erbitterter Widerstand gegen Beloved und die Heilung des Weltenbaums können Kirin retten. Während die Einhörner sich auf die alles entscheidende Schlacht vorbereiten, erbittet Cara Hilfe von Seiten der Drachen. Mehr und mehr Bewohner Kirins verbünden sich, um ihre Welt zu retten, doch die Zeit verrinnt schnell ...

Meinung:

"Die Schlacht am Weltenbaum" ist der dritte Teil der "Einhorn-Chroniken" von Bruce Coville und der Autor lässt die Handlung direkt an dem Punkt weitergehen, an dem die Geschichte in "Das Geheimnis des Flüsterers" endete. Wer sich nicht mehr im Detail an alle Handlungsstränge und Figuren erinnert, wird leichte Probleme haben, in die Geschichte hineinzufinden, denn inzwischen verfolgt der Leser die Abenteuer in der magischen Welt Kirin doch aus sehr vielen Perspektiven.

Den Jägern ist es dank ihrer Ahnenfrau Beloved gelungen, ein Tor nach Kirin zu öffnen und die Welt der Einhörner zu betreten. Dabei wurde der Weltenbaum, der für das Überleben Kirins ungemein wichtig ist, schwer verletzt. Lightfoot, der das Eindringen der Jäger mitansehen musste, flieht auf die Erde, während die restlichen Einhörner mitsamt ihrer neuen Königin Amalia Flickerfoot verzweifelt versuchen, Verbündete im Kampf gegen ihre übermächtige Gegnerschar zu finden.

So macht sich Cara (die sich immer noch nicht daran gewöhnt hat, dass ihre Großmutter Ivy sich als die Königin der Einhörner entpuppt hat) auf, um den Drachen Graumag um Hilfe zu bitten. Mit ihr zusammen reisen der quirlige Skijum und der Greif Medafil, doch auch diese Freunde können das Mädchen nicht vor den Männern beschützen, die Jagd auf sie machen. Während seine Tochter in Kirin in Gefahr schwebt, befindet sich der ehemalige Jäger Ian Hunter immer noch im Regenbogengefängnis.

Obwohl es ihm gegen Ende des zweiten Bandes gelungen war, Caras Mutter in dem magischen Gefängnis zu finden, hat er keine Ahnung, wie er seine Frau befreien soll. Auch seine beiden Mitreisenden, der geheimnisvolle Fallon und der Straßenjunge Rajiv wissen keinen Rat, während den drei Menschen in dieser unwirtlichen Welt so langsam die Zeit davonläuft. Keiner von ihnen hat seit Betreten des Regenbogengefängnisses essen oder trinken können und vor allem der Junge ist inzwischen sehr schwach.

Wenn man bedenkt, dass hier nur ein Teil der Charaktere aufgeführt wird, aus deren Perspektive Bruce Coville die Handlung rund um "Die Schlacht am Weltenbaum" erzählt, ist es wirklich im höchsten Maße bewundernswert, wie gut es dem Autor gelungen ist, den Leser wieder in die Geschichte einsteigen zu lassen. Nur am Anfang muss man immer mal wieder innehalten und nachdenken, was zuletzt mit einer Figur passiert ist und warum sie in genau dieser Situation steckt, in der man sie gerade erlebt.

Trotz all der Perspektivwechsel, die dazu führen, dass man immer nur wenige Seiten lang bei einer Person bleibt, bevor ein anderer Abschnitt der Geschichte weitererzählt wird, reißt einen die aufregende Handlung dieses Romans schnell wieder mit. Der Leser bangt um die liebgewonnenen Figuren, weint um jedes verlorene Einhorn und amüsiert sich über die kleinen Späße des Skijum. Man kann es kaum erwarten, endlich herauszufinden, wie die Auseinandersetzung zwischen den Jägern und den Einhörnern weitergeht - und ob es den schönen und sanften Wesen gelingen wird, weitere Verbündete gegen die Eindringlinge in ihrer Welt zu gewinnen.

Bei einer so fantastischen und fesselnden Handlung und so liebenswerten Figuren gebührt dem Loewe-Verlag eigentlich ein großes Lob dafür, dass er sich bemüht hat, Bruce Covilles aktuellste Geschichte aus der magischen Welt Kirin so schnell wie möglich auf den deutschen Markt zu bringen. Gerade mal drei Monate nach der Originalveröffentlichung hält man als deutscher Kunde "Die Schlacht am Weltenbaum" in den Händen. Umso bedauerlicher ist es, dass dieser Band nur die Hälfte von "The Last Hunt" umfasst, wenn man nach den Seitenzahlen geht. Denn "The Last Hunt" umfasst im Englischen über 600 Seiten, während der vierte deutsche Band nur etwas über 300 Seiten aufweist.

Diese - nicht gerade unübliche - Veröffentlichungspolitik wäre auch noch zu verkraften, wenn die Halbierung nicht zu Lasten des Inhaltes ginge. Denn so klappt der Leser diesen dritten Band der "Einhorn-Chroniken" mit dem unbefriedigten Gefühl zu, dass nicht ein einziger Handlungsstrang zu Ende geführt wurde und man im Prinzip vor dem gleichen Cliffhanger steht wie am Schluss von "Das Geheimnis des Flüsterers". "Die Schlacht am Weltenbaum" ist also im Prinzip nur ein "halbes Buch", und der fehlende Schluss beeinträchtigt den ansonsten hervorragenden Gesamteindruck nachhaltig. Leider ist auch auf der Verlagsseite von Loewe keine Information zu finden, die Auskunft darüber gibt, wann der vierte und abschließende Band der Reihe veröffentlicht wird.

Fazit:

Der dritte Teil der "Einhorn-Chroniken" von Bruce Coville, "Die Schlacht am Weltenbaum", ist genauso spannend und mitreißend wie die ersten beiden Bände. Trotz einer überaus großen Anzahl an Perspektiven, aus denen der Leser die Handlung verfolgt, hat man sich schnell wieder in die Geschichte eingefunden und bangt um die Zukunft der magischen Welt Kirin. Umso bedauerlicher ist der abrupte Schluss des Buches, der vermutlich aufgrund einer Teilung des Originalromans "The Last Hunt" entstanden ist. So legt man "Die Schlacht am Weltenbaum" trotz der aufregenden Handlung mit einem Gefühl der Enttäuschung aus der Hand. Nun bleibt nur zu hoffen, dass der Loewe-Verlag möglichst bald den abschließenden Band dieser Reihe veröffentlicht, damit man endlich erfährt, wie es Cara und ihren Freunden ergehen wird.
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