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Der Sucher  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Kinder & Jugend
Geschrieben von Konstanze Tants   
Samstag, 21. Juni 2008

Der Sucher

Verlag: Otherworld
Erschienen: Oktober 2007
ISBN: 978-3-978-3-9502185-8-9
Preis: 18,95 EUR

345 Seiten
Inhalt
8.0
Preis/Leistung
7.0
Gesamtwertung
7.9

Wertung:
7.9
von 10
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Zum Inhalt:

Tjeri ke Vanamee, ein junger Mann der Wasser-Gilde, will unbedingt Sucher werden. Frech und hartnäckig schafft er es, sein Ziel zu erreichen. Nach einer ungewöhnlichen Ausbildung beim berühmtesten Suche Dareshs tritt Tjeri in den Dienst seiner Gilde. Er wird mit einer geheimen Mission betraut, an der schon viele vor ihm gescheitert sind: Es gilt eine unscheinbare silberne Schale zu finden, die schon seit langer Zeit verschollen ist. Doch dass diese Schale ein todbringendes Geheimnis birgt, verschweigt ihm die Gilde ...

Meinung:

Wer schon Katja Brandis Trilogien "Kampf um Daresh" und "Feuerblüte" gelesen hat, dem wird die Figur des Tjeri ke Vanamee bekannt vorkommen. In beiden Reihen hat der Sucher eine feste Nebenrolle und beeindruckt schon dort durch sein freundliches Wesen. In "Der Sucher" erzählt die Autorin die Vorgeschichte des jungen Mannes aus der Wasser-Gilde und wie er zu einem entscheidenden Faktor in der Geschichte des fantastischen Landes Daresh wurde. Vorwissen aus den beiden Trilogien ist für "Der Sucher" nicht notwendig, aber so manche Gilden-Angelegenheiten werden leichter verständlich, wenn man schon andere Daresh-Romane gelesen hat.

Tjeri kommt erst durch einen Zufall auf den Gedanken, dass eine Ausbildung zum Sucher für ihn die richtige Wahl sein könnte. Da er sich nun endlich zu einem Berufswunsch durchgerungen hat, ist der junge Mann wild entschlossen, sich den besten Meister zu suchen, den es unter den Suchern gibt. Doch der Große Udiko ist gar nicht so begeistert davon, wieder einen Lehrling anzunehmen, und es kostet Tjeri einiges an Mut und Gewitztheit, bis der alte Mann zustimmt, ihn auszubilden.

Liebevoll beschreibt Katja Brandis die verschiedenen Abschnitte in Tjeris Lehrzeit. Sie schildert, wie der Junge aus der Wasser-Gilde lernt, nicht nur mit den Augen zu sehen, und was er alles beachten muss, wenn er einen Auftrag annimmt. Anfangs ist es für ihn unvorstellbar, dass hinter der Suche eines Menschen mehr stecken könne, als man auf den ersten Blick sieht. Doch nicht nur verlorene Gegenstände und Menschen muss Tjeri wiederzufinden in der Lage sein, auch in die Geheimnisse der Traumsuche weiht ihn sein Meister ein.

Nach dem Ende der Lehrzeit wird Tjeri mit einer großen Aufgabe betraut, die ihn weit über die Grenzen seiner Möglichkeiten bringen wird. Außerhalb des Landes der Wasser-Gilde erwarten den jungen Mann Risiken, wie er sie sich vorher kaum vorstellen konnte. Aber nicht nur die Mitglieder der anderen drei Gilden stellen eine Gefahr dar, auch in seiner eigenen Gilde geht nicht alles mit rechten Dingen zu.

Voller Spannung verfolgt der Leser in "Der Sucher", wie Tjeri seinen Weg zwischen der an ihn gestellten Aufgabe und dem ihm eigenen Bedürfnis, anderen zu helfen, finden muss. Dabei bangt man nicht selten um das Leben des jungen Mannes. Er und seine beiden Gefährten aus der Wasser-Gilde müssen sich mit Personen auseinandersetzen, deren Macht ganz Daresh umfasst und vor denen ein einzelner Sucher recht bedeutungslos zu sein scheint.

Doch nicht nur Tjeri kommt in diesem Roman zu Wort. Katja Brandis hat sich hier erstmals entschlossen, auch einem Halbmenschen eine erzählende Rolle zukommen zu lassen. Die Katzenfrau Mi'raela berichtet davon, wie in der Felsenburg - Dareshs Regierungssitz - der heimliche Kampf um die Nachfolgerin der Regentin entbrennt. Als Sklavin muss sie einem der einflussreichsten Männer dienen und nachdem sie sich mit einem Menschenmädchen angefreundet hat, gerät Mi'raela zwischen die Fronten der Politik.

Die Passagen um die Katzenfrau und die Elemente, die von Tjeri erzählt werden, verbinden sich nur langsam zu einem Gesamtbild. Und da einem die beiden Charaktere so gelungen nahe gebracht werden, empfindet man die Wechsel zwischen ihnen anfangs als unangenehmen Bruch in der Geschichte. Doch beide Perspektiven sind so mitreißend erzählt, dass man sich spätestens nach einer halben Seite wieder in der jeweiligen Handlung zurecht findet und sich dem ungetrübten Lesegenuss hingeben kann.

Fazit:

Katja Brandis ist mit "Der Sucher" wieder einmal ein durchgehend unterhaltsamer Roman gelungen. Die beiden Hauptfiguren Tjeri und Mi'raela sind sympathisch beschrieben und wachsen dem Leser schnell ans Herz. Mit viel Humor und voller Spannung erzählt die Autorin die Geschichte der beiden Protagonisten und gibt so einen detaillierteren Einblick in die Vergangenheit Dareshs. Obwohl in diesem Buch viele Dinge näher erläutert werden, die in den vorher geschriebenen Trilogien nur angedeutet waren, benötigt der Leser für den ungestörten Lesegenuss keinerlei Vorwissen. Wer vorher noch keinen der Daresh-Romane gelesen hat, den könnte "Der Sucher" leicht dazu verführen, sich die anderen sechs Bücher auch noch anzuschaffen.

 
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