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Der kleine Häwelmann (Bilderbuch)  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Kinder & Jugend
Geschrieben von Sabine Hut   
Mittwoch, 29. Oktober 2008

Der kleine Häwelmann

Verlag: Loewe
Erschienen: Juni 2008
ISBN: 978-3-785-56471-4
Preis: 3,95 EUR

16 Seiten
Inhalt
7.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.1

Wertung:
7.1
von 10
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Zum Inhalt:

"Mehr, mehr!", ruft der kleine Häwelmann in seinem Kinderbett immerzu. Seine fantastische Reise durch die Nacht, hinaus auf die Straße, durch den Wald und bis hinauf in den Sternenhimmel, soll niemals enden. Wie gut, dass er vom behütenden Mond begleitet wird.

Meinung:

Theodor Storm lebte von 1817 bis 1888 und arbeitete als Jurist und Schriftsteller. Zu seinen bekanntesten Werken zählen unter anderem "Es waren zwei Königskinder" und der "Schimmelreiter". Nachdem er sich 1880 in den Ruhestand zurückgezogen hatte, starb Storm 1888 an Magenkrebs. Die Geschichte um den Häwelmann wurde 1849 von ihm für seinen Sohn geschrieben.

"Der kleine Häwelmann" wurde erstmals 1926 als Kinderbuch aufgelegt, mit Zeichnungen der Illustratorin Else Wenz-Vietor. Wie damals üblich, wurde die Geschichte mit zeitgerechten Zeichnungen versehen. Stellenweise waren sie farbig, stellenweise schwarzweiß, wobei die schwarzweißen Bilder den Alptraum der kleinen Hauptfigur darstellen sollten. In dieser Fassung wurde "Der kleine Häwelmann" zum Kinderbuchklassiker.

Der Häwelmann ist ein kleiner Junge, der frech und so gar nicht brav ist. Er schaukelt gern in seinem Bett und bekommt davon nie genug - ein richtiger kleiner Nimmersatt. Als seine Mutter schon schläft und ihn nicht mehr schaukeln kann, schaukelt er das Bett alleine, bis der Mond ins Fenster schaut und über so viel Wildheit nur mit dem Kopf schütteln kann. Als der kleine Häwelmann aus seinem Hemd ein Segel baut, beginnt für ihn in seinem Bett eine abenteuerliche Reise. Der liebe Mond leuchtet dem kleinen Jungen seinen Weg, der ihn von der Stadt in den Wald führt. Doch in der Stadt schlafen alle Menschen und auch im Wald sind die Tiere in ihren Nestern und Höhlen. Der kleine Häwelmann ist enttäuscht - das hatte er sich ganz anders vorgestellt. Zu guter Letzt verschlägt es den kleinen Jungen bis hoch an den dunklen Himmel, wo viele Sterne leuchten. Doch auch der Mond und die Sterne müssen irgendwann schlafen gehen und so wird es dann plötzlich ganz dunkel und ein kleines Desaster geschieht.

Sicherlich können sich viele Kinder mit dem Häwelmann identifizieren. Denn auf Erwachsene (oder wie im Buch auf den Mond) zu hören, fällt nicht immer leicht - und zu oft wäre es schöner, etwas anderes zu machen, als einem gesagt wird. Doch wie auch im richtigen Leben gehen solche Alleingänge selten gut aus. Die Geschichte endet damit, dass der Vorleser und der kleine Zuhörer dem Häwelmann zu Hilfe kommen. So lernen auch die Kinder, dass es oft besser ist, auf andere zu hören. Der gute Mond ist nett und freundlich zum kleinen Häwelmann, doch dieser will immer nur "Mehr, mehr!". Die (böse) Sonne bestraft ihn deshalb für seine unerzogene Art. Zu der Zeit, als diese Geschichte geschrieben wurde, wurden Kinder stark autoritär erzogen. Es gab klare Grenzen, die einzuhalten waren. Wurden sie überschritten, lernten die Kinder die Erziehung von ihrer härtesten Seite kennen. Den Part des "Bestrafers" übernimmt hier die Sonne - doch diese Feinheiten dürften den kleinen Zuhörern verborgen bleiben, da sie in diesem Alter zu schwer verständlich sind.

Die Geschichte wurde bei dieser Ausgabe leider stark gekürzt, wodurch einiges an Text und auch an Zusammenhängen verloren geht. Dass man zusätzlich die altertümliche Sprache Theodor Storms für die heutige Zeit abgeändert hat, dürfte hingegen den Kindern zugute kommen. Es gibt somit keine unbekannten Begriffe, die von den Eltern erklärt werden müssten. Die Zeichnungen sind hübsch geworden, denn sie sind bunt und haben kindliche Züge. Vor allem der Mond in seinem langen, blauen Mantel ist wirklich niedlich. Die dicken Pappseiten eignen sich auch zum Ansehen für kleinere Kinder, die dünne Seiten noch nicht fassen können.

Fazit:

Theodor Storms Geschichte "Der kleine Häwelmann" ist gut für kleine und große Kinder geeignet. Schade ist nur, dass sie in dieser Fassung so stark gekürzt wurde. Die Illustrationen hingegen sind sehr gelungen. Kindgerecht und bunt animieren sie zum Ansehen und Lesen. Die Geschichte um den kleinen Häwelmann wird manches Kind an seinen eigenen kleinen Trotzanfall erinnern, was natürlich so gewollt ist. Denn wie im richtigen Leben geht auch hier der Alleingang nicht wirklich gut aus. Die Erzählweise wurde an die heutige Zeit angepasst, was zusätzliche Erklärungen erspart. Und durch die dicken Pappseiten sind auch kleine Kinderhände in der Lage, ohne Probleme umzublättern.
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