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Der eisige Schatten  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Kinder & Jugend
Geschrieben von Konstanze Tants   
Donnerstag, 1. Mai 2008

Der eisige Schatten

2. Band der Reihe

Untergenre: Fantasy
Verlag: Ravensburger
Erschienen: März 2007
ISBN: 978-3-473-35269-2
Preis: 16,95 EUR

505 Seiten
Inhalt
7.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.1

Wertung:
7.1
von 10
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Zum Inhalt:

Schon einmal hat der Zauberlehrling Kai die Pläne der bösen Nebelkönigin Morgoya vereiteln können, als sie versuchte, die Stadt Hammaburg unter ihre Herrschaft zu bringen. Nun stehen Kai und seine Freunde vor einer neuen Herausforderung, als vor dem Hammaburger Hafen ein treibendes Schiff geborgen wird. Das Schiff ist vollkommen mit Eis überzogen und die Mannschaft wird tot aufgefunden. Nur ein Passagier auf dem Segler hat überlebt. Zu Fis großer Freude stellt sich dieser als ihr alter Freund Gilraen heraus.

Noch bevor Kai das Rätsel um Giraens Überleben und seine Reise nach Hammaburg lösen kann, wird er mit seinem Meister, dem Däumlingszauberer Thadäus Eulertin, zu einem Zauberkonzil der Feenkönigin Berchtis gerufen. Die Feenkönigin hofft, auf diesem Konzil einen Weg zu finden, den Kontinent vor der Nebelkönigin und ihren Schergen zu retten. Doch nachdem Kai und seine Gefährten viele Gefahren überstanden haben, um das Feenreich zu betreten, müssen sie feststellen, dass ihre Gegner ihnen zuvorgekommen sind.

Meinung:

Der zweite Teil von Thomas Finns "Chroniken der Nebelkriege" mit dem Titel "Der eisige Schatten" leidet ein wenig darunter, der mittlere Teil einer Trilogie zu sein. Hier stößt der Leser auf einige Längen in der Geschichte, die das Lesevergnügen trüben. Die Erzählung bewegt sich nicht wirklich vorwärts und erst gegen Ende werden Geheimnisse aufgedeckt, deren Lösung sich der aufmerksame Leser schon in der ersten Hälfte des Buches zusammenreimen konnte.

Vielleicht liegt es daran, dass der Autor so sehr in die von ihm beschriebene Welt vertieft ist, dass er wirklich alles zeigen möchte. Der Leser bekommt jedes Detail, jeden ungewöhnlichen Ort und jedes zauberhafte Element vor Augen geführt. Dabei ist jeder einzelne Teil der Geschichte für sich genommen auch sehr unterhaltsam, bietet lustige und spannende Erlebnisse, während die Reise der Protagonisten quer durch ein mittelalterliches und fantastisches Deutschland führt.

Von Hammaburg (Hamburg) über die Harzenen Berge (der Harz mitsamt dem Brocken) über die Schwarzen Wälder (Schwarzwald) bis zum Albtraumgebirge (Alpen) müssen die Gefährten eine wirklich abenteuerliche Reise bestehen. Immer wieder wird die Stimmung getrübt durch das zwiespältige Verhältnis zwischen dem Zauberlehrling Kai und dem Elfen Gilraen. Doch ein neuer Handlungsbogen entsteht dabei nicht und so zieht sich das Ganze ein wenig mühsam dahin.

Doch trotz aller Kritikpunkte ist es ein Genuss, mehr über das Leben der Däumlinge zu erfahren und zu sehen, wie sie mit den anderen - für sie riesigen - Arten zusammenarbeiten müssen. Auch der Blick hinter die Kulissen des Zwergenkönigreichs ist wirklich reizvoll, während Kais Ritt auf einem Eichhörnchen dem Leser fast den Magen umdrehen lässt vor lauter Aufregung. Thomas Finn schafft es auch hier, den Leser mit seinen Figuren zu bezaubern. Stimmig beschreibt er die Freuden und Leiden der ersten großen Liebe, die der Leser zusammen mit Kai durchleben darf, oder bringt einen zum Staunen mit dem Anblick seiner wunderbar durchdachten magischen Welt.

So wie der Kampf gegen das Böse ernsthafter wird, so wird auch der Leser mit mehr Gräueltaten und mehr Toten konfrontiert, was dem Buch aber ganz gut tut. Auch die Gegner werden gruseliger und herausfordernder für die Gefährten und bieten einigen Raum für spannende und mitreißende Kampfszenen, die dem Autor sehr gut gelungen sind. Nach dem sich eher in die Länge ziehenden Verlauf der Geschichte weiß Thomas Finn mit seinem spannenden und überraschenden Ende dann doch wieder, den Leser zu überzeugen und auf den letzten Band der Trilogie hinfiebern zu lassen.

Ein Hinweis für den Leser, der sich nicht die Spannung nehmen lassen möchte: Leider verrät der Klappentext von Ravensburger viel zu viel über die Handlung des Romans. Daher empfiehlt es sich, diesem zugunsten des Lesevergnügens keine Beachtung zu schenken.

Fazit:

Auch der zweite Teil der "Chroniken der Nebelkriege" weiß zu unterhalten. Doch leider fällt "Der eisige Schatten" im Vergleich zum ersten Band "Das unendliche Licht" aufgrund des mangelnden Spannungsbogens ein wenig ab. Trotzdem hat es Thomas Finn mit diesem Buch geschafft, seine Charaktere weiterzuentwickeln und dem Leser noch mehr ans Herz wachsen zu lassen. Auch sorgt die liebevolle und einzigartige Ausarbeitung eines stimmigen mittelalterlichen und fantastischen Deutschlands für eine erfrischende Abwechslung im Bereich der Fantasyliteratur.

 
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