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Das unendliche Licht  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Kinder & Jugend
Geschrieben von Konstanze Tants   
Donnerstag, 20. März 2008

Das unendliche Licht

1. Band der Reihe

Untergenre: Fantasy
Verlag: Ravensburger
Erschienen: Juli 2006
ISBN: 978-3-473- 335260-9
Preis: 16,95 EUR

444 Seiten
Inhalt
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
8.0

Wertung:
8.0
von 10
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Zum Inhalt:

Gerade hat Kai seine Lehrzeit als Irrlichtjäger beendet, als sein Dorf von Geisterpiraten überfallen wird. Der Junge versucht verzweifelt, seine Großmutter und das Dorf zu beschützen und entfesselt dabei Kräfte, wie sie sonst kein Irrlichtjäger zuvor herbeirufen konnte. Trotz all seiner Anstrengungen scheitert Kai an der Übermacht der Angreifer und verliert alles, was sein Leben ausgemacht hat. Mit dem Gaukler Fi, der Kai auch schon bei der Verteidigung des Dorfes beistand, macht sich der junge Irrlichtjäger auf in die Stadt Hammaburg. Dort hofft er auf Informationen zu den Geisterpiraten zu stoßen und mehr über seine neuen Kräfte zu erfahren. Zum Glück erklärt sich der Hammaburger Däumlingszauberer Thadäus Eulertin dazu bereit, Kai auszubilden, bis dieser seine neuen Fähigkeiten beherrscht.

Meinung:

Mit "Das unendliche Licht", dem Auftakt der "Chroniken der Nebelkriege", schuf Thomas Finn ein erfrischend anderes Fantasybuch für Jugendliche. Vor der Kulisse eines mittelalterlichen, fantastischen Hamburgs, welches als Hammaburg beschrieben wird, erleben die Figuren große Abenteuer, um die Stadt vor den Schergen der Nebelkönigin Morgoya zu schützen. So wie Hammaburg sein Gegenstück auf der realen Deutschlandkarte hat, so haben auch die anderen im Roman erwähnten Orte ihr Vorbild, wodurch sich schnell eine klare Vorstellung von der Umgebung ergibt, die durch liebevolle Beschreibungen noch vertieft wird.
Gerade Hammaburg ist so detailliert dargestellt, dass der Leser das Gefühl hat, sich tatsächlich in der alten Speicherstadt zu bewegen.

Die Verbindung von realen Städten mit fantastischen Begebenheiten ist nichts Neues im Fantasybereich und auch die auftauchenden magischen Wesen kommen dem Leser auf den ersten Blick vertraut vor. Da trifft man auf Poltergeister, Klabauter, Elfen und Zwerge, die aber von Thomas Finn so individuell beschrieben werden, dass sie nicht nur ein stimmiges Gesamtbild einer fantastischen Gesellschaft darstellen, sondern die Erwartungen des Lesers immer wieder übertreffen. Wenn man von der Ähnlichkeit der Geisterpiraten mit denen aus dem "Fluch der Karibik" absieht, findet der Fantasyleser in diesem Roman keines der üblichen Klischees, sondern eine ganz eigenständige und überzeugende Welt.

Auch die Charaktere sind dem Autor wunderbar gelungen. Der Leser leidet mit der Hauptfigur Kai mit, dessen Leben sich innerhalb eines Tages von einem Moment des Triumphs in ein absolutes Trümmerfeld verwandelt. Nur langsam findet sich der Junge damit zurecht, dass von nun an alles anders sein wird. Die Tatsache, dass er dabei auch noch mit seinen neu entdeckten Fähigkeiten fertig werden muss und eine Menge seltsamer neuer Freunde und Verbündeter kennen lernt, machen ihm dies auch nicht immer einfacher.

Nicht selten kann man sich ein Grinsen kaum verkneifen, wenn Kai mal wieder mit beiden Füßen in ein Missgeschick stolpert oder der Klabauter Koggs Windjammer anfängt, Seemannsgarn zu spinnen. Auch der Hausdiener-Poltergeist Quiiiitsss sorgt abwechselnd für Amüsement und das Bedürfnis, ihn einmal kräftig durchzuschütteln. Kein Zweifel, die Nebenfiguren schließt man besonders ins Herz. Der Gaukler Fi, der im Auftrag Meister Eulertins unterwegs ist, und auch die geheimnisvolle Dystariel, bei der jedes neue Informationsstückchen zu weiteren Fragen über ihren Hintergrund führt, sind so liebevoll beschrieben, dass man unbedingt mehr über sie lesen möchte.

Nur indem all diese wunderbaren Figuren zusammenhalten und ihre einzigartigen Fähigkeiten einsetzen, können sie die Stadt Hammaburg davor bewahren, von der bösen Nebelkönigin Morgoya übernommen zu werden. Doch so leicht sind die Anhänger der Nebelkönigin nicht zu erkennen und nicht selten müssen Kai und seine Freunde feststellen, dass Personen, die sie für Verbündete gehalten haben, im Dienste des Feindes stehen. "Das unendliche Licht" bietet spannende Unterhaltung voller Fantasie, Intrigen und Abenteuer, auch wenn einige Wendungen in der Geschichte schon früh abzusehen sind. Ein Hinweis für den Leser, der sich nicht die Spannung nehmen lassen möchte: Leider verrät der Klappentext von Ravensburger viel zu viel über die Handlung des Romans. Von daher empfiehlt es sich, zugunsten des Lesevergnügens dem Klappentext keine Beachtung zu schenken.

Fazit:

Thomas Finn hat mit "Das unendliche Licht" einen kurzweiligen und spannenden Roman geschaffen, der Lust auf die Folgebände der Trilogie "Die Chroniken der Nebelkriege" macht. Angenehm hebt sich dieses Buch von der Masse der fantastischen Jugendliteratur ab, da es dem Autor gelungen ist, aus realen historischen Schauplätzen und bekannten fantastischen Wesen etwas Überraschendes und Neues zu schaffen. Vor allem die Darstellung der verschiedenen Charaktere ist Thomas Finn so überzeugend gelungen, dass sie dem Leser schnell ans Herz wachsen und man einfach mit ihnen mitfiebern muss.

 
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