Banner bookdepository.com

Calaspia - Die Verschwörung  Redaktionstipp Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Kinder & Jugend
Geschrieben von Konstanze Tants   
Mittwoch, 17. September 2008

Calaspia - Die Verschwörung

Originaltitel: Conspiracy of Calaspia
Übersetzt von: Frank Böhmert

Reihe: Calaspia
1. Band der Reihe

Untergenre: Fantasy
Verlag: rororo rotfuchs
Erschienen: März 2008
ISBN: 978-3-499-21453-0
Preis: 16,95 EUR

720 Seiten
Inhalt
8.0
Preis/Leistung
9.0
Gesamtwertung
8.1

Wertung:
8.1
von 10
Jetzt kaufen



Zum Inhalt:

Als der 16-jährige Bryn Bellyset mit ansehen muss, wie sein beschauliches Dorf Quivelda von den angeblich vertriebenen Monstern Ostentum überfallen wird, bleibt ihm keine Wahl: Gemeinsam mit seinen Freunden stellt er sich tödlichen Gefahren, um die undurchsichtigen Pläne des Feindes zu durchkreuzen. Warum sind die Barue, ein friedliebender Stamm mit der Fähigkeit, Emotionen zu erspüren, Ziel der Zerstörung geworden? Welche finstere Macht steckt hinter dem verworrenen Komplott, das keiner Logik zu folgen scheint? Niemand will glauben, was der kurzsichtige Zwerg Galar mit eigenen Augen gesehen hat: Aus dem Gipfel des Wahnsinns droht eine alles vernichtende Energie auszubrechen und Calaspia endgültig zu überschwemmen.

Meinung:

Romane, die von jugendlichen Autoren geschrieben wurden, werden oft angepriesen als angesichts des Alters der Schriftsteller überraschend gute Arbeiten oder gar als Wunderwerk eines jugendlichen Genies. Doch unabhängig davon, dass die Brüder Suresh und Jyoti Guptara beim ersten Entwurf ihrer Geschichte elf und bei der Veröffentlichung achtzehn Jahre alt waren, ist "Calaspia - Die Verschwörung" einfach ein unterhaltsamer Roman. Eine enge Verbindung der Autoren zur klassischen englischen Fantasyliteratur kann man anhand der Geschichte genauso nachweisen wie eine Schwäche für Pen&Paper-Rollenspiele, doch durch diese Mischung aus altvertrauten Elementen haben die Brüder Guptara einen erfrischenden Roman geschaffen.

Der Swigny-Brauer Bryn Bellyset will nach langer Abwesenheit eigentlich nur mit seinen Freunden aus dem Dorf Quivelda sein Wiedersehen feiern, als eine Gruppe Ostentum die Ansiedlung überfällt und fast alle Dorfbewohner gefangen nimmt. Neben der großen Gefahr für die Barue, die Bryn und seinem besten Freund Mittni am Herzen liegen, ist es ein unglaublicher Schock, dass die ausgestorben geglaubten Ungeheuer wieder in Calaspia auftauchen.

Die Barue versuchen, ihre Verwandten und Freunde aus der Gefangenschaft zu retten, und geraten dabei immer wieder in Lebensgefahr. Und während sie um das Überleben kämpfen, steht immer die Frage im Raum, warum gerade Quivelda von den Monstern überrannt wurde und warum gerade die Barue gefangen genommen wurden. Zum Glück finden Bryn und seine Freunde neue Verbündete in den geheimnisvollen Nephelim und den noch rätselhafteren Plimpe. Auch der berühmte Zwergenkrieger Galar schließt sich der Gruppe um Bryn und Mittni an.

Neben der Rettung der gefangenen Barue ist es von größter Wichtigkeit, den Imperator zu warnen, dass - wie schon vor vielen Jahren - Ostentum wieder über Calaspia herfallen. Damals hatten es die vereinigten Völker des Imperiums nur mit Mühe und Not geschafft, das Land vor dem dämonischen Ayactan und seinem bösen Gezücht zu bewahren. Viele Kämpfer hatten damals ihr Leben lassen müssen, und nur langsam hat sich Calaspia von den Zerstörungen dieses Krieges wieder erholt.

Gejagt von den Ostentum und den sie begleitenden Monstern, macht sich eine kleine Gruppe auf, um den Imperator vor der neuen Gefahr zu warnen. Diese Reise bietet den Autoren eine gute Möglichkeit, dem Leser ihre fantastische Welt vorzustellen. Klassische Fantasyelemente mischen sich hierbei mit modernen Erfindungen - die allerdings in diesem Fall auf Magie basieren. So begegnet man zum Beispiel einer Personenerfassungs-Maschine, die mittels Magie von Körpergröße und Gewicht bis zu den Fingerabdrücken alle Daten aufnimmt und speichert. Diese ungewohnten Geräte sind mit so viel Humor in die Geschichte aufgenommen worden, dass man sie in der klassischen Fantasygeschichte kaum als Bruch empfindet.

Auch die verschiedenen Charaktere wurden in all ihren Stärken und Schwächen von Suresh und Jyoti Guptara liebevoll ausgearbeitet. Es fällt auf, dass erstaunlich wenige Frauenfiguren in "Calaspia - Die Verschwörung" aktiv werden, doch dieser Mangel führte auch dazu, dass die jugendlichen Autoren angenehmerweise auf den Einbau einer überflüssigen Liebesgeschichte verzichten konnten. Stattdessen verfolgt der Leser, wie Bryn, Mittni und dessen Geschwister Telseara und Dordios an ihren Aufgaben wachsen und - trotz aller Ängste und Unsicherheiten - ihren Weg in einer immer komplizierter werdenden Welt finden.

Besonders ansprechend ist nicht nur der Humor, der den ganzen Roman durchzieht, sondern auch, dass der Leser sich ab der Mitte des Buches kaum noch sicher sein kann, wer von den neu eingeführten Charakteren nun zu den Guten oder zu den Bösen gehört. Erst ganz am Schluss wird aufgeklärt, was hinter den Überfällen durch die Ungeheuer und den Intrigen im Imperium steckt. Hier wäre es zwar nicht nötig gewesen, in allen Details aufzuzeigen, welche Handlungen zu welchen Folgen führen sollten, aber das kann man als ein Zugeständnis an die junge Zielgruppe des Romans werten und verzeihen. Trotzdem bleiben noch genügend Fragen für den Leser offen, um sich auf den nächstes Jahr erscheinenden zweiten Band der Calaspia-Reihe zu freuen.

Fazit:

Die Geschichte, die dem Leser in "Calaspia - Die Verschwörung" erzählt wird, ist vielleicht nicht neu, aber dafür von Suresh und Jyoti Guptara mit angenehmem Humor, spannenden Wendungen und sympathischen Charakteren versehen worden. Gerade die Frage nach den Hintergründen der Übergriffe durch die Ostentum und die Entwicklung der verschiedenen Charaktere ziehen den Leser in ihren Bann. Auch wenn gegen Ende des Buches vielleicht ein wenig zu viel erklärt wird, bleiben doch noch genügend offene Erzählstränge, um der im nächsten Jahr erscheinenden Fortsetzung entgegenzufiebern.

 
Copyright © 2008-2017 by booklove.de. Alle Rechte vorbehalten.