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Hendrikje, vorübergehend erschossen  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Humor
Geschrieben von Sabine Hut   
Freitag, 21. März 2008

Hendrikje, vorübergehend erschossen

Verlag: dtv
Erschienen: November 2007
ISBN: 978-3-423-21031-7
Preis: 7,95 EUR

216 Seiten
Inhalt
10.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
9.8

Wertung:
9.8
von 10
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Zum Inhalt:

Hendrikje ist das, was man mit Fug und Recht einen Pechvogel nennen kann. Zielsicher tritt sie in jedes Fettnäpfchen, das ihren Weg kreuzt. Das ganze Unheil der Welt scheint sich auf sie zu konzentrieren. Gibt es nicht überall solche Menschen? Hendrikje erzählt ihre Geschichte - auf zum schreien komische Weise.

Meinung:

Man muss Hendrikje einfach lieben! Sie ist Malerin und hat in einem Cafe gejobbt. Gerade sitzt sie allerdings im Gefängnis, weil sie eineinhalb Menschen umgebracht hat. Bitte? Eineinhalb?

Doch von Anfang an: Hendrikjes Leben war noch nie sonderlich spannend und gemocht hat sie es auch nicht. Sie ist Malerin, kann davon aber noch nicht leben. Außerdem kellnert sie in einem Café - ein Job, den sie wahrlich hasst. Ihre Chefin ist eine Furie, viele Gäste sind einfach nur unmöglich und überhaupt würde sie viel lieber nur malen. Doch eines Tages meint es das Schicksal gar nicht gut mit Hendrikje und wirft ihr Leben gehörig durcheinander.

Es ist Weihnachten und ihre geliebte Oma sitzt tot am Gabentisch, ihre Galerie brennt bis auf die Grundmauern ab und mit dieser alle dort untergebrachten Bilder. Dabei hätte Hendrikje in ein paar Monaten ihre erste Ausstellung gehabt. Mit einem Schlag hat sie über 100 000 Euro Schulden am Hals. Ihr "Nicht"-Freund/Geliebter trennt sich von ihr. Doch mit diesen Geschehnissen fängt die ganze Misere gerade erst an. Denn es entwickeln sich die größten Probleme, die Hendrikje je hatte.

Wer kein Mitleid mit Hendrikje bekommt, der hat einfach kein Herz. Oft denkt man sich als Leser, dass es doch bald gut sein müsse, schließlich hat die Arme schon so viel Schlechtes erlebt, doch immer gerät sie in noch größere Schwierigkeiten. Der Hauptteil des Buches wird rückblickend erzählt, bei einer Sitzung mit der Gefängnispsychologin. Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten, aber genau das passt zu dem verkorksten Leben von Hendrikje. Sie ist einfach unfreiwillig komisch und auch schrecklich naiv. "Mensch Hendrikje, mach die Augen auf!", denkt der Leser oft, denn in viele Begebenheiten rennt sie so blauäugig hinein, dass man es kaum glauben kann.

Die Charaktere sind sympathisch und vor allem Hendrikje wächst dem Leser von Beginn an ans Herz. Dieses Buch ist fast ein Muss für alle, die gerne lächeln. Hinterher sieht das eigene Leben (ganz egal, wie blöd es gerade auch laufen mag) schon gar nicht mehr so schlimm aus. Denn spätestens nach Lektüre dieses Romans weiß man: Es könnte auch schlimmer sein!

Fazit:

Ein einfach geschriebenes Buch mit einer herzzerreißenden, aber auch schreiend komischen Geschichte. Der Leser trifft auf sympathische Charaktere und jede Menge Durcheinander. Dennoch trifft der Roman mitten ins Schwarze, denn manchmal ist das Leben einfach ungerecht. In diesem Fall konzentriert sich das gesamte Pech offensichtlich gerade auf Hendrikje. Ein Umstand, der sie zwar zum Verzweifeln bringt, dem Leser aber Lachtränen in die Augen treibt.
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