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Generation Doof  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Humor
Geschrieben von Sabine Hut   
Donnerstag, 1. Mai 2008

Generation Doof

Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: Februar 2008
ISBN: 978-3-40460-5-965
Preis: 8,95 EUR

300 Seiten
Inhalt
7.0
Preis/Leistung
7.0
Gesamtwertung
7.0

Wertung:
7.0
von 10
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Zum Inhalt:

Niklas glaubt, der Dreisatz wäre eine olympische Disziplin. Latoya kennt drei skandinavische Länder: Schweden, Holland und Nordpol. Und Tamara-Michelle hält den Bundestag für einen Feiertag. Einzelfälle? Mitnichten. Eine ganze Generation scheint zu verblöden. Der Staatsanwalt von nebenan erzieht seine Kinder mit der Spielkonsole. Germanistikstudenten sind der deutschen Sprache nicht mehr mächtig. Eine Karriere als Popstar erscheint dem Bäckerlehrling verlockender als eine solide Ausbildung.

Meinung:

"Generation Doof"? Dieser Buchtitel springt ins Auge, genau wie das Cover-Motiv. Aber eigentlich ist das gar nicht so sehr zum Lachen - schließlich gehören wir selbst dieser Generation an. Die Verfasser des Buches versammeln unter ihrem reißerischen Titel großzügig alle 15- bis 45-jährigen. Die PISA-Studie fiel weniger positiv aus als erhofft und auch bei sonstigen Wissenstests im Fernsehen macht diese besondere Generation immer wieder von sich Reden. Nach der "Generation Golf" folgt jetzt also die "Generation Doof"? Ist es wirklich so, dass wir alle dazu gehören oder handelt es sich eher um eine kleine Minderheit, die unsere Generation immer wieder ins schlechte Licht rückt?

Wer bei dem Buch aber eine schonungslose Abrechnung mit der "Generation Doof" erwartet, irrt sich. Denn oft sind die Begebenheiten einfach zu oberflächlich beschrieben und zu sehr darauf getrimmt, witzig zu sein. Wobei es auch immer wieder wirklich lustige Anekdoten zu lesen gibt, die man aus dem eigenen Leben nachvollziehen kann. Wer kennt sie nicht, die Prolls, die nicht einen Satz richtig auf die Reihe bekommen und wo jedes zweite Wort "Altaaa" ist? Oder beispielsweise die jugendlichen Erstwähler, die Stefan Raab in "TV Total" befragt hat. Prinzipiell kann einem da schon Angst und Bange werden, denn diese Menschen sind unsere Zukunft. Doch sicherlich kann man nicht alle Angehörigen der Altersgruppe von 15 bis 45 über einen Kamm scheren.

Manchmal erkennt man sich im Text selbst wieder. Jeder dürfte ab und zu abends gern mal eine Couch-Potatoe und froh sein, das Essen bestellen zu können, um nicht selbst kochen zu müssen. Dabei handelt es sich aber wohl um kein spezifisches Generationsproblem. Die Zeit heute ist nun mal anders und früher konnte man sich das Essen eben noch nicht einfach schnell per Telefon ordern und vorbeibringen lassen. Oft verfällt das Buch also auch in Vorurteile bzw. versucht lustiger zu sein, als es im Endeffekt ist. Wirklich schade, dass diese Versuche des krampfhaften Witzigseins das Lesen etwas behindern. Das Buch baut nämlich auf einer wirklich guten Grundlage auf, aus der man wesentlich mehr hätte machen können.

Fazit:

Leider wurde nicht mehr aus dem brisanten Grundstoff der "Generation Doof" gemacht. Eine leichte und zeitweilig auch recht amüsante Lesereise kann man mit dem Buch trotzdem unternehmen. Manches Mal erkennt man sich selbst wieder, wobei es sich dann eher um Situationen handelt, die nicht wirklich in erster Linie generationsbedingt sind. Hier wäre eine etwas differenziertere Betrachtungsweise schön gewesen.
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