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Der Gesang der Klinge  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Horror
Geschrieben von Sabine Hut   
Donnerstag, 1. Mai 2008

Der Gesang der Klinge

Originaltitel: My Swordhand is Singing
Übersetzt von: Renate Weitbrecht

Verlag: dtv
Erschienen: Februar 2008
ISBN: 978-3-42362-3-391
Preis: 7,95 EUR

202 Seiten
Inhalt
9.0
Preis/Leistung
9.0
Gesamtwertung
9.0

Wertung:
9.0
von 10
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Zum Inhalt:

Irgendwo im Osteuropa des 17. Jahrhunderts: Als Peter mit seinem wortkargen Vater Tomas in den Ort Chust zieht, ahnt er nicht, dass furchterregende Ereignisse bevorstehen. Warum hackt sein Vater einen Graben in den gefrorenen Boden, so dass ihre Hütte von fließendem Wasser umgeben ist und eine kleine Insel bildet? Und warum schleppt er eine abgenutzte Holzkiste überallhin, deren geheimnisvollen Inhalt Peter nicht sehen darf? Als Zigeuner ihr Lager unweit des Ortes aufschlagen und sich als Vampirjäger entpuppen, beginnt Peter langsam zu begreifen, dass Chust eine dem Tod geweihte Gemeinde ist - wo die Toten zurückkehren, um blutige Rache an den Lebenden zu nehmen. Umso überraschter ist Peter, dass sein Vater auf einmal eine erstaunliche Wandlung durchmacht - von einem desillusionierten, verbitterten Mann zu dem sagenumwobenen Krieger, der er einmal war, der alles daran setzt, nicht nur seinen Sohn, sondern auch Chust zu retten.

Meinung:

Peter hatte es nie wirklich leicht. Seine Mutter starb bei seiner Geburt und genau das steht noch heute wie ein stummer Vorwurf zwischen ihm und seinem Vater Tomas. Der trinkt seit diesem Tag und ist für nicht mehr wirklich viel zu gebrauchen. Außerdem scheint er ein Geheimnis zu haben, denn er besitzt eine Truhe, in die Peter nie reinschauen durfte. Außerdem waren Peter und Tomas nie wirklich irgendwo sesshaft. Ob dies einen Grund hat, den es zu klären gibt?

Der Leser wird schon zu Beginn des Buches in die spannende Handlung hineingeworfen. Ohne viel Gerede findet man sich in einer brisanten Situation wieder, auf der sich das gesamte Buch aufbaut. Da der Roman gerade einmal 202 Seiten umfasst, ist für viel Drumherum, Liebesromanzen oder auch einen normalen Handlungsstrang nicht viel Platz. "Der Gesang der Klinge" bleibt von der ersten bis zur letzten Seite spannend. Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten, zeitweise etwas nüchtern, passt aber wunderbar zu diesem Roman. Auch wird alles sehr schaurig beschrieben, wodurch es zeitweise zu wirklich unheimlichen Passagen kommt. Es ist beim Lesen fast so, als würde man sich in einem Horrorfilm befinden.

Die Handlung verläuft so gut wie immer anders als gedacht und bleibt für den Leser daher unvorhersehbar. Genau dies macht den Roman so spannend und gruselig. Wer hier keine Gänsehaut bekommt, ist selbst schuld. Die Situationen, in denen sich z.B. Peter befindet, werden so klar und überzeugend beschrieben, dass man als Leser fast das Gefühl hat, die toten Hände würden nach einem selbst greifen. Die South China Morning Post schrieb über das Buch: "... beunruhigend wie ein frischer Blutstropfen im Neuschnee." Eine hervorragende Beschreibung, denn dieses Gefühl bleibt selbst nach Beenden des Romans noch einige Zeit bestehen.

Fazit:

"Der Gesang der Klinge" ist ein wunderbar kühles, gruseliges und aufregendes Buch, das einen beunruhigenden Nachgeschmack beim Leser zurücklässt. Die Geschichte wird fesselnd und lebendig beschrieben und bleibt über weite Strecken kaum vorhersehbar. Ein wirkliches Lesevergnügen und nichts für schwache Nerven.
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