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Dead Zone  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Horror
Geschrieben von Sabine Hut   
Freitag, 21. März 2008

Dead Zone

Originaltitel: Dead Zone
Übersetzt von: Alfred Dunkel

1. Band der Reihe

Verlag: Heyne
Erschienen: Oktober 2007
ISBN: 978-3-453-43272-7
Preis: 8,95 EUR

608 Seiten
Inhalt
7.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.1

Wertung:
7.1
von 10
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Zum Inhalt:

Johnny erwacht nach fünf Jahren aus dem Koma und besitzt auf einmal hellseherische Fähigkeiten. Als er einem Politiker die Hand schüttelt, hat er die Vision, dass dieser als zukünftiger US-Präsident den Dritten Weltkrieg auslösen wird. Johnny ringt mit seinem Gewissen und beschließt ein Attentat ...

Meinung:

Erstmals wurde Dead Zone 1979 in Großbritanien veröffentlicht und gehört somit zu Kings früheren Werken. Gerade deshalb ist es wohl auch eines seiner besseren.

Mit Johnny fühlt der Leser sehr bald mit. Wie vor den Kopf gestoßen kommt er sich vor, als er bemerkt, dass er die Gabe besitzt, in Zukunft oder auch Vergangenheit sehen zu können. Seine tief religiöse Mutter meint, dass er diese Gabe von Gott bekommen hat und sie nun nutzen muss, um Gutes zu tun. Dem Jungen kommt es so vor, als hätte sich die ganze Welt gegen ihn verschworen, sein altes Leben wurde vollkomen aus den Fugen gerissen.

Die Geschichte wirkt überzeugend und der Leser fühlt sich als Teil des Romans. Teilweise erzählt King wirklich detailverliebt, vor allem über Johnnys Gefühlsleben. Ab und an werden Briefe abgedruckt, die Johnny an seine Eltern oder seine Freundin geschrieben hat, was die Geschichte noch realistischer und tiefgründiger erscheinen lässt.

Die Frage ist natürlich, ob eine solche Fähigkeit Segen oder Fluch bedeutet. Man berührt einen Menschen und kann ihm Dinge sagen, die er so selbst nicht weiß. Erst wird man vielleicht denken, dass diese Gabe doch gar nicht so schlecht ist und man sehr viel Gutes damit machen kann. Stimmt, aber genau das Gegenteil kann ebenso der Fall sein. Wer will beispielsweise einem jungen Mann schon sagen, dass er in zwei Monaten sterben wird?
Ferner wird auch die politische Frage aufgeworfen, was gewesen wäre, wenn Hitler damals von den USA getötet worden wäre. An sich eine sehr interessante und zum Nachdenken anregende Spekulation. Doch leider wird sie im Buch nicht weit genug ausgeführt. Positiv zu bemerken ist auch, dass man im Roman noch etwas von der amerikanischen Geschichte lernt. Warum hat Nixon damals sein Amt aufgegeben und wer war sein Nachfolger? King verpackt dies besser, als es ein Lehrer je könnte.

Johnny soll mit seiner Gabe beim Aufklären eines Mordes helfen und das ist wohl ein negativer Punkt des Romans. King bezieht sich in seinen Büchern oft auf die Castle-Rock-Morde - "Dead Zone" ist der erste Band über diese fiktive Kleinstadt, sodass man ihn möglichst als ersten lesen sollte, wenn man noch keinen der Castle-Rock-Romane kennt. Ansonsten kann man nämlich schnell ahnen, wer sich als Schuldiger herausstellen wird.

Fazit:

"Dead Zone" birgt eine interessante Idee in sich. Ist es Segen oder Fluch, in die Zukunft sehen zu können? Die geschichtlichen Daten im Buch sind interessant, doch es gibt auch wieder einige Schwächen. Das größte Problem ist wohl, dass die Castle-Rock-Morde den meisten King-Lesern schon bekannt sein dürften und somit eine gewisse Vorhersehbarkeit herrscht.
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