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Teuflisches Team  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Fantasy
Geschrieben von Götz Piesbergen   
Montag, 15. Juni 2009

Teuflisches Team

Originaltitel: Genius Squad
Untergenre: Jugend-Thriller
Verlag: Knaur
Erschienen: April 2009
ISBN: 978-3-426-50111-5
Preis: 12,95 EUR

542 Seiten
Inhalt
9.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
8.9

Wertung:
8.9
von 10
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Zum Inhalt:

Eigentlich möchte Cadel nichts anderes, als ein ganz normaler Junge sein - doch das ist nicht so einfach, weil sein Vater ein brillanter Schwerverbrecher ist und er selbst noch vor Kurzem dazu ausgebildet wurde, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Da kommt das Angebot, sich einem Geheimkommando jugendlicher Hacker anzuschließen, genau richtig: Mit seinen neuen Freunden soll Cadel die Machenschaften seines Vaters aufdecken. Mit Feuereifer stürzt er sich auf die Aufgabe - und muss feststellen, dass er immer noch nicht auf der Seite der Guten steht, sondern Teil eines wahrhaft teuflischen Teams geworden ist ...

Meinung:

"Teuflisches Team" ist die Fortsetzung zu "Teuflisches Genie" und das zweite Buch einer Trilogie rund um die Hauptfigur Cadel. Cadel ist das Kind eines Superverbrechers. Er ist hoch intelligent und fühlt sich in der Welt der Computer mehr zu Hause als in der Realität. Doch seit er geholfen hat, das Verbrecherimperium seines Vaters ins Chaos zu stürzen, ist ihm dies nur eingeschränkt möglich. Jetzt ist er ein Kronzeuge und lebt in einer Pflegefamilie, wo es ihm nur bedingt besser geht. Denn dort muss er sich unter anderem mit einem rüpelhaften Pflegebruder auseinandersetzen.

Einziger Lichtblick sind für ihn seine Besuche bei seiner Liebe Sonja. Sie hat ebenso wie er einen brillanten Geist, der jedoch in einem schwerstbehinderten Körper gefangen ist. Dann eröffnet sich Cadel eine Chance, seine Klugheit wieder einsetzen zu können. Dieses Mal hat er sogar die Gelegenheit, dies gemeinsam mit seiner Geliebten zu tun. Beide schließen sich einem Team aus anderen hochbegabten Kindern an, die gegen die kriminelle Organisation von Cadels Vater vorgehen wollen. Dass ihr Plan jedoch nicht legal ist, stört die meisten Beteiligten nicht allzu sehr.

Im Vergleich zum ersten Band ist der Protagonist Cadel deutlich gereift. Zuvor hatte er noch auf die Belange anderer sehr wenig gegeben. Die Menschen wurden von ihm ausgenutzt und reingelegt. Er entwickelte sich immer mehr zu einer wirklich boshaften Persönlichkeit. Daran waren die Besuche bei Prosper English, sein Therapeut und Kontaktperson zu seinem Vater, sicherlich nicht ganz unschuldig. Erst gegen Ende von "Teuflisches Genie" konnte der Junge sich zum Guten hinwenden. Dies geschah vor allem dank seiner Verbindung zu Sonja. Sie ist es auch, die ihn erdet, die verhindert, dass er die Verknüpfung zu den normalen Mitmenschen verliert. Beide eint ihr großer Intellekt, was auch der Grund für seine Liebe zu ihr ist. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass er nicht ganz uneigennützig handelt, als er Mitglied des "Teuflischen Teams" wird. Schließlich ist ihm so die Möglichkeit gegeben, seine Liebe öfters zu sehen, da sie sich ebenfalls der Gruppierung anschließt.

Doch Catherine Jinks macht es ihrem Helden nicht gerade einfach. Zum einen sorgt bald Prosper English aus dem Gefängnis heraus für einige Aufregung, als er behauptet, der wahre Vater von Cadel zu sein. Zum anderen ist sich der Junge noch nicht im Klaren, wie er mit Fiona und Saul umgehen soll. Sie ist seine neue Psycho-Therapeutin, er der ermittelnde Inspektor im Kampf gegen das Verbrecherimperium. Beide bezeugen Interesse an ihm, allerdings auf eine Art und Weise, die er eigentlich bislang nur von Sonja her kannte. Sie sorgen sich wirklich um sein Wohlergehen.

Für Cadel ist diese Situation nicht einfach, denn außer Sonja hatte er bislang noch keinen Kontakt zu Menschen, die absolut uneigennützig handeln. Hinzu kommt auch noch, dass er sie über seine wahren Aktivitäten anlügen muss, was ihm doch erhebliche Schwierigkeiten bereitet. Der Therapeutin und dem Polizisten kommt die Funktion der Durchschnittsmenschen zu. Sie verhindern, dass die Handlung ins allzu Fantastische und schwer zu Glaubende abdriftet. Denn sie sind keine Genies, Psychopathen oder haben sonst irgendwelche unglaublichen Fähigkeiten.

Zwar lebt das Buch von seinem Sammelsurium an den verschiedensten Persönlichkeiten. Aber auch der spannende Plot um den Kampf gegen das Verbrecherimperium und Cadels Väter lässt den Leser schnell auf die nächste Seite blättern. Immer wieder präsentiert Catherine Jinks überraschende Wendungen, die eine eigentlich vollkommen klare Handlung ins Gegenteil verkehren können. Jedoch verzichtet sie darauf, es mit solchen Plottwists zu übertreiben. So entsteht im Vergleich zum Vorgängerband kein Gefühl der ständigen Paranoia beim Leser. Man hinterfragt nicht mehr andauernd, ob die Motivation einiger Personen wirklich ernst gemeint ist, was doch sehr angenehm ist.

Fazit:

Catherine Jinks schildert in "Teuflisches Team" einen Cadel, der in mentaler Hinsicht deutlich gereift ist. Dank seiner Liebe zu Sonja hat er sich von seinem Erbe als verbrecherisches Genie abwenden können. Doch gegen Anfang des Buches reicht auch dies kaum noch aus, um ihn weiter von seinem kriminellen Weg abzuhalten. Denn das Leben in seiner Pflegefamilie ist für ihn kaum zu ertragen. Da kommt das Angebot, in einem Team gleichgesinnter Genies gegen das Verbrecherimperium seines Vaters zu arbeiten, gerade rechtzeitig. Es bietet ihm viele Vorteile, aber auch den Nachteil, dass er die Personen, die ein ehrliches Interesse an ihm zeigen, anlügen muss. Dadurch wird das Buch zu einem wahren Lesevergnügen.
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