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Schwestern des Mondes 2: Die Katze  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Fantasy
Geschrieben von Konstanze Tants   
Dienstag, 31. März 2009

Schwestern des Mondes 2: Die Katze

Originaltitel: Changeling
Übersetzt von: Katharina Volk

2. Band der Reihe

Verlag: Knaur
Erschienen: März 2009
ISBN: 978-3-426-50156-6
Preis: 8,95 EUR

426 Seiten
Inhalt
7.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.1

Wertung:
7.1
von 10
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Zum Inhalt:

Unbemerkt von den Menschen lebt in einem abgelegenen Waldgebiet ein Rudel Gestaltwandler. Doch nun hat sie jemand entdeckt - und tötet einen nach dem anderen. Steckt ein fanatischer Jäger dahinter, ein anderer Clan oder doch der Dämonenfürst Schattenschwinge? Auf der Suche nach Antworten müssen die Schwestern Camille, Delilah und Menolly einen Pakt mit einem ebenso mächtigen wie geheimnisvollen Unsterblichen schließen. Sie ahnen nicht, was das für sie bedeuteten wird ...

Meinung:

Der zweite Teil der Schwestern-des-Mondes-Reihe, "Die Katze", dreht sich um Delilah, die Gestaltwandlerin der Familie. Da die Geschehnisse auf den Ereignissen des vorherigen Bandes ("Die Hexe") beruhen, ist es ratsam, die Bücher wirklich in der richtigen Reihenfolge zu lesen, damit man all die kleinen Anspielungen auf die Vergangenheit auch wirklich versteht und nicht ratlos vor den verschiedenen Beziehungen steht.

Nachdem Yasmine Galenorn in dem Auftaktroman ihre Welt vorgestellt hat und viele Beispiele brachte, die deutlich machten, wie sehr sich das Leben auf der Erdwelt verändert hat, seitdem die Portale in die Anderwelt geöffnet wurden, konzentriert sie sich nun darauf, mehr über die Gestaltwandler zu erzählen, die schon seit Jahrhunderten mit den Menschen zusammen auf der Erde leben. Ein wenig vermisst man all die bizarren Gestalten und seltsamen Begebenheiten, die sich aus dem Zusammenleben der Feenwesen mit den Menschen ergeben. Doch stattdessen lernt man die verschiedenen Werwesen der Welt kennen und erfährt, wie es ihnen gelungen ist, über all die Jahrhunderte unerkannt zu bleiben.

Im Gegensatz zu ihrer selbstbewussten Schwester Camille, aus deren Perspektive das erste Buch erzählt wurde, fühlt sich Delilah nicht ganz so glücklich mit ihrem Leben. Die zweite der Schwestern ist zwar nicht nur eine Halbfee, sondern auch eine Gestaltwandlerin, doch wird aus ihr nach der Verwandlung keine reißende Bestie, sondern ein süßes, flauschiges rotes Hauskätzchen. Dies und der Umstand, dass sie Unstimmigkeiten und Auseinandersetzungen hasst, ist wohl auch der Grund dafür, warum Camille, die Hexe der Familie, und die jüngste Schwester Menolly, die eine Vampirin ist, Delilah oft noch wie ein Kind behandeln, welches vor den Grausamkeiten der Welt bewahrt werden muss.

Dabei ist die junge Frau neben ihrer Tätigkeit für den AND (Anderwelt Nachrichtendienst) auch als Detektivin ganz erfolgreich. So kommt es dazu, dass Zachary Lyonnesse, Mitglied des Rainier-Puma-Rudels, Delilah anheuert, damit diese herausfindet, wer in den letzten Wochen Mitglieder seines Rudels ermordet hat. Die Werpumas wurden anscheinend nicht auf natürliche Weise getötet, da den Leichen das Herz fehlt und sie regelrecht ausgesaugt wurden.

Doch bevor Delilah eine Spur in diesem Fall aufnehmen kann, bekommen die Schwestern Nachrichten aus ihrer Heimat, der Anderwelt. Dort herrscht gerade ein Bürgerkrieg zwischen den Anhängern der wahnsinnigen Königin und denen ihrer Schwester, die die Macht übernehmen will. So geraten nicht nur die Verwandten der drei Halbfeen in Gefahr, sondern der AND steht auch kurz vor der Auflösung, sodass die Frauen ohne die Hilfe der Organisation, in deren Namen sie auf der Erde aktiv sind, ihrer Arbeit nachgehen müssen. Aber es kommt noch schlimmer: Der Dämonenfürst Schattenschwinge hat sich von seiner Niederlage gegen die Schwestern erholt und sendet eine zweite Gruppe seiner Anhänger aus den Unterirdischen Reichen auf die Erde. So sehen sich die drei Schwestern gleich von drei Fronten bedroht, und wieder geht es in ihrem Kampf um das Bestehen der Erd- und der Anderwelt.

Auch wenn man die skurrilen Situationen vermisst, die im ersten Teil verdeutlichten, wie es wohl auf der Erde wäre, wenn auf einmal Figuren der Märchen- und Sagenwelt real unter den Menschen leben - und sich als wenig märchenhaft herausstellen - würden, bekommt man mit "Die Katze" doch einen spannenden und amüsanten Roman rund um die zweite der Schwestern des Mondes geboten. Delilah ist trotz ihrer Gestaltwandlerfähigkeiten deutlich normaler als ihre hexenhafte Schwester Camille. Und auch wenn sich auch diese Halbfee nicht nur zu einem Mann hingezogen fühlt, ist Delilahs Liebesleben doch weniger irritierend, als es das von Camille war.

Hat man sich erst einmal an den Perspektivwechsel von einer Schwester zur anderen gewöhnt, kann man die spannende Geschichte der katzenhaften Delilah und ihren Kampf gegen Mörder und Dämonen genießen. Auch kommt es zu einem Wiedersehen der verschiedenen Charaktere, die man im ersten Band ins Herz geschlossen hat, sodass man erfährt, wie es mit Camille und ihren Liebhabern sowie Menollys Treffen bei den Anonymen Blutrinkern weitergeht. Auch die neu eingeführten Figuren versprechen einige spannende Entwicklungen für die Zukunft.

Die liebevollen und detaillierten Beschreibungen der verschiedenen Charaktere und der Humor der Autorin Yasmine Galenorn machen die Geschichten um die drei Halbfeen-Schwestern Camille, Delilah und Menolly so unterhaltsam zu lesen, dass man über die eine oder andere Unstimmigkeit, einige Klischees bei den Frauenfiguren oder übertriebene Darstellung des Intimlebens der Schwestern hinwegsehen kann. Stattdessen beendet man diesen Roman mit dem befriedigenden Gefühl, eine unterhaltsame Geschichte gelesen zu haben, die noch eine Menge Potenzial für die bald erscheinende Fortsetzung "Die Vampirin" bietet.

Fazit:

Nachdem sich der erste Band der Reihe um Camille, die älteste der drei Schwestern, gedreht hat, ist in "Die Katze" Delilah die Figur, aus deren Perspektive der Leser die Geschichte wahrnimmt. Hat man sich an diesen Wechsel gewöhnt, entfaltet sich eine spannende und humorvolle Geschichte, in der die drei Halbfeen nicht nur gegen die Abgesandten des Dämonenfürsten Schattenschwinge, sondern auch gegen unbekannte Mörder vorgehen müssen, die ein in der Nähe lebendes Rudel von Werpumas dezimieren. Ein wenig vermisst man vielleicht die Szenen, die den Wandel der Erde aufzeigen, nachdem die Portale zur Anderwelt geöffnet wurden, doch stattdessen bekommt der Leser Einblick in die Welt der Gestaltwandler geboten. Die sympathische Delilah wird von Yasmine Galenorn so liebevoll beschrieben, dass sie dem Leser schnell ans Herz wächst - und die vielen offenen Fragen am Ende des Buches machen gespannt auf die im Juni erscheinende Fortsetzung "Die Vampirin".
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