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Rabenmond  Redaktionstipp Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Fantasy
Geschrieben von Heike Bellas   
Donnerstag, 4. Dezember 2008

Rabenmond - Der magische Bund

Verlag: cbt
Erschienen: September 2008
ISBN: 978-3-570-16000-8
Preis: 18,95 EUR

512 Seiten
Inhalt
10.0
Preis/Leistung
9.0
Gesamtwertung
9.9

Wertung:
9.9
von 10
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Zum Inhalt:

Wenn der Rabenmond über den Wäldern von Wynter aufsteigt, vollziehen die Herrscher des Reichs ein uraltes Ritual: Sie töten drei Tiere, um sich deren Gestalt und Kräfte anzueignen. Das Geheimnis der Verwandlung verleiht ihnen Unsterblichkeit und grenzenlose Macht. Als Mion im Wald einen Fuchs erschießt, scheint ihr Schicksal besiegelt. Zu ihrem Entsetzen verwandelt sich das Tier in einen Jungen mit bernsteinfarbenen Augen: Sie hat Lyrian angegriffen, den Sohn der Tyrannen von Wynter. Auf ihre Tat steht der Tod. Doch Lyrian verliebt sich in Mion und rettet sie - nicht ahnend, dass das Mädchen von fremden Mächten auserkoren ist, die düstere Herrschaft seiner Familie für immer zu beenden ...

Meinung:

Jenny-Mai Nuyen wurde als Tochter deutsch-vietnamesischer Eltern in München geboren. Mit "Nijura - Das Erbe der Elfenkrone" lieferte sie im August 2006 mit nur 18 Jahren einen Roman, der die Literaturwelt auf sie aufmerksam machte und seitdem folgten noch drei weitere Bücher, die dem Erfolg von "Nijura" in nichts nachstanden. Zuletzt erschien "Rabenmond - Der magische Bund" im September 2008.

"Rabenmond" behandelt anfangs zwei unterschiedliche Geschichten um das Ruinenmädchen Mion und Lyrian, den Prinzen der Drachen. Mion erschießt aufgrund unglücklicher Umstände einen Fuchs. Doch der Fuchs stellt sich als Drache heraus, fatalerweise sogar als der Prinz der Drachen. Drachen sind die Herrscher Wynters. Sie besitzen einen menschlichen sowie diverse Tierkörper, die sterben können, ohne dass der Drache selbst stirbt.

Mion wird verhaftet und ihr droht die Todesstrafe. Doch als sie im Gefängnis sitzt, holt ein Maler sie aus ihrer Zelle und bietet ihr eine Stelle als Lehrling an. Mion lernt Lesen und Schreiben und bekommt hübsche Kleider, doch Malen lernt sie nicht. Als sie der Sache nachgeht, findet sie heraus, dass ihr Meister Jagu ganz andere Pläne mit ihr hat.

In der Zwischenzeit denkt Lyrian, dessen Fuchsgestalt Mion erschossen hatte, pausenlos an das junge Mädchen. Ihn stört nicht, dass sie ihn angegriffen hat, da er momentan über seine Zukunft als Herrscher sowieso mehr als unglücklich ist. Als er erfährt, dass Mion noch lebt, sorgt er sofort dafür, dass er sie wiedersehen kann.

Dem Leser ist von Anfang an klar, dass Mion und Lyrian sich im Laufe des Buches wiedertreffen. Mehr als einmal bewegen sich beide von ihrem Haus weg und flüchten in ähnliche Richtungen. Doch im letzten Moment werden sie aufgehalten und befinden sich somit wieder Kilometer voneinander entfernt. So wartet man lange auf ein wirkliches Wiedersehen und wird auch nicht enttäuscht, wenn es endlich so weit ist. Zwischen Mion und Lyrian entsteht eine zarte Liebesbeziehung, die die Autorin nicht nur mit Worten, sondern auch mit Bildern zu beschreiben weiß.

Außerdem existieren neben Mion und Lyrian noch andere faszinierende Figuren, die Jenny-Mai Nuyen überzeugend darstellt. Unter diesen befindet sich zum Beispiel Faunia, der erste Lehrling Jagus, die durch ihre Eitelkeit und ihre Schwärmerei für ihren Meister dessen Pläne unmöglich macht, weswegen er gezwungen ist, sich einen neuen Lehrling zu suchen. Als nun Mion ihren Platz als Lehrling einnimmt, versucht Faunia, ihr mit allen Mitteln ein Bein zu stellen, was unter anderem auch viele skurrile Situationen hervorruft. Streckenweise sehr lustig ist der junge Schneiderlehrling Atlas, der völlig in Faunia verliebt ist, sich aber auf Festen meistens mit Mion herumtreibt und mit seinen ironischen Kommentaren für den ein oder anderen Lacher beim Leser sorgt.

"Rabenmond" ist ein toll geschriebenes Buch. Jenny-Mai Nuyen besitzt ein herausragendes Sprachgefühl, das die Geschichte lebendig wirken lässt. Sie schafft es, in ihrer magischen Geschichte um Liebe, Lüge und Verrat sogar humoristische Stellen einzubauen, die nicht wie in anderen Büchern fehl am Platz wirken, sondern sich ohne Probleme in die Handlung einfügen. Situationen und Plätze, die sie beschreibt, werden für den Leser beinahe greifbar.

Die Idee der Drachen (die nicht aussehen wie Drachen, sondern menschliche Gestalt haben und Tiergestalt annehmen können) ist interessant, ebenso wie die Grundlage ihrer Herrschaft: Sie setzen nur ihren Verstand ein, während Menschen sich durch ihre Gefühlsbetontheit selbst in Gefahr bringen und deswegen vor sich selbst geschützt werden müssen.

Fazit:

Jenny-Mai Nuyens "Rabenmond" ist ein weiteres gelungenes Buch der jungen Autorin. Die Geschichte um Lyrian, den Drachenprinz, und Mion, das Ruinenmädchen, sowie die Lügen und Intrigen, die sich um die beiden ranken, ist gut durchdacht und atmosphärisch erzählt. Die Charaktere sind facettenreich und glaubwürdig. Ein wunderbares Buch, nicht nur für Fantasyfreunde.
Weiterführende Infos
Leseprobe

 
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