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Nur über meine Leiche  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Fantasy
Geschrieben von Konstanze Tants   
Montag, 2. März 2009

Nur über meine Leiche

Originaltitel: Undead and Unpopular
Übersetzt von: Stefanie Zeller

Reihe: Betsy Taylor
5. Band der Reihe

Untergenre: Liebe & Romantik
Verlag: LYX
Erschienen: September 2008
ISBN: 978-3-8025-8177-9
Preis: 8,95 EUR

256 Seiten
Inhalt
3.0
Preis/Leistung
6.0
Gesamtwertung
3.3

Wertung:
3.3
von 10
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Zum Inhalt:

Betsys Geburtstag steht bevor, und sie hat nicht die geringste Lust auf einen Haufen einflussreicher und hochnäsiger Vampire aus Europa, die dem königlichen Paar ihre Aufwartung machen wollen. Politik war noch nie Betsys Stärke, vor allem nicht dann, wenn bei ihrer besten Freundin zugleich eine lebensgefährliche Krankheit diagnostiziert wird. Ihr Verlobter Eric hält sich derweil aus den Hochzeitsvorbereitungen heraus, und Betsy hat alle Hände voll zu tun. Auch als Vampir heiratet man schließlich nur einmal, und das für die Ewigkeit!

Meinung:

Der fünfte Betsy-Taylor-Roman von Mary Janice Davidson zehrt eindeutig von dem früheren Erfolg dieser amüsanten Reihe, denn für sich genommen hat dieses Buch nicht genug Substanz, um bestehen zu können. In "Nur über meine Leiche" dreht sich (immer noch) alles um Betsys bevorstehende Hochzeit mit Eric, während die anderen Ereignisse für die Königin der Vampire nur ein Hindernis auf ihrem Weg in die Ehe darstellen.

So verwundert es auch nicht, dass die Hauptgeschichte so mager ausgefallen ist, dass es nötig war, noch eine Bonuserzählung ("Untot in Not") dazu zu packen, um einigermaßen auf den Umfang eines durchschnittlichen Romans zu kommen. Es empfiehlt sich, diese - ganz unterhaltsame - Bonusgeschichte vor der eigentlichen Handlung von "Nur über meine Leiche" zu lesen, da diese Episode zwischen den Ereignissen von Band 4 ("Untot lebt sich's auch ganz gut") und 5 spielt und erklärt, wie es dazu kam, dass von nun an die Werwölfin Antonia Betsy Taylors Haushalt bereichert.

Seitdem Betsy Taylor an ihrem 30sten Geburtstag zur Vampirin - und aufgrund der nachfolgenden Vorfälle zur Königin der Vampire - wurde, ist ein ereignisreiches Jahr vergangen. Aber ruhiger ist es um Betsy und ihre ungewöhnliche Wohngemeinschaft nicht geworden. Im Anwesen ihrer menschlichen Freundin Jessica haust die Königin der Vampire zusammen mit ihrem Verlobten Eric Sinclair, seiner Assistentin Tina, dem schwulen Arzt Marc, der Werwölfin Antonia, dem Biest George und einem Hausgeist. Da ihr 31ster Geburtstag vor der Tür steht, ist sich Betsy ganz sicher, dass ihre Freunde eine Überraschungsparty für sie geplant haben - und fängt schon mal mit der Organisation an, damit alles nach ihren Wünschen verläuft.

Aber auch das Babysitten für ihre Stiefmutter und die Vorbereitungen für ihre Hochzeit beanspruchen sehr viel von Betsys Aufmerksamkeit. Und zwar so viel, dass die verschiedenen Hinweise, dass sich ein Zombie auf dem Dachboden befindet, genauso wenig von der Königin der Vampire wahrgenommen werden wie die Wichtigkeit der Abordnung der europäischen Vampirgemeinschaft. Erst als ihre Freundin Sophie von Betsy Gerechtigkeit fordert, weil einer der europäischen Vampire derjenige ist, der sie getötet hatte, kommt der Königin zu Bewusstsein, dass diesem Besuch doch einige Bedeutung zugemessen werden sollte.

Auch die Veränderung in Jessicas Verhalten fällt Betsy bei all den wichtigen Party- und Hochzeitsplänen erst in letzter Minute auf. Dabei wären sowohl Sophies Begegnung mit dem europäischen Vampir Alonzo als auch ihre Pläne, ihren Liebhaber in einen Vampir zu verwandeln, genauso wie Jessicas Probleme eine Möglichkeit für Mary Janice Davidson gewesen, sich einmal intensiver mit den Themen Sterblichkeit und Unsterblichkeit auseinanderzusetzen. So hingegen besteht "Nur über meine Leiche" aus vielen kleinen Episoden, die genauso unzusammenhängend wirken wie die Gedanken der Hauptfigur. Da ist es auch nicht hilfreich, dass einem der stete Strom von Nebenfiguren das Gefühl vermittelt, die Autorin hätte das dringende Bedürfnis gehabt, all ihren liebgewonnenen Charakteren einen kurzen "lustigen" Auftritt zu verpassen.

Genau genommen ist die kurze Geschichte um die Werwölfin Antonia deutlich unterhaltsamer als der eigentliche Romanteil dieses Buches. In "Nur über meine Leiche" wird deutlich, dass der Betsy-Taylor-Reihe - nachdem die Vampirkönigin und ihr Liebster endlich zusammengekommen sind - einfach die Luft ausgegangen ist. Noch scheint Mary Janice Davidson keine Vorstellung davon zu haben, wie es mit Betsy und ihren Freunden weitergehen soll, und nur die Hoffnung, dass aus den winzigen Storyansätzen (wie sie zum Beispiel rund um Betsys "teuflische" Halbschwester Laura zu finden sind) eine unterhaltsame Handlung wird, können einen - ebenso wie der trotz aller Kritikpunkte gefällige Schreibstil - dazu bringen, noch weitere Romane aus dieser Reihe zu lesen.

Fazit:

"Nur über meine Leiche" wirkt als fünfter Roman der Betsy-Taylor-Reihe wie ein Lückenfüller, bis der Autorin Mary Janice Davidson endlich eine zündende Idee kommt, wie die Geschichte rund um die Königin der Vampire weitergehen könnte. Erschreckenderweise ist die Bonusgeschichte mit der Werwölfin Antonia amüsanter zu lesen als der Hauptteil in diesem Band, bei dem einfach keine durchdachte Handlung zu erkennen ist. Betsy ist so mit den Vorbereitungen für ihre Überraschungsparty und die anstehende Hochzeit beschäftigt, dass die Konzentration auf diese Ereignisse den Figuren jede Chance auf eine Weiterentwicklung nimmt. Nur der recht gefällige Schreibstil und die Hoffnung, dass die Autorin irgendwann wieder eine so amüsante Geschichte präsentiert wie zum Auftakt der Reihe, können den Leser nach der Lektüre dieses Buches noch dazu bringen, die nachfolgenden Betsy-Taylor-Romane zu erwerben.
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