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M. J. Holliday: Geisterjägerin 1: Rendezvous um Mitternacht  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Fantasy
Geschrieben von Konstanze Tants   
Mittwoch, 1. September 2010

M. J. Holliday: Geisterjägerin 1: Rendezvous um Mitternacht

Originaltitel: What's a Ghoul to Do?
Übersetzt von: Christine Blum

1. Band der Reihe

Untergenre: Humorvoller Krimi
Verlag: LYX
Erschienen: März 2010
ISBN: 978-3-8025-8280-6
Preis: 9,95 EUR

320 Seiten
Inhalt
6.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
6.2

Wertung:
6.2
von 10
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Zum Inhalt:

M. J. Holliday betreibt eine Geisterjägeragentur und wird von dem charmanten Dr. Steven Sable für einen Job angeheuert: Ihm ist vor Kurzem der Geist seines verstorbenen Großvaters erschienen. Sable glaubt, dass bei dessen Tod nicht alles mit rechten Dingen zuging. M. J. nimmt die Ermittlungen auf ...

Meinung:

Mit "Rendezvous um Mitternacht" hat Victoria Laurie einen leichten und amüsanten Roman rund um die Geisterjägerin M. J. Holliday geschrieben, der auch einige Krimielemente beinhaltet. Gemeinsam mit ihrem besten Freund Gilley Gillespie betreibt M. J. Holliday eine Geisterjägeragentur. Aufgrund ihrer medialen Fähigkeiten kann die junge Frau Geister wahrnehmen und mit ihnen kommunizieren. Nachdem sie anfangs nur als Medium für Seancen fungierte, hat sie inzwischen an der Austreibung von Geistern Geschmack gefunden und diese Tätigkeit zu ihrem Haupterwerb gemacht.

Doch so spannend und aufregend die Geisterjagd auch ist, hat sie doch auch einige Schattenseiten. Gleich zu Beginn des Romans erlebt der Leser mit, wie M. J. den Geist einer jungen Frau dazu überredet, noch einmal ihre Vergewaltigung und ihre Ermordung zu durchleben. Denn dieser Geist muss verstehen, dass er tot ist, um den Weg ins Jenseits zu finden. Zu begreifen, dass man schon verstorben ist, scheint das größte Problem der meisten Geister zu sein.

So setzt M. J. auch ihre Priorität bei der Arbeit darauf, den Geistern den Abschied vom Leben zu ermöglichen, und konzentriert sich normalerweise nicht auf die Hintergründe eines Todes. Doch genau dies erwartet Dr. Steven Sable von der Geisterjägerin. Denn dem erfolgreichen Arzt ist sein kürzlich verstorbener Großvater erschienen und nun will er wissen, wie dieser gestorben ist. Offiziell beging Arthur Sable Selbstmord, doch es gibt ein paar Tatsachen, die dagegen sprechen.

Gemeinsam mit dem charmanten Arzt machen sich M. J. und Gilley auf, um den Tod von Arthur Sable zu untersuchen - und finden mehr als nur eine Geistererscheinung in der Jagdhütte des Verstorbenen. So hat M. J. alle Hände voll damit zu tun herauszufinden, was die Geister in der Hütte wollen, während sich verdächtige Gestalten rund um das Haus herumtreiben und das Leben der drei immer wieder in Gefahr gerät.

Mit M. J. Holliday hat Victoria Laurie eine sympathische Hauptfigur geschaffen, auch wenn nicht jeder Charakterzug stimmig erscheint. So hat M. J. in der Vergangenheit sehr darunter gelitten, dass sie wegen ihrer Fähigkeiten gemieden wurde, und kann es sich trotzdem nicht verkneifen, fast jedem, dem sie begegnet, Nachrichten von den Geistern, die sich in der Nähe aufhalten, auszurichten. Auch wirkt es nicht so ganz überzeugend, dass gerade Dr. Steven Sable, der M. J. als Geisterjägerin engagiert, der einzige Mensch ist, der skeptisch auf ihre Arbeit reagiert und erst einmal einen Beweis für ihre Fähigkeiten verlangt.

Ebenso hat es die Autorin mit der Figur des Arztes ganz schön übertrieben. Dr. Steven Sable ist ein hoch intelligenter Mann, dem gerade erst ein medizinischer Durchbruch gelang. Er ist selbstbewusst, sieht fantastisch aus und weiß um seine Anziehungskraft auf Frauen. Und doch soll dieser Mann - der fünf Sprachen beherrscht - nicht in der Lage sein, auch nur ein einziges Sprichwort richtig auf die Reihe zu bekommen. Es gibt kaum einen Satz von ihm, in dem er nicht ein Wort verwechselt oder eine Redewendung falsch anwendet. Selbst wenn einen das anfangs hier und da noch Schmunzeln lässt, wird man dieses billigen Versuchs, amüsante Dialoge zu schaffen, doch schnell müde.

"Rendezvous um Mitternacht" ist eine ungewöhnliche Mischung aus Geistergeschichte und Krimi, bei der es der Autorin eindeutig mehr auf den Humor als auf eine überzeugende Handlung ankommt. Wenn man bereit ist, hier und da ein Auge zuzudrücken und mit einigen vorhersehbaren Wendungen zu leben, dann bekommt man mit diesem Buch einen amüsanten und leichten Roman. Die kurzweilige Geschichte und die sympathischen Charaktere lassen einen schnell über die Kritikpunkte hinwegsehen und die Hoffnung aufkommen, dass Victoria Laurie in "Gespenster küsst man nicht", dem zweiten Band der Reihe um M. J. Holliday, ihre Sache noch etwas besser machen wird.

Fazit:

Der Auftaktband von Victoria Lauries Reihe um die Geisterjägerin M. J. Holliday bietet dem Leser eine unterhaltsame Mischung aus Geistergeschichte und Krimi, die mit vielen humorvollen Elementen angereichert wurde. Besonders anspruchsvoll ist "Rendezvous um Mitternacht" nicht, einige Wendungen in der Handlung sind vorhersehbar und die Sprachunfähigkeit von Dr. Steven Sable wurde bis an die Grenze des Erträglichen strapaziert. Aber trotz dieser Kritikpunkte ist es der Autorin gelungen, einige sympathische Charaktere zu schaffen und eine amüsante und leicht zu lesende Geschichte zu erzählen. Für diejenigen, die einfach mal für ein paar Stunden abschalten wollen und Lust auf einen witzigen übernatürlichen Krimi haben, bietet dieser Roman genau die richtige Lektüre.
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