Banner bookdepository.com

Hexenzorn  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Fantasy
Geschrieben von Konstanze Tants   
Samstag, 8. Mai 2010

Hexenzorn

Originaltitel: Blood Engines
Übersetzt von: Michael Pfingstl

Reihe: Marla Mason
1. Band der Reihe

Verlag: Blanvalet
Erschienen: Dezember 2009
ISBN: 978-3-442-26664-7
Preis: 8,95 EUR

416 Seiten
Inhalt
6.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
6.2

Wertung:
6.2
von 10
Jetzt kaufen



Zum Inhalt:

Hexen sind ohnehin nicht die angenehmsten Zeitgenossen, und bei Marla Mason kommt noch dazu, dass sie vor Wut kocht. Der Fluch, der ihr angehängt werden soll, ist tödlich, und irgendjemand ermordet alle Magier in San Francisco, die ihr helfen könnten. Der Unbekannte scheint ihr immer einen Schritt voraus zu sein. Doch nicht einmal er hat mit dem entfesselten Zorn einer Hexe wie Marla gerechnet.

Meinung:

Mit "Hexenzorn" veröffentlicht der Blanvalet-Verlag den ersten Band um die Hexe Marla Mason von T.A. Pratt, wobei die Fortsetzung der Geschichte ("Hexengift") bereits vor Kurzem, im April 2010, erschienen ist. Der Autor führt den Leser mit diesem Roman nach San Francisco, wo seine Protagonistin Marla einen alten Bekannten sucht, der ihr helfen soll, mit einer Konkurrentin fertig zu werden. Denn die Hexe ist das magische Oberhaupt der Stadt Felport - und wenn es ihrer Gegnerin Susan Wellstone gelingen sollte, sie mit einem Bann zu belegen, dann wäre Felport dem Untergang geweiht.

Nur in San Francisco kann Marla einen Grenzstein finden, der genügend magisches Potenzial in sich trägt, um Susans bösen Zauber unschädlich zu machen. Um das seltene Artefakt zu finden, benötigt sie das Wissen ihres alten Freundes Lao Tsung, doch dieser ist kurz vor der Ankunft der Hexe ermordet worden. Bei ihren weiteren Nachforschungen stößt Marla zusammen mit ihrem Begleiter Rondeau auf weitere unheimliche Mordfälle in der magischen Gemeinschaft San Franciscos.

Schnell gerät auch die Hexe selbst in Gefahr, getötet zu werden, denn ihre Ermittlungen führen sie auf die Spur eines unheimlichen Mannes, der einem schon lange vergessenen Kult angehört und dessen Zauber so ungewöhnlich sind, dass nur wenige Magier etwas dagegen unternehmen können. So muss Marla nicht nur innerhalb weniger Stunden eine Lösung für ihr eigenes Problem finden, sondern sie sieht sich auch in einer fremden Stadt zwischen den Fronten einer magischen Auseinandersetzung, die Auswirkungen auf die gesamte Welt haben könnte.

Es ist schon recht ungewöhnlich, dass der Autor T.A. Pratt dem Leser seine Figur Marla nicht in ihrer angestammten Umgebung Felport vorstellt, sondern ihn mitsamt der Protagonistin in das unvertraute und verwirrende Umfeld eines fantastischen San Francisco wirft. So ist man in den ersten Kapiteln nicht nur damit beschäftigt, Marla, ihren Begleiter Rondeau und ihre Motive kennenzulernen, sondern auch damit, sich in diesem ungewöhnlichen und magischen Umfeld zurechtzufinden.

Während der Einfallsreichtum des Autors zu einem wirklich interessanten Urban-Fantasy-Setting geführt hat, in dem es vor skurrilen und sehr individuellen Magiern und Hexen nur so wimmelt, verwirren einen die verschiedenen Ereignisse. Schnell vermisst der Leser in "Hexenzorn" eine nachvollziehbare Handlung, die einen deutlichen roten Faden aufweist. Stattdessen bietet dieser Roman eine Ansammlung von amüsanten Szenen und eine interessante (und überaus reizbare) Hauptfigur, die zum Teil ebenso orientierungslos wirkt, wie sich der Leser fühlt.

Sowohl Marla Mason als auch die verschiedenen anderen Charaktere, die man im Laufe des Buches näher kennenlernt, ziehen den Leser schnell in ihren Bann. Die Hexe ist so skrupellos und zielgerichtet wie ein Gangsterboss, aber nie unnötig grausam. Jede ihrer Handlungen dient nur ihrem Wohl und dem ihrer Stadt Felport. Rondeau hingegen muss regelmäßig zwischen Marla und dem Rest der Welt vermitteln, obwohl auch dieses eher sanft wirkende Wesen seine dunklen Seiten hat. So tragen einen die faszinierenden Personen, die amüsanten Szenen und ein Umfeld voller Grauschattierungen über den einen oder anderen Schwachpunkt in der Handlung hinweg. Auf jeden Fall ist es T.A. Pratt gelungen, mit "Hexenzorn" eine sehr interessante Grundlage für eine Fantasyreihe zu schaffen, auch wenn zu hoffen ist, dass es dem Autor gelingt, in "Hexengift" eine deutlich stringentere Handlung zu entwerfen.

Fazit:

Leider gelingt es T.A. Pratt mit seinem Roman "Hexenzorn" nicht, eine durchgehend überzeugende Geschichte zu erzählen. So faszinierend seine Idee von einem magischen San Francisco ist und so sehr einen die verschiedenen skurrilen Charaktere in ihren Bann ziehen, so sehr vermisst der Leser doch schon bald eine strukturierte Handlung. Ohne diese bleiben einem nur die interessante Hauptfigur Marla und die vielen amüsanten Situationen, in die sie gerät, um sich beim Lesen dieses Buches zu unterhalten. Wenn es dem Autor in Zukunft gelingt, all seine ungewöhnlichen Einfälle auch noch in eine mitreißende Handlung zu betten, dann könnte die Fortsetzung "Hexengift" zu einem wirklich gelungenen Roman werden.
Weiterführende Infos
Leseprobe

 
Copyright © 2008-2017 by booklove.de. Alle Rechte vorbehalten.