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Ein Dämon schafft noch keine Ordnung  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Fantasy
Geschrieben von Konstanze Tants   
Freitag, 21. März 2008

Ein Dämon schafft noch keine Ordnung

Originaltitel: Myth Alliances
Übersetzt von: Frauke Meier

Untergenre: Humor
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: November 2005
ISBN: 978-3-404-20523-3
Preis: 7,95 EUR

317 Seiten
Inhalt
4.0
Preis/Leistung
6.0
Gesamtwertung
4.2

Wertung:
4.2
von 10
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Zum Inhalt:

Skeeve ist wieder da! Statt sich nach seinem Abschied als Hofmagier endlich seinen Studien widmen zu können, muss er ein Land befreien, das von zehn weiblichen Perfekten übernommen wurde. Das freundliche Volk der Wuh wendet sich an den Magiker und seine Gefährten, die den Perfekten (nur Unwissende nennen sie Perverse) schon bald kräftig ins Handwerk pfuschen. Doch leicht wird der Kampf gegen die Unterdrücker der Wuh nicht, haben die "Perfekten Zehn" doch selber eine Menge an Magik, Verstand und Taktik aufzubieten, um das Land weiterhin unter ihrer Kontrolle zu halten.

Meinung:

In Deutschland erschien der Band "Ein Dämon schafft noch keine Ordnung" vor der Kurzgeschichtensammlung "Ein Dämon macht Geschichten". Beide Bücher wurden von Robert Asprin, dem Erfinder der Dämonen-Reihe, als Gemeinschaftsproduktion mit der Autorin Jody Lynn Nye geschrieben und sollten unbedingt zusammen gelesen werden, da das eine Buch ohne das andere nur bedingt verständlich ist.

Wie so oft, wenn sich ein Autor für eine gut laufende Reihe einen Co-Autor dazuholt, leidet auch hier die Qualität der Romane unter dieser Zusammenarbeit. Zwar weist "Ein Dämon schafft noch keine Ordnung" eine fast doppelt so hohe Seitenzahl wie die Originalromane von Robert Asprin auf, doch muss sich der Leser dafür auch mit einem deutlich anderen Humor auseinandersetzen.

Während sich diese andere Herangehensweise an die vertraute Dämonenwelt in "Ein Dämon macht Geschichten" sehr negativ bemerkbar macht, scheint sich Jody Lynn Nye in dem zweiten gemeinsam geschriebenen Band schon mehr in der Welt von Skeeve und seinen Gefährten heimisch zu fühlen. Die Grundidee kommt dem langjährigen Leser der Reihe vertraut vor. Wieder einmal gibt es Probleme in einer der vielen Dimensionen und Skeeve als einer der bekanntesten Magiker wird zu Hilfe gerufen.

Dieses Mal trifft es die Welt der Wuh, eine freundliche, nicht allzu intelligente und schafähnliche Rasse. Diese Wuhs hatten ihre Welt in finanzielle Schwierigkeiten gebracht, da sie mit den Dimensionsreisen auch die Angebote der diversen Händler auf den verschiedenen Welten entdeckten. Als ihnen aufging, dass sie vor der Pleite standen, riefen sie "Die Perfekten Zehn" zur Hilfe, eine Gruppe von Finanzberaterinnen aus der Dimension von Perv, die die harmlosen Wuh nun in Fabriken schuften lassen und keine Anstalten machen, wieder aus dieser Dimension zu verschwinden.

Gemeinsam mit seinen Freundinnen Tanda und Bunny macht sich Skeeve auf, um die Wuh aus der Versklavung durch die Finanzberaterinnen zu retten. Dabei wird es nötig, dass die Gefährten in die verschiedensten Dimensionen reisen, um die Pläne der "Perfekten Zehn" zu vereiteln, wobei sie auf zahlreiche Gefahren treffen und neue Verbündete gewinnen, wie zum Beispiel den technikliebenden Kobold Zol.

Eigentlich hat dieser Roman alles, was zu einem guten Band rund um den Magiker Skeeve und seine Freunde gehört, abgesehen von Aahz, der schon in "Ein Dämon macht Geschichten" durch seine Abwesenheit glänzte. Doch trotz der verschiedenen guten Ansätze springt der Funke das ganze Buch hindurch nicht wirklich beim Leser über. Es fehlen einfach die Überraschungsmomente und der tiefgehende Humor, der die Reihe früher ausmachte. Natürlich kommt es hier und da zu einem Schmunzeln, aber insgesamt wirken die verschiedenen Wendungen sehr vorhersehbar.

Das, was die "Dämonen-Reihe" einmal ausmachte, nämlich die freudige Fassungslosigkeit beim Lesen der verschiedenen Wendungen, die die Geschichte vollzog, die Unverwechselbarkeit der einzelnen Dimensionen und Skeeves Naivität im Kontrast zu Aahz Zynismus, all das fehlt fast vollständig in diesem Roman. Zwar ist die Welt der Wuh wirklich schön beschrieben, aber eigentlich weiß der Leser von Anfang an, wohin die Geschichte gehen wird und ohne die Frage, wie das Ganze jemals vom Autor gelöst werden soll, plätschert die Erzählung einfach vor sich hin.

Da hilft es auch nicht, dass es am Ende zu einem Höhepunkt kommt, der eindeutig die Handschrift von Robert Asprin trägt. "Ein Dämon schafft noch keine Ordnung" beinhaltet einfach zu viel Jody Lynn Nye und zu wenig Robert Asprin, um mit den alten Romanen dieser Reihe mithalten zu können. Trotzdem gibt es eine spürbare Verbesserung gegenüber der ersten Zusammenarbeit der beiden Autoren, die für die Zukunft hoffen lässt, dass vielleicht doch irgendwann die neuen Romane mit den alten Bänden mithalten können.

Fazit:

"Ein Dämon schafft noch keine Ordnung" ist die zweite Zusammenarbeit von Robert Asprin und Jody Lynn Nye und lässt, wie schon "Ein Dämon macht Geschichten", die Genialität der alten Bücher vermissen. Trotzdem muss man zugeben, dass sich die Autorin langsam etwas besser in der Welt des Magikers Skeeve und seiner Gefährten zurechtfindet, auch wenn dieses wunderbare Gefühl der freudigen Fassungslosigkeit fehlt, das den Genuss der Reihe einmal ausmachte, und die Geschichte nur vor sich hinplätschert. Trotzdem ist die Steigerung gegenüber der ersten Zusammenarbeit so deutlich zu merken, dass man doch noch hoffen kann, dass die "Dämonen"-Romane vielleicht irgendwann wieder an ihre alte Qualität herankommen könnten.
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