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Drachenzorn  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Fantasy
Geschrieben von Götz Piesbergen   
Mittwoch, 26. März 2008

Drachenzorn

Originaltitel: Black Powder War
Übersetzt von: Marianne Schmidt

3. Band der Reihe

Verlag: Blanvalet
Erschienen: Oktober 2007
ISBN: 3-442-24445-4
Preis: 8,95 EUR

420 Seiten
Inhalt
7.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.1

Wertung:
7.1
von 10
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Zum Inhalt:

Captain Will Laurence und sein Drache Temeraire werden ins ottomanische Imperium abkommandiert. In Istanbul warten drei Dracheneier auf sie, die die beiden Gefährten sicher und vor dem Ausschlüpfen nach Britannien bringen müssen - doch das bedeutet, sich erneut mit dem Drachenweibchen Lien anzulegen, das Temeraire die Schuld am Tode seines Herrn gibt und geschworen hat, sich blutig zu rächen.

Meinung:

Wie auch schon in den vorhergehenden Bänden, beeindruckt Naomi Novik in "Drachenzorn" mit ihrer Fähigkeit, eine fantastische Welt basierend auf der realen Geschichte des 19. Jahrhunderts plastisch zu beschreiben. Die Autorin schafft es, jeder Kultur, der die Protagonisten auf ihrer Reise begegnen, ihren eigenen Charme zuzuschreiben. Gerade die vielen liebevollen Details sorgen für eine lebendige Darstellung der verschiedenen Szenerien.

Leider wird die Begeisterung des Lesers über die Beschreibungen der unterschiedlichen Länder etwas gedämpft, wenn es um die Bewohner dieser Gebiete geht. So werden zum Beispiel mehrere Preußen stereotyp als ziemlich starrköpfig und konservativ charakterisiert, was aufgrund der Einseitigkeit der Schilderung den Lesegenuss etwas beeinträchtigt. Denselben Vorwurf konnte man der Autorin schon im zweiten Band der Reihe "Die Feuerreiter Seiner Majestät" machen, als sie wichtige chinesische Persönlichkeiten durch ihre zweidimensionale Darstellung unglaubwürdig wirken ließ.

Glücklicherweise wird der Drache Lien, der als Gegenspieler von Will Laurence und Temeraire eine große Rolle spielt, mit einer beeindruckenden Tiefe beschrieben. Der Rachedurst dieser Drachendame ist verständlich, da der britische Feuerreiter und sein Himmelsdrache für eine schreckliche Veränderung in Liens Leben verantwortlich sind. Dieser intelligente Charakter ist so gut konstruiert, dass man sich als Leser fast wünscht, dass sie nicht auf der feindlichen Seite stehen würde.

Sowohl Will Laurence als auch Temeraire werden deutlich weiter ausgebaut. Gerade der Drache muss im Verlauf der Geschichte viele schmerzliche Erfahrungen machen. Viele seiner Ideale und Wünsche bleiben auf der Strecke, was ihn aber nicht davon abhält, weiter seine Träume zu verfolgen. Das führt gegen Ende des Buches zu einigen amüsanten Passagen, wenn Temeraire auf eine von Naomi Novik neu eingeführte Person trifft, die das Leben der vertrauten britischen Crew alles andere als einfach macht.

Neben den Protagonisten und ihren Gegnern beeindrucken vor allem die verschiedenen Stationen von Will Laurence und Temeraire auf ihrer Reise von China bis in die verschiedenen europäischen Reiche. Im Gegensatz zur Handlung von "Drachenprinz" ist in diesem Band das ursprüngliche Ziel der Reise nur eine Station auf dem langen Weg nach Hause. Und im Laufe der Zeit werden immer neue Fragen für den Leser aufgeworfen, die allerdings von Naomi Novik nicht alle in "Drachenzorn" geklärt werden. So bleibt einem nichts anderes übrig, als auf die Fortsetzung "Drachenglanz" zu warten, um seine Neugier befriedigen zu können.

Fazit:

Naomi Novik präsentiert mit "Drachenzorn" eine würdige Fortsetzung der erfolgreichen Serie "Die Feuerreiter Seiner Majestät". Der Autorin gelingt es, die verschiedenen Kulturen stimmungsvoll zu schildern, auch wenn einige ihrer zu klischeehaften Charakterisierungen den guten Eindruck ein wenig trüben. Trotzdem kann man diesen Roman dank der liebevollen Beschreibung der Hauptfiguren und der wirklich lesenswerten Reise von China bis in die Mitte Europas überaus empfehlen.
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