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Drachenprinz  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Fantasy
Geschrieben von Götz Piesbergen   
Mittwoch, 26. März 2008

Drachenprinz

Originaltitel: Throne of Jade
Übersetzt von: Marianne Schmidt

2. Band der Reihe

Verlag: Blanvalet
Erschienen: August 2007
ISBN: 978-3-442-24444-7
Preis: 8,95 EUR

543 Seiten
Inhalt
8.0
Preis/Leistung
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Gesamtwertung
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Wertung:
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Zum Inhalt:

Kaum haben Captain Will Laurence und sein gewaltiger Drache Temeraire ihre erste Bewährungsprobe bestanden, da erscheint eine chinesische Delegation am britischen Königshof und fordert die Rückgabe Temeraires. Als Laurence sich weigert, muss er seinen geliebten Gefährten in den fernen Osten begleiten - ohne zu ahnen, was ihn und Temeraire am Ende ihrer langen, gefahrvollen Reise erwartet.

Meinung:

Naomi Novik schafft es auch in dem zweiten Band um "Die Feuerreiter Seiner Majestät", ihre fantastische Welt rund um den historischen Konflikt zwischen Frankreich und England im 19. Jahrhundert perfekt zu beschreiben. Doch in "Drachenprinz" verlagert sich das Geschehen weg von England und konzentriert sich auf eine lange Seereise nach China bis zu den Ereignissen in diesem fernen Land. Als besonders gelungen empfindet man die Beschreibung Chinas, das als ein Land mit einer im Vergleich zu Großbritannien komplett entgegengesetzten Kultur und Mentalität dargestellt wird.

Während die chinesische Gesellschaft und ihr Umgang mit Drachen in liebevollen Details von der Autorin entworfen wurden, kommen die asiatischen Hauptfiguren nicht allzu gut weg. Besonders der Bruder des chinesischen Kaisers, Yongxing, der als Gesandter nach Europa reiste, um Temeraire in seine Heimat zurückzuholen, wird in keinem guten Licht gezeigt. Allgemein erscheinen die Chinesen als arrogant und voller Verachtung für die britische Kultur. Nur selten wird ein Mitglied der asiatischen Gesandtschaft als etwas offener und sympathischer beschrieben.

Da die Überfahrt von Großbritannien bis nach China fast zwei Drittel des Buches einnimmt, ist es nicht erstaunlich, dass Naomi Novik hier viel Raum hatte, um die verschiedenen Konflikte zwischen den Reisenden darzustellen. Es kommt zu Reibereien unter den Briten, bei denen die Schiffsbesatzung mit der Crew des Drachen Temeraire aneinander gerät. Aber auch zwischen den Chinesen und den Engländern kommt es zu Zwischenfällen, bei denen es in erster Linie um Temeraire geht.

Für den Drachen bietet diese Reise viele Möglichkeiten, neue Ideen aufzunehmen. Nicht nur, dass die Chinesen ihn überreden wollen, in ihrem Heimatland zu bleiben und seine Rolle als Himmelsdrache anzunehmen, auch sein Verhältnis zu Will Laurence verändert sich durch die Eindrücke. Doch trotz dieser Entwicklung bleibt Temeraire zusammen mit seinem Reiter die sympathischste Figur des ganzen Buches.

Gleiches lässt sich leider nicht von dem mitreisenden Botschafter Hammond sagen, der als Bindeglied zwischen Britannien und China fungieren soll. Bei dem Versuch, sich bei den Chinesen anzubiedern, benutzt er Mittel, die nicht mit Laurences Ehrgefühl vereinbar sind. Auf der anderen Seite wirkt er oft so naiv, dass man sich als Leser fragt, wie Naomi Novik es begründen will, dass sie eine solche Figur mit einer so wichtigen Rolle betraut hat.

Fazit:

Naomi Novik hat es geschafft, die Reise nach China spannend und interessant zu schildern, obwohl sie in "Drachenprinz" großen Raum einnimmt. Gerade die Konflikte, die währenddessen zwischen den verschiedenen Parteien entstehen, machen das Buch besonders reizvoll. Leider ist ihr die Darstellung der chinesischen Charaktere oft etwas einseitig geraten, was aber durch die liebevolle und detaillierte Schilderung der fremdländischen Kultur wieder ausgeglichen wird. Insgesamt ist der zweite Teil der "Die Feuerreiter Seiner Majestät"-Reihe nicht ganz so gelungen wie der erste Band, aber trotzdem bietet er genügend Spannung für viele unterhaltsame Lesestunden.
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