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Die Schattenkämpferin 3: Der Fluch der Assassinen  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Fantasy
Geschrieben von Konstanze Tants   
Mittwoch, 1. Dezember 2010

Die Schattenkämpferin 3: Der Fluch der Assassinen

Originaltitel: Le Guerre del Mondo Emerso - Un Nuovo Regno
Übersetzt von: Bruno Genzler

3. Band der Reihe

Verlag: Heyne
Erschienen: Dezember 2010
ISBN: 978-3-453-53362-2
Preis: 8,95 EUR

525 Seiten
Inhalt
6.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
6.2

Wertung:
6.2
von 10
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Zum Inhalt:

Die Gilde der Assassinen droht die Herrschaft in der Aufgetauchten Welt an sich zu reißen. Einzig Dubhe, die mutige junge Schattenkämpferin, kann ihr Einhalt gebieten. Gemeinsam mit der Magierin Theana macht sie sich auf die gefahrvolle Reise ins Feindesland. Doch schon bald werden sie von Soldaten überwältigt und geraten in die Fänge der blutrünstigen Gilde. Ein Kampf um Leben und Tod beginnt.

Meinung:

Mit "Der Fluch der Assassinen" endet Licia Troisis "Schattenkämpferin"-Trilogie rund um eine kleine Gruppe von Leuten, die versuchen, die Wiederauferstehung des vor vierzig Jahren besiegten Tyrannen Aster zu verhindern. Nachdem Dubhe und Lonerin in "Das Siegel des Todes" zu einer Reise in die Unerforschten Lande aufgebrochen waren, sind die beiden heil aus diesem gefährlichen Gebiet zurückgekommen. Ihnen war es gelungen, den alten Magier Sennar und Nihals Drachen Oarf aufzuspüren und ihn zurück in die Aufgetauchte Welt zu bringen.

Ido hingegen konnte San, Sennars Enkel, aus den Händen der Assassinen-Gilde befreien und erst einmal in Sicherheit bringen. Nach all den Informationen, die der Rat des Wassers nun von den Reisenden bekommen hat, werden die Aufgaben der verschiedenen Figuren neu verteilt. Der Gnom Ido übernimmt weiterhin die Verantwortung für San. Um ihn vor den Augen der Gilde zu verbergen, bringt er den Jungen in die Untergetauchte Welt. Derweil soll Sennar zusammen mit Lonerin versuchen, Nihals Talisman der Macht aufzuspüren. Denn nur mit einem so mächtigen Gegenstand können die beiden Magier vielleicht verhindern, dass Yeshol, das Oberhaupt der Assassinen, Asters Geist in einen noch lebenden Körper versetzt.

Dubhe hingegen handelt weniger im Auftrag des Rats des Wassers als in ihrem eigenen Interesse. Ihr hatte Sennar mitteilen können, dass das verhängnisvolle Siegel an ihrem Oberarm erst gebrochen werden kann, wenn derjenige, der eigentlich das Opfer dieses Fluches werden sollte, stirbt. So zieht die Schattenkämpferin los, um den Tyrannen Dohor zu töten und sich so vielleicht endlich von der Bestie in ihrem Inneren zu befreien. Der Tod des Königs könnte vielleicht auch zu einem Ende der endlosen Kriege führen, denn nur seine Machtbesessenheit führte dazu, dass inzwischen fünf der acht Aufgetauchten Länder unter seiner Herrschaft leiden müssen. Begleitet wird Dubhe bei dieser Aufgabe von der Heilerin Theana, die dafür sorgen soll, dass die junge Frau trotz der Belastung durch das tödliche Siegel ihr Vorhaben durchführen kann.

Aus Sicht dieser drei unterschiedlichen Reisegruppen erlebt der Leser die Handlung und kann verfolgen, wie es San im Untergetauchten Land ergeht und wie Sennar und Lonerin vergeblich nach Nihals Talisman suchen. Leider wirken die Passagen um diese Figuren, als ob die Autorin nicht so recht gewusst hätte, wie sie sie zu einem Ende bringen sollte. San und Ido reisen zu ihrem Ziel, dort benimmt sich der verstörte Junge so dumm, wie es nur ein Pubertierender mit seelischen Problemen auf die Reihe bekommt, und schon sind die beiden wieder auf dem Rückweg.

Bei Sennar und Lonerin scheint auch eher ihr Glück als ihr Können dafür zu sorgen, dass die beiden Magier Hinweise auf das gesuchte Artefakt finden. Und während sie von einem Ort zum nächsten ziehen, hat Licia Troisi eine Menge Raum zur Verfügung, um Sennars desillusionierte Sicht auf die Welt und den Kreislauf des Lebens darzustellen. Einzig Dubhe und Theana scheinen zielstrebig und professionell in ihrem Unterfangen vorzugehen.

In ihrem Handlungsstrang trifft der Leser auch Dohors Sohn Learco, einen Charakter, der nicht nur angenehm vielschichtig ausgearbeitet wurde, sondern der auch dafür sorgt, dass Dubhes emotionalere Seite mehr zum Vorschein kommt. So können die Passagen rund um die beiden Frauen zwar nicht ganz die Ereignislosigkeit der restlichen Handlung ausgleichen, aber sie bieten schöne Einblicke in die Persönlichkeiten der Figuren. Doch nicht nur Dubhe und Learco verändern sich im Laufe dieses Bandes deutlich, auch Theana, die anfangs nur schwer mit dem grausamen Alltag außerhalb der akademischen Atmosphäre des Rates des Wassers zurechtkommt, macht eine deutliche Entwicklung durch.

Schließlich endet die "Schattenkämpferin"-Trilogie im unterirdischen Tempel der Gilde der Assassinen in einer gewaltigen Endschlacht, die die Geschichte nach all den eher wenig berührenden Passagen zu einem überraschend bewegenden Abschluss bringt. Licia Troisi hat mit dieser Reihe zwar eine deutlich ernsthaftere Fantasygeschichte geschrieben, als es bei ihrer ersten Serie rund um "Die Drachenkämpferin" der Fall war, hat den Leser so aber auch weniger auf der emotionalen Ebene angesprochen. So unterscheidet sich "Der Fluch der Assassinen" nur wenig von den durchschnittlichen Veröffentlichungen dieses Genres, bietet aber trotzdem solide Unterhaltung.

Fazit:

"Der Fluch der Assassinen" ist der letzte Band der Reihe rund um die Schattenkämpferin Dubhe und erzählt die Ereignisse, die zum Sturz der Gilde der Assassinen führen sollen, aus drei verschiedenen Perspektiven. Während einem Sans und Idos Reise in die Untergetauchte Welt nicht mehr als eine vage Erinnerung an die erste Reihe von Licia Troisi ("Die Drachenkämpferin") bietet, erscheint Lonerins und Sennars Suche nach Nihals Talisman recht langweilig. Nur die interessanten Entwicklungen, die Dubhe, ihre Begleiterin Theana und der Königssohn Learco durchmachen, reizen die Neugier des Lesers wirklich. Zusammen mit dem berührenden Endkampf führen diese Veränderungen bei den Charakteren dazu, dass der leider nur durchschnittliche Abschluss der "Schattenkämpferin"-Trilogie dennoch zu unterhalten weiß.
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