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Die Füchse von Mahagon  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Fantasy
Geschrieben von Götz Piesbergen   
Freitag, 19. Dezember 2008

Die Füchse von Mahagon

Originaltitel: Labirinty Eho 2A: Mazes of Echo
Übersetzt von: Anna Serafin

3. Band der Reihe

Verlag: Blanvalet
Erschienen: März 2008
ISBN: 978-3-442-24457-7
Preis: 7,95 EUR

379 Seiten
Inhalt
9.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
8.9

Wertung:
8.9
von 10
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Zum Inhalt:

Max und der Kleine Geheime Suchtrupp von Echo werden auf den berühmt-berüchtigten Räuber Dschifa Savancha angesetzt, der mit seiner Bande tief unter dem Wald von Mahagon haust. Tatkräftig unterstützt wird Max dabei von seiner neusten Bekanntschaft, dem Reporter Ande Pu, der in den unpassendsten Momenten zu theatralischen Auftritten neigt. Max und seine Gefährten sind bei diesem Auftrag auf das Schlimmste gefasst - denn Dschifa ist bekanntermaßen schon seit über dreißig Jahren tot ...

Meinung:

Hinter dem Namen Max Frei steckt das russische Autorenpaar Svetlana Martynchick und Igor Stepin. Erfunden und entwickelt wurde die gleichnamige Hauptfigur ihrer Romane von Svetlana, die 1965 in Odessa geboren wurde. Max Frei stammt eigentlich von unserer Erde, wurde jedoch von Sir Juffin Hall, dem Chef des Kleinen Geheimen Suchtrupps - einer Sondereinheit der dortigen Polizei -, nach Echo gelockt, wo er seitdem äußerst merkwürdige Abenteuer erlebt. Magie ist allgegenwärtig und die Menschen können locker über 900 Jahre alt werden. Das, was er dort erlebt, verändert den neuen Echo-Bewohner und seinen Körper. Seit einem magischen Zwischenfall ist er als der offizielle Tod unterwegs, da seine Spucke garantiert jegliches Leben beenden kann.

Die erste Geschichte des Romans handelt davon, dass ein lange totgeglaubter Räuber mitsamt seiner Bande wieder sein Unwesen treibt. Gemeinsam mit der liebreizenden Lady Melamori, seiner Kollegin aus dem Kleinen Geheimen Suchtrupp, nimmt sich der Ermittler der Sache an und entdeckt dabei Erstaunliches. Auswärtiger Besuch, um den Sir Max sich gemeinsam mit seinem amüsanten Kollegen Melifaro kümmert, ist Gegenstand des zweiten Teils des Buches. Die Gäste sind auf der Suche nach einem Kriminellen aus ihrer Gegend und natürlich - wie es für Echo-Verhältnisse üblich ist - wird das Ganze wesentlich komplizierter, als zuvor angenommen.

Dabei werden die Ereignisse in einem sehr lockeren Tonfall erzählt, der die Skurrilität der Geschehnisse noch mehr hervorhebt. Seien es nun die Begegnungen von Max Frei mit dem Volk, von dem er angeblich abstammt - und deren König er aus Versehen wird -, oder die neuen Fähigkeiten, die er im Laufe seiner Abenteuer entwickelt, immer wird die Handlung mit einem gewissen Augenzwinkern präsentiert. Dabei ist der Humor in den Erzählungen vollkommen anders, als man es von Autoren wie Terry Pratchett gewöhnt ist. Bei den Geschichten aus dem Echo-Labyrinth ist die Komik wesentlich feinfühliger. Sie entsteht zum Beispiel durch die vollkommen untertriebene Art und Weise, wie sich Melifaro um ungehobelten Besuch kümmert. Max Freis Kollege erledigt das Ganze, in dem er seine Gäste hinauswirft, erzählt dies jedoch eher auf eine beiläufige Art und Weise, als ob dies für ihn etwas Alltägliches wäre. Dies ist jedoch in Echo eher ungebräuchlich, ist doch schließlich die Gastfreundschaft schon fast heilig!

Bei dem Titelhelden sind es vor allem seine selbst für Echo ungewohnten Fähigkeiten, die ihn definieren, und von denen er im Laufe seiner Abenteuer immer wieder neue hinzugewinnt. Dies mag auf dem ersten Blick gewöhnungsbedürftig sein, jedoch schaffen es die Autoren, dass Max sich nicht allein über diese Fähigkeiten definiert, sondern vielmehr über seine Interaktion mit seinem sozialen Umfeld, zum Beispiel den Kollegen. Und so entdeckt er ständig neue Seiten an sich selbst und an Echo, was ihn auch teilweise, wie im Falle seiner plötzlichen Königswürde, in Schwierigkeiten bringt.

Es wird aber auch auf alte Geschichten zurückgegriffen. Diese werden konsequent weiterentwickelt, wovon die beteiligten Personen enorm profitieren. Dies zeigt sich besonders bei Lady Melamori, die immer noch mit der gescheiterten Beziehung zwischen ihr und Sir Max beschäftigt ist. Beide versuchen darüber hinwegzukommen, und man merkt, wie schwer dies vor allem der Verfolgungsmeisterin des Kleinen Geheimen Suchtrupps fällt. Doch wie es in "Das Echo-Labyrinth" üblich ist, haben die beiden Autoren für diese unglücklich Verliebten eine Lösung parat, die ungewöhnlich ist.

Doch nicht nur die Lady erhält einiges an Raum, um sich weiterzuentwickeln, sondern auch Melifaro. Bislang war man es von dem Tagesantlitz - so die offizielle Bezeichnung seines Postens bei dem Suchtrupp - gewohnt, dass er ein ziemlicher Spaßvogel ist. Doch zum ersten Mal sieht man hier seine Grenzen, und dass auch ihm jemand auf die Nerven gehen kann. Eine ungewohnte Seite an ihm, auch wenn er mit der Situation am Ende doch noch recht locker umgeht. Neben den Mitgliedern des Kleinen Geheimen Suchtrupps wird aber auch die Gesellschaft von Echo an sich durch diverse Repräsentanten dargestellt. So lernt man durch Ande Pu, der ein Händchen dafür hat, mit Katzen umzugehen, und dabei ein Chaos zu hinterlassen, das interessante Zeitungswesen von Echo kennen.

Fazit:

In Sachen humorvoller Fantasy führt eigentlich kein Weg an den Erzählungen von Max Frei vorbei. Die Geschichten sind alle in einem sehr lockeren Tonfall erzählt und sorgen so dafür, dass das Leseerlebnis erfreulich kurzweilig ist. Der Humor kommt dabei auf leichten Füßen daher und entsteht vor allem aus skurrilen Situationen, gemischt mit einer Prise Ironie. Bei all dem Humor vergessen die Autoren Svetlana Martynchick und Igor Stepin mit ihrem Pseudonoym Max Frei aber auch nicht ihre Figuren. Neben ihrem Titelhelden und Alter Ego konzentrieren sie sich in jeder Geschichte auch noch auf mindestens eine andere Figur. In dem aktuellen Band "Die Füchse von Mahagon" wären dies Lady Melamori und Sir Melifaro.
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