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Der Prüfstein der Drachen  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Fantasy
Geschrieben von Konstanze Tants   
Mittwoch, 6. August 2008

Der Prüfstein der Drachen

Originaltitel: The Dragon's Touchstone
Übersetzt von: Edda Petri

1. Band der Reihe

Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: Juni 2007
ISBN: 978-3-404-20570-7
Preis: 8,95 EUR

478 Seiten
Inhalt
6.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
6.2

Wertung:
6.2
von 10
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Zum Inhalt:

300 Jahre vor der Zeit, über die in "Der Glasdrache" berichtet wird, ist Coronnan ein aufgewühltes Reich. Viele Magier arbeiten nur für die eigenen Ziele. Am Höhepunkt dieses chaotischen Zeitalters erkennen die Drachen, dass sie eingreifen müssen. Ihre verbündeten Menschen sind Nimbulan, ein Magier, und Myrilandel, eine Hexe und Heilerin, die zwischen Menschen und Drachen vermitteln soll. Doch selbst die Magie der Drachen reicht vielleicht nicht aus, um ihren Hauptgegner zu bezwingen - einen fanatischen Blutmagier ...

Meinung:

In der Reihe "Die Historie des Drachen-Nimbus" erzählt Irene Radford die Vorgeschichte ihres Buches "Der Glasdrache". Den Auftakt dieses neuen Zyklus bildet "Der Prüfstein der Drachen". Wie so oft, wenn Autoren in ihren Werken in der Zeit zurückgehen, um dem Leser mehr Hintergründe über ihre Welt zu vermitteln, ist das Ergebnis nicht ganz so gelungen, wie man es von einer so guten Autorin hätte erwarten können.

"Der Prüfstein der Drachen" berichtet von den Ereignissen, die zur Gründung der ersten Magierschule führten. Coronnan wird von Kriegen zerrissen, viel versprechende junge Magier und ganze Generationen von Männern werden von ihren Lords auf den Schlachtfeldern geopfert. Kein Kriegsherr ist bereit, zugunsten seines Volkes Frieden zu schließen. Zu groß ist die Angst, unter seinesgleichen als Schwächling angesehen zu werden.

Der mächtige Magier Nimbulan hat sich Lord Kammerly angeschlossen. Er hofft, dass sein Dienstherr mächtig genug ist, um die anderen Lords zu unterwerfen - und somit letztlich für Frieden in Coronnan zu sorgen. Dafür verschließt der Magier auch die Augen vor den perversen Neigungen Kammerlys und den vielen Toten, die durch seine Schlachtenzauber ihr Leben lassen.

Erst die junge Hexe Myrilandel veranlasst Nimbulan, ernsthaft über sein Tun nachzudenken. Schon lange widert ihn seine Tätigkeit als Schlachtenmagier an. Nur mit der Unterstützung seines langjährigen Freundes Ackerly ist er noch in der Lage, für die ihm anvertrauten Magier und Soldaten zu sorgen. Myrilandel hingegen ist eine Hexe, was bedeutet, dass ihre Magie nie ausgebildet wurde. Die Not der verletzten Krieger zwingt sie, sich um die Männer zu kümmern und ihre Wunden zu heilen. Doch jede Heilung raubt der jungen Frau mehr von ihrer Kraft und so bringt sie ihre Begabung gleichzeitig in tödliche Gefahr.

Nimbulan, Myriandel und der friedliebende Lord Quinnault versuchen zusammen je nach ihren Möglichkeiten, die Gesellschaft von Coronnan zu verändern. Alle drei werden von der Hoffnung auf Frieden angetrieben und nur gemeinsam haben sie eine Chance, ihr Ziel zu erreichen. Auf ihrem Weg liegen viele unterschiedliche Gefahren. Neben den rivalisierenden Adligen, die um ihre Macht fürchten, stellen auch die geheimnisvollen Rover und ihre ganz eigene Magie eine Herausforderung für Nimbulan und Myriandel dar.

Doch der schlimmste Gegner von allen ist der Blutmagier Moncriith, dessen Magie aus dem Schmerz und der Verzweiflung seiner Opfer geboren wird. Er ist wie besessen von dem Gedanken, dass alle Hexen von Dämonen beseelt sind. Und wer diesen unnatürlichen Kreaturen hilft, muss natürlich ebenso vom Bösen infiziert worden sein. Dank seiner magischen Überredungsgabe versammelt der böse Moncriith schnell eine große Anhängerschaft um sich, die zu einer neuen Gefahr für das ganze Land zu werden droht.

Eigentlich beinhaltet "Der Prüfstein der Drachen" alle Zutaten, die ein gelungener Fantasyroman benötigt. Machthungrige Adlige, nach Wissen strebende Magier, gute Hexen, böse Gegenspieler und ungewöhnliche Drachen könnten zu einer spannenden Geschichte verwoben werden. Vor allem die stimmige Welt von Coronnan und die ungewöhnliche Darstellung der Drachen, die für die Bewohner dieser Zeit nur noch Mythen zu sein scheinen, bieten unendliche Möglichkeiten. Doch so ganz kann Irene Radford den Leser mit diesem Roman nicht überzeugen, es fehlen einfach die entscheidenden Wendungen, die einen mitfiebern lassen.

Vielleicht war es für die Autorin einfach eine zu große Herausforderung, aus den schon durch ihre erste Reihe, "Der Drachen-Nimbus", bekannten historischen Tatsachen eine neue Geschichte zu entwickeln. Wenn von vornherein feststeht, in welche Richtung die Handlung zu verlaufen hat und welche Charaktere die Geschehnisse überleben müssen, führt der Mangel an Freiraum wohl zu einem zwar ganz guten und unterhaltsamen, aber eben nicht besonderen Roman. Gerade die überraschenden Wendungen und der wunderbare Humor, der sonst die Bücher von Irene Radford auszeichnet, kommen in diesem Band einfach ein wenig zu kurz und auch die Charakterisierungen der Bösewichte hätten komplexer und weniger klischeebehaftet erfolgen können.

Fazit:

"Der Prüfstein der Drachen" ist nicht gerade einer der besten Romane von Irene Radford. Auch wenn die Autorin dem Leser hier immer noch eine unterhaltsame Geschichte bietet, vermisst man doch den wunderbaren Humor und die überraschenden Wendungen, die ihre erste Reihe, "Der Drachen-Nimbus", ausgezeichnet hatten. Sind auch die Hauptfiguren sehr liebevoll dargestellt, hat Irene Radford für die Bösewichte leider ganz tief in die Klischeekiste gegriffen. Da bleibt nur zu hoffen, dass die Autorin im nächste Band der Reihe ("Der Kriegsmagier") beweist, wie spannend und komplex sie eigentlich eine Geschichte erzählen kann.
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