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Der magische Dolch  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Fantasy
Geschrieben von Konstanze Tants   
Montag, 20. Oktober 2008

Der magische Dolch

Originaltitel: The Sharing Knife: Legacy
Übersetzt von: Alexander Lohmann

2. Band der Reihe

Untergenre: Liebe und Romantik
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: Oktober 2007
ISBN: 978-3-404-20580-6
Preis: 8,95 EUR

429 Seiten
Inhalt
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
8.0

Wertung:
8.0
von 10
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Zum Inhalt:

Die Bauerntochter Fawn und der Seenläufer Dag sind frisch vermählt - und nun steht ihnen die größte Bewährungsprobe in ihrer Beziehung bevor: Der erste Kontakt mit Dags Familie! Keiner in der Seenläufergemeinschaft ist begeistert davon, dass Dag ein einfaches Mädchen vom Land geheiratet hat, und seine Familie versucht alles, um die beiden wieder auseinanderzubringen. Bevor dieser Zwist geklärt ist, taucht ein besonders mächtiger Landzehrer auf. Dag und seine Patrouille ziehen in den Kampf gegen das Ungeheuer, während Fawn bei den Seenläufern zurückbleibt.

Meinung:

"Der magische Dolch" ist der zweite Teil der Reihe "Die magischen Messer", und da die Geschichte genau zwei Stunden nach Ende des ersten Teils weitergeht, ist es für das richtige Verständnis schon nötig, den ersten Band zu kennen. In "Die Klingen des Lichts" haben sich Fawn und der Seenläufer Dag kennen und lieben gelernt, nachdem sie zusammen gegen einen Landzehrer kämpfen mussten.

Doch der Sieg über das üble Ungeheuer war leicht im Vergleich zu der Auseinandersetzung mit Fawns Familie, bis diese die Einwilligung zur Hochzeit der beiden gab. Für die Seenläufer sind die Siedler unwissende Menschen, die nicht einmal einen Dank für die Krieger übrig haben, die ihnen die gefährlichen Landzehrer vom Hals schaffen. Die Bauern hingegen sind fest davon überzeugt, dass die Seenläufer ihre Kinder stehlen, um sie für schwarzmagische Rituale zu verwenden, bei denen die Krieger menschliche Leichen verzehren. Diese Gestalten sind für sie nicht viel besser als die Landzehrer, auch wenn man sie bedauerlicherweise zur Hilfe rufen muss, wenn die Ungeheuer auftauchen.

Bei so vielen Vorurteilen auf beiden Seiten ist es kein Wunder, dass auch die Seenläufergemeinschaft alles daran setzt, ihren herausragenden Krieger Dag von seiner bäuerlichen Ehefrau zu trennen. Besonders Dags Familie macht den Frischvermählten das Leben schwer. Als Dag dann aufbrechen muss, um einen besonders üblen Landzehrer zu bekämpfen, lässt er Fawn in einer feindseligen Umgebung zurück. Jeder Seenläufer, der gegen die Übel loszieht, macht sich Gedanken um seine Familie, die zurückbleiben muss. Aber normalerweise kann jeder Kämpfer auf den Rückhalt der Gemeinschaft vertrauen, sodass seine Lieben auch dann versorgt sind, wenn ihm etwas passieren sollte.

Auf den ersten Blick passiert auch in diesem Band der Reihe um "Die magischen Messer" nicht sehr viel. Fawn und Dag müssen, trotz der Vorurteile von allen Seiten, ihren gemeinsamen Weg finden. Im Vergleich zu diesem Zwist innerhalb der Seenläufergemeinschaft erscheint der Kampf gegen den mächtigen Landzehrer wie ein eher kleines Gefecht. Und doch gelingt es Lois McMaster Bujold gerade durch das Zusammenspiel dieser vielen kleinen familiären Szenen im Kontrast mit dem Kampf der Seenläufer gegen den Landzehrer, ihrer Welt einen besonders realen Anstrich zu geben.

In dieser - romantischen - Fantasyreihe geht es nicht darum, dass ein Held loszieht und mit seinem magischen Messer das große böse Monster besiegt. Die Autorin versucht lieber, zwei vollkommen gegensätzliche Völker aufeinander zugehen und über die Vorurteile hinweg einen Weg finden zu lassen, der sie in die Lage versetzt, gemeinsam gegen die Bedrohung ihrer Welt anzugehen. Lois McMaster Bujold erzählt sehr liebevoll und voller Humor von den Schwierigkeiten zweier Volksgruppen, Verständnis füreinander zu entwickeln. Nicht selten verzweifelt der Leser fast an der Sturköpfigkeit der verschiedenen Charaktere und kann doch trotzdem ihre Beweggründe genau nachvollziehen. "Der magische Dolch" bietet eine ungewöhnliche Fantasygeschichte, bei der die beiden Hoffnungsträger ihren Kampf nicht durch Waffen und Magie bestreiten können, sondern nur mit Liebe, Offenheit und dem Versuch, eine Brücke zwischen Bauern und Seenläufern zu schlagen.

Fazit:

Der ungewöhnliche Erzählansatz in "Der magische Dolch" wird wohl - genau wie die sehr dominierende Liebesgeschichte - nur bei wenigen Lesern wirklich auf reine Begeisterung stoßen. Für klassische Fantasyleser ist die Beziehung zwischen Fawn und Dag zu sehr im Vordergrund und für Leser von Liebesromanen ist die Handlung zu fantastisch. Doch wer bereit ist, sich von den ausgetretenen Pfaden der verschiedenen Genres wegzubewegen und einfach offen für diese Genremischung ist, den erwartet eine hinreißende Geschichte, die zusätzlich noch durchdrungen ist von dem wunderbaren Humor, der Lois McMaster Bujold so erfolgreich gemacht hat.
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