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Dante Valentine 1: Teufelsbraut  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Fantasy
Geschrieben von Götz Piesbergen   
Donnerstag, 31. Dezember 2009

Dante Valentine 1: Teufelsbraut

Originaltitel: Working for the Devil
1. Band der Reihe

Verlag: LYX
Erschienen: Oktober 2008
ISBN: 978-3-8025-8175-5
Preis: 9,95 EUR

432 Seiten
Inhalt
9.0
Preis/Leistung
9.0
Gesamtwertung
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Wertung:
9.0
von 10
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Zum Inhalt:

Die Kopfgeldjägerin Dante Valentine wird vom Teufel persönlich in die Hölle gerufen, der ihr einen Auftrag anbietet. Sie soll einen Dämon aufspüren, der ein wertvolles Artefakt aus der Hölle gestohlen hat. Und dem Teufel kann man schlecht eine Bitte abschlagen, vor allem, wenn das eigene Leben davon abhängt. Am geheimnisvollsten ist jedoch Dantes neuer Begleiter, der wortkarge, grünäugige Dämon Japhrimel ...

Meinung:

Lilith Saintcrow ist bereits eine erfahrene Schriftstellerin, deren bisherigen Werke nie den Weg nach Europa geschafft haben. Mit "Teufelsbraut" liefert sie endlich ihr Deutschland-Debüt ab. Das Buch handelt davon, dass die Nekromantin und Kopfgeldjägerin Dante Valentine einen Auftrag vom Teufel persönlich erhält. Sie soll einen Dämon aufspüren, der aus der Hölle mit einem wertvollen Artefakt entkommen ist. Da Luzifer sie unter Druck setzt, kann sie schlecht ablehnen. Hinzu kommt auch noch, dass der Flüchtige ihr schon einmal begegnet war. Damals hat er vor ihren Augen ihre beste Freundin getötet. Die toughe Totenbeschwörerin ist jedoch nicht alleine unterwegs. Zum einen wird ihr Japhrimel, ebenfalls ein Dämon und ein direkter Untergebener des Herrschers über diese übernatürlichen Kreaturen, zur Seite gestellt. Zum anderen begleiten und unterstützen ihre Freunde sie im Laufe des Abenteuers. Und während der Ermittlungen stößt auch noch der ehemalige Liebste von Danny, wie die Titelheldin auch gerufen wird, zum Team hinzu, was für sie die Sache nicht gerade einfacher macht.

Was das Buch von anderen Mystery-Romanen etwas absetzt, ist das Setting. Lilith Saintcrow hat die Handlung in die Zukunft gesetzt, wobei die Grenzen zum Science-Fiction-Genre leicht verschwimmen. In dieser Zeit steht fest, dass die Magie ebenso wie die Hölle und die alten Götter (wie zum Beispiel der ägyptische Totengott Anubis) existiert. Die Welt von Dante Valentine ist außerdem noch ziemlich dreckig und korrupt. Rollenspiel-Kennern fallen da doch gewisse Parallelen zu dem berühmten Cyber-Punk-Werk "Shadowrun" auf. Wobei die Autorin sich wohl nur grob daran orientiert hat, beinhaltet ihre Kreation doch genügend eigene Ideen, um nicht wie eine bloße Kopie zu wirken. Ihre Welt wirkt sehr durchdacht und überzeugt mit einer eigenen Terminologie und Technik. Damit der Leser auch etwas damit anzufangen weiß, hat sie am Ende des Buches ein Glossar angehängt, in dem die wichtigsten Begriffe erläutert werden.

Als Nektromantin und Kopfgeldjägerin hat Dante Valentine beste Kontakte zur Polizei und kennt sich ebenfalls in der kriminellen Szene gut aus. Ihre Aufgabe als Totenbeschwörerin nimmt sie sehr ernst, auch wenn ihr diese teilweise abverlangt, bis an ihre Grenzen zu gehen. Saintcrow beschreibt ihre Protagonistin als äußerst kratzbürstig, jedoch auch als jemand, der für seine Freunde alles tun würde. Da die Anzahl an verlässlichen Bekannten überschaubar ist, wiegt für Danny jeder Verlust doppelt so schwer und sie kommt mit Verrat nur schwer zurecht. Ihr vorgebliches "Versagen" von damals, als der Dämon ihre Freundin vor ihren Augen umbrachte, nagt immer noch an der Protagonistin, was man im Laufe des Buches immer wieder merkt. Doch daraus zieht die Titelheldin ihre Motivation, den Auftrag von Luzifer gewissenhaft zu erfüllen.

Es herrscht eine gewisse knisternde Spannung zwischen Dante, Japhrimel und Jace. Während sie Letzterem nur schwer verzeihen kann, dass er sie eines Tages einfach so verlassen hat (obwohl er gute Gründe dafür hatte), ist es bei dem Dämon etwas anderes. Zuerst ist sich Danny unsicher, wie sie mit ihm umgehen soll, da es für eine Nekromantin unüblich ist, sich mit diesen Wesen zu beschäftigen. Doch schnell entwächst aus ihrer Zusammenarbeit mehr als bloße professionelle Zuneigung - mit erheblichen Konsequenzen für beide. Es ist spannend zu lesen, wie sehr beide Figuren sich immer mehr verändern.

Und dann ist da noch der Gegenspieler: Ein Dämon, ähnlich wie Japhrimel, jedoch mit einem Plan, der sogar der Hölle gefährlich werden kann. Anfänglich erfährt der Leser bis auf ein paar Informationsbrocken kaum etwas über ihn. Er ist der große mysteriöse Unbekannte, über dessen Pläne man zwar etwas erfährt, doch nichts über seine wahren Motivationen. Dieser Dämon ist eigentlich nur Mittel zum Zweck, um die Handlung im Fluss zu halten. So werden in seinem Kontext immer wieder einige Geheimnisse enthüllt, die das Umfeld von Dante Valentine gehörig durcheinanderwirbeln. Hier ist besonders deutlich zu merken, dass dieses Buch eigentlich nur der Auftakt zu einer Reihe von weiteren Romanen ist. Zwar ist die Handlung spannend und gut geschrieben, doch gegen Ende hin bleiben noch einige winzige Details offen, die auf eine Fortsetzung neugierig machen.

Fazit:

Lilith Saintcrow hat mit "Teufelsbraut" einen eher ungewöhnlichen Mystery-Roman abgeliefert. Das Buch sticht durch das ungewöhnliche Setting hervor, das ein bisschen an Science-Fiction-Romane und an die Rollenspiel-Reihe "Shadowrun" erinnert. Überzeugen kann die Autorin den Leser durch die diversen Charaktere, die alle sehr sympathisch wirken. Da sind zum einen die beiden Hauptfiguren Dante Valentine und Japhrimel. Sie ist äußerst emotional und energiegeladen und wirkt daher gleich beim ersten Lesen äußerst sympathisch. Bei dem Dämon hingegen ist es interessant zu verfolgen, wie sich seine Beziehung zur Heldin langsam von der bloßen Professionalität zu einer persönlichen Zuneigung wandelt. Die Handlung wird durch die Nebenfiguren weiter abgerundet. Leider bleibt Dante Valentines Gegenspieler blass und nicht gerade überzeugend. Ebenso merkt man auch, dass dieses Buch nur den Auftakt zu einer ganzen Reihe von weiteren Erzählungen bildet. Dieses Manko stört jedoch nicht wirklich, da die Autorin die Neugier des Lesers auf eine Fortsetzung geweckt hat.
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