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Auf den Schwingen der Nacht  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Fantasy
Geschrieben von Konstanze Tants   
Mittwoch, 8. Dezember 2010

Auf den Schwingen der Nacht

Originaltitel: Fallen Angel
Übersetzt von: Sybille Uplegger

1. Band der Reihe

Untergenre: Liebe und Romantik
Verlag: Ullstein
Erschienen: August 2010
ISBN: 978-3-548-28221-3
Preis: 7,95 EUR

320 Seiten
Inhalt
6.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
6.2

Wertung:
6.2
von 10
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Zum Inhalt:

Als die 16-jährige Ellspeth in der High School dem attraktiven Michael begegnet, hat sie das Gefühl, ihn schon lange zu kennen. Mehr noch: Wie sie verfügt Michael über die mysteriöse Fähigkeit, Gedanken zu lesen, und er lehrt Ellspeth zu fliegen.
Im Bann der ersten großen Liebe sind die beiden von nun an unzertrennlich. Noch ahnt Ellspeth nicht, welche Bestimmung sie mit Michael verbindet - und in welche Gefahr sie sich begeben, als sie ihre wahre Natur zu ergründen versuchen ...

Meinung:

Auf den ersten Seiten von Heather Terrells Roman "Auf den Schwingen der Nacht" beschleicht den Leser das Gefühl, als ob er die Handlung schon aus diversen anderen Büchern kennen würde - doch zum Glück ändert sich dies im Laufe des Zeit. Wie in so vielen anderen romantischen Fantasygeschichten beginnt die Handlung an einer amerikanischen High School. Hauptfigur ist die sechzehnjährige Ellspeth, Ellie genannt, die versucht, ein ganz normales Leben zu führen, obwohl sie eine ungewöhnliche Gabe besitzt.

Ellie kann, wenn sie einen Menschen berührt, Gedanken und Erinnerungen der anderen Person wahrnehmen. Doch diese Fähigkeit ist ihr eher unheimlich und so konzentriert sie sich darauf, in der Schule einer Clique von hochnäsigen Mädchen aus dem Weg zu gehen und mit ihrer besten Freundin Ruth ausländische Filme anzugucken. Zu Beginn der elften Klasse kommt dann ein neuer Schüler an Ellies Schule. Michael ist ein sehr gut aussehender und schnell bei allen beliebter Junge. Und zu Ellspeths Verwirrung behauptet er, dass er sie schon vor drei Jahren kennengelernt habe, als sie in den Ferien mit ihren Eltern in Guatemala an einem gemeinnützigen Projekt arbeitete.

Obwohl sich Ellie überhaupt nicht an Michael erinnern kann, ist sie von Anfang an von dem Jungen fasziniert. Noch mehr zieht er sie in seinen Bann, als sie herausfindet, dass Michael ebenso wie sie von anderen Menschen "Visionen" empfangen kann. Schnell wird aus den beiden ein Paar und von diesem Moment an versuchen sie gemeinsam, hinter das Geheimnis ihrer ungewöhnlichen Fähigkeit zu kommen. Dabei finden sie heraus, dass sie noch mehr Dinge können, die einem gewöhnlichen Menschen nicht möglich sind.

Erst ab dem Punkt, an dem man mehr über die Gaben von Ellspeth und Michael herausfindet und weiteres über die Hintergründe dieser beiden Figuren erfährt, gelingt es Heather Terrell, den Leser zu fesseln. Denn obwohl die Geschichte wie ein beliebiger High-School-Fantasy-Roman beginnt, ist die Grundidee von "Auf den Schwingen der Nacht" ungewöhnlich und sehr reizvoll. Es gab zwar in den letzten Monaten vermehrt Veröffentlichungen, die das Thema - wie der Serientitel "Die Chronik der Nephilim" schon andeutet - (gefallene) Engel aufgegriffen haben, doch nicht in der gleichen Art und Weise wie Heather Terrell.

So ist es spannend, zusammen mit Ellie herauszufinden, was für Fähigkeiten sie überhaupt hat - und inwieweit diese Gaben mit gefallenen Engeln und dem endgültigen Kampf zwischen dem Guten und dem Bösen zu tun haben könnten. Dabei fällt vor allem auf, dass das Mädchen zwar in seiner Beziehung zu Michael anfangs der passivere Part ist und sich viel von seinem Freund vorschreiben lässt, aber sich letztendlich doch als der stärkere Charakter von beiden entpuppt. Ellspeth ist angenehmerweise kein schwaches Frauchen, das beschützt werden muss, sondern eine selbstständige junge Frau, die in der Lage ist, ihre Kämpfe selbst auszufechten.

Dank des eher beliebigen Anfangs und des missglückten Versuchs, am Ende des Buches noch einen spannenden Kampf einzubauen, kann "Auf den Schwingen der Nacht" nicht durchgehend überzeugen. Doch die sympathischen Charaktere, die ungewöhnliche Grundidee und die einfache (aber zum Glück nicht zu simple) und flüssig zu lesende Schreibweise sorgen für einen entspannten Lesetag und machen neugierig auf die Fortsetzung der Geschichte.

Fazit:

Obwohl "Auf den Schwingen der Nacht" anfangs wie eine schrecklich durchschnittliche romantische High-School-Fantasygeschichte wirkt, gelingt es Heather Terrell im Laufe ihres Romans, eine ungewöhnliche und sehr interessante Grundidee in die Handlung einfließen zu lassen. Zusammen mit der sechzehnjährigen Ellspeth und ihrem Freund Michael findet der Leser mehr über die besonderen Gaben der beiden heraus, die in rätselhaftem Zusammenhang mit gefallenen Engeln stehen. Dieser reizvolle Hintergrund lässt ebenso wie die sympathische Hauptfigur die Hoffnung aufkommen, dass die Autorin aus diesem Auftakt im weiteren Verlauf der Serie noch mehr herausholen kann. So überzeugt "Auf den Schwingen der Nacht" zwar nicht ganz, bietet aber einiges Potenzial für eine Fortführung der Geschichte.
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