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Die Nachtgänger  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Allgemeine Belletristik
Geschrieben von Ramona Böhm   
Dienstag, 21. Juli 2009

Die Nachtgänger

Originaltitel: The Night Climbers
Übersetzt von: Karin Dufner

Verlag: Knaur
Erschienen: Januar 2009
ISBN: 978-3-426-63667-1
Preis: 8,95 EUR

400 Seiten
Inhalt
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
8.0

Wertung:
8.0
von 10
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Zum Inhalt:

Universität Cambridge. Fünf Studenten genießen ihr Leben, ohne an die Zukunft zu denken. Sie wollen im Hier und Jetzt leben und um keinen Preis erwachsen werden. James erzählt die Geschichte der vier Freunde, die er in seinem ersten Jahr in Cambridge kennenlernt. Diese Gruppe ist auf Spaß und Spiel aus, wird von der Universitätsleitung gejagt und entkommt auf nervenaufreibenden Wegen immer wieder. Aber jeder Spaß hat irgendwann sein Ende ...

Meinung:

Die Nachtgänger sind ein kleiner Club, bestehend aus vier Studenten der Universität Cambridge, die ihr Leben und ihre Freiheit genießen wollen. Sie steigen nachts auf die Dächer der Gebäude oder boxen, um Schulden zu begleichen. Bei ihren Streichen halten sie sich allerdings sehr bedeckt. Diskretion steht an oberster Stelle, denn die meisten von ihnen stammen aus wohlhabenden, bekannten Familien.

James trifft eines Nachts zufällig auf Michael Findlay, der von universitärem Personal gesucht wird, weil er, gemeinsam mit seinen Freunden, auf dem Dach des Gebäudes herumgesprungen ist - und das nicht zum ersten Mal. Bei James sucht er Zuflucht und lädt ihn, aus Dankbarkeit für seine Hilfe, zum Essen ein und kurz darauf lernt James den Rest der Clique kennen: Francis, Lisa und Jessica - und ehe er sich versieht wird er Teil der Nachtgänger und findet seinen Platz in einer ganz neuen Welt.

Michael ist der Draufgänger und Francis derjenige, der nur so mit dem Geld seiner Vaters um sich wirft und alle anderen mit sich zieht bzw. finanziell unterstützt. Doch eines Tages dreht ihm sein Vater den Geldhahn zu. Er ist der Ansicht, dass sein Sohn das Geld nur verschleudert und von Schmarotzern ausgenommen wird, womit er gar nicht so Unrecht hat. Er enterbt Francis. Nun müssen die jungen Leute auf andere Art und Weise an Geld kommen. Francis hat bereits einen Plan, der die legalen Grenzen weit überschreitet ...

Den Einstieg in die Geschichte bietet ein gelungenes erstes Kapitel: Nach zehn Jahren Schweigen treffen James und Jessica wieder aufeinander, denn das damalige "Verbrechen" droht aufzufliegen. James soll Jessica alle Ereignisse, die damals in diesem einen aufregenden Jahr geschehen sind, detailliert erzählen, denn sie hat so lange versucht, alles zu verdrängen, dass sie sich nicht mehr richtig erinnern kann.

Das Buch und seine Charaktere strahlen vor Lebenslust und Freude, die aber in manchen Situationen auch ins Negative driften kann. Genau das ist das Thema des Buches. Der Leser ist fasziniert und zugleich schockiert, wenn er liest, wie genau sich die Studenten, deren Welt nur aus Spaß besteht, amüsieren. Ein Schauer läuft einem über den Rücken, wenn man die Passage liest, in der Francis und James heimlich zu Leichenobduktionen gehen, die den Medizinstudenten vorbehalten sind, und Francis den Kopf eines toten Mannes aufsägt.

Das Buch glänzt durch seine bildlichen und ausweitenden Beschreibungen, die sich aber an manchen Stellen zu lang ziehen. Die Atmosphäre an der Universität, die Emotionen und Beweggründe der Protagonisten werden aber unheimlich gut eingefangen und an den Leser weitergegeben. Ivo Stourtons Figuren sind besonders. Sie sind alle exzentrisch und werden genau dadurch lebendig. Jeder für sich hat seine Macken und sticht damit aus der Masse der alltäglichen Studenten heraus.

Fazit:

Ivo Stourtons "Die Nachtgänger" ist ein Buch über Lebenslust und die Angst vor dem Erwachsenwerden. Fünf Studenten genießen ihr Leben in vollen Zügen. Unterstützt durch das Geld eines reichen Vaters, verprassen sie alles und suchen immer neue, aufregendere Dinge: illegale Boxkämpfe oder Leichen sezieren. Als ihnen der Geldhahn aber zugedreht wird, stehen die jungen Leute vor der Wahl zu arbeiten oder über die Grenze des Legalen zu gehen, um an Geld zu gelangen. Ein Buch, dass das Studentenleben einmal anders beschreibt.
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