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Bad Monkeys  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Allgemeine Belletristik
Geschrieben von Konstanze Tants   
Mittwoch, 10. September 2008

Bad Monkeys

Originaltitel: Bad Monkeys
Übersetzt von: Giovanni und Ditte Bandini

Verlag: Hanser
Erschienen: Februar 2008
ISBN: 978-3-446-23002-6
Preis: 19,90 EUR

252 Seiten
Inhalt
8.0
Preis/Leistung
7.0
Gesamtwertung
7.9

Wertung:
7.9
von 10
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Zum Inhalt:

Jane Charlotte sitzt, des Mordes angeklagt, in der psychiatrischen Abteilung eines Gefängnisses in Las Vegas. Sie leugnet nicht, stellt vielmehr klar, dass sie einer Geheimorganisation angehört, die das Böse bekämpft. Genauer gesagt einer Untergruppe namens "Abteilung für die finale Ausschaltung nicht zu rettender Personen". Schon als Teenager bringt sie den Hausmeister ihrer Schule zur Strecke, den sie für einen Kindermörder hält. Dumm ist nur, dass die Tatwaffe danach verschwunden ist und der Mörder weiterhin sein Unwesen treibt. Später wird sie von den Bad Monkeys rekrutiert und besteht auch die Aufnahmeprüfung, obwohl sie statt eines Bösewichts gleich zwei erledigt. Doch stimmt ihre Geschichte überhaupt?

Meinung:

Seit seinem Erstlingswerk "Fool on the Hill", das auch gleichzeitig seine Diplomarbeit darstellte, ist der Autor Matt Ruff einen weiten Weg gegangen. Von Anfang an waren seine Romane nicht einfach einem Genre zuzuordnen und für den Leser von einer verstörenden Faszination. So auch sein aktueller Roman "Bad Monkeys", selbst wenn der Großteil der Geschichte wie ein sehr ungewöhnlicher Krimi wirkt. Überaus amüsant und den Leser ebenso verwirrend wie faszinierend erzählt der Autor in einer leicht zugänglichen Erzählweise eine Geschichte über eine inhaftierte Mörderin und ihre Motive.

Jane Charlotte befindet sich in einem vollkommen weißen Verhörraum in der Strafvollzugsanstalt Clark County, Las Vegas, und der Psychiater Dr. Richard Vale versucht herauszufinden, warum die Inhaftierte einen Mann namens Dixon getötet hat. Jane Charlotte erzählt dem Arzt eine unglaublich Geschichte über eine geheime Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Welt zu beschützen und zu verbessern. Nach dem Motto "Omnes mundum facimus" (Wir alle machen die Welt) wird diese Gesellschaft aktiv, wenn es darum geht, schlechte Menschen wieder auf den Pfad des Guten zu führen - oder nicht zu rettende böse Menschen auszuschalten, um sie an weiteren verbrecherischen Taten zu hindern.

Schon als Teenager hatte Jane den ersten Kontakt zu dieser geheimnisvollen Organisation. Damals versuchte sie, einem mutmaßlichen Kindermörder das Handwerk zu legen, wobei sie in eine Aktion der "Bad Monkeys" hineingeriet. Das Mädchen tötete den Verbrecher und die Organisation kümmerte sich um die Beseitigung aller Spuren, die darauf hinweisen konnten. Doch erst 22 Jahre später, nach einem überaus stürmischen Leben - in dessen Verlauf sich Jane Charlotte nicht immer auf der Seite des Gesetzes bewegte - wird die Frau als Agentin für die "Bad Monkeys" rekrutiert.

In den verschiedenen Sitzungen mit Dr. Vale entfaltet sich eine sagenhafte Geschichte, bei der der Leser ständig im Zweifel ist, ob die Erzählerin diese Sachen wirklich erlebt hat oder ob sie sich diese unglaublichen Geschehnisse nur ausdenkt, um ihre Taten zu entschuldigen und zu erklären. Aber man beginnt auch, über das Böse nachzudenken und sich gleichzeitig einzugestehen, wie erschreckend die Vorstellung einer solchen Geheimorganisation ist. Und je länger man Janes Erklärung ihrer Taten lauscht, desto mehr stellt man jede einzelne Aussage in Frage. Aber auch Dr. Vales Erklärungsversuche für die skurrilen Elemente der Geschichte der Mörderin lassen den Leser von Seite zu Seite seine Meinung wechseln.

Im Laufe des Romans häufen sich die verwirrenden und seltsamen Begebenheiten und faszinierenden Wendungen, bis der Leser nur noch atemlos auf die nächste Aussage wartet, die sein Weltbild wieder auf den Kopf stellen wird. Leider hat Matt Ruff diese vielen Kniffe gegen Ende des Buches etwas übertrieben und so wirkt die anfangs einzigartige, intelligente Geschichte zum Schluss hin nur noch unglaubwürdig und enttäuscht den Leser ein wenig. Doch trotz dieser nachlassenden Qualität im letzten Drittel des Buches ist "Bad Monkeys" ein Roman, der den Leser so schnell nicht wieder loslassen wird und ihn auch nach der Lektüre noch mit der Frage beschäftigt, was nun die wahre Geschichte dieses Buches war.

Fazit:

Matt Ruffs Roman "Bad Monkeys" übt eine unwahrscheinliche Faszination auf den Leser aus. Zwischen Schmunzeln und Fassungslosigkeit hin- und hergerissen, verfolgt man den Lebensweg der Jane Charlotte. Zusammen mit dem Psychiater, dem die verurteilte Mörderin ihre Geschichte erzählt, sucht man den wahren Kern hinter der verstörenden Erzählung. Auch wenn der Autor im letzten Drittel des Buches ein wenig zu oft die Sicht auf das, was wahr sein kann, auf den Kopf stellt, hallt "Bad Monkeys" noch lange im Leser nach.

 
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