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Queen & Country 2: Operation: Morningstar  Drucken E-Mail
Comics: Amerika Krimi & Thriller
Geschrieben von Götz Piesbergen   
Freitag, 17. Oktober 2008

Queen & Country 2: Operation: Morningstar

Autor: Greg Rucka
Zeichner: Brian Hurtt

Originaltitel: Queen & Country: Operation: Morningstar
Übersetzt von: Jochen Ecke

2. Band der Reihe

Verlag: Modern Tales
Format: Taschenbuch
Erschienen: Mai 2005
ISBN: 3-936686-78-5
Preis: 7,90 EUR

88 Seiten
Inhalt
9.0
Zeichnungen
8.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
8.4

Wertung:
8.4
von 10
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Zum Inhalt:

David MacMillan arbeitet als Reporter für die BBC in Afghanistan, aber auch als verdeckter Ermittler für den britischen Geheimdienst. Kurz vor seiner Verhaftung durch eine Miliz des Talibanregimes gelingt es ihm, eine Liste mit Untergrundkontakten zu verstecken - nur leider wissen seine Auftraggeber in London nicht, wo er sie gelassen hat. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt: Paul Crocker, Einsatzleiter des Geheimdienstes, schickt seine Minder nach Kabul, um die Liste ausfindig zu machen, bevor sie in die Hände der Taliban fällt. Die Agentin Tara Chace, die immer noch schwer an den Ereignissen von "Operation: Broken Ground" trägt, muss leider im guten alten England bleiben - was aber nicht heißt, dass sie sich von dort aus nicht nützlich machen kann ...

Meinung:

Mit "Operation: Morningstar" veröffentlicht Modern Tales den zweiten Band von "Queen & Country" auf Deutsch - und dieses Mal ist die Geschichte im Vergleich zum letzten Comic noch näher an der Realität. Greg Rucka behandelt hier Themen, die einem Durchschnittsmenschen, der die letzten Jahre aufmerksam die Nachrichten verfolgt hat, durchaus bekannt vorkommen.

Die Story spielt zu dem Zeitpunkt, als das Talibanregime seine Macht in Afghanistan endgültig festigt. Dabei werden willkürlich Journalisten anderer Länder festgenommen und hingerichtet. Unter diesen befindet sich auch ein britischer Journalist, der auf freiwilliger Basis für den Geheimdienst seiner Heimat gearbeitet hat. Kurz vor seinem Tod hat er noch eine wichtige Liste versteckt, die, wenn die Taliban sie entdecken, für viele Menschen das Ende bedeuten könnte. Daher schickt Paul Crocker zwei seiner Agenten nach Afghanistan, um den neuen Machthabern zuvorzukommen. Die Agentin Tara Chace, die dem Leser aus "Operation: Broken Ground" bekannt ist, bleibt zurück - eine Entscheidung, die schwer an ihr nagt.

Greg Rucka nutzt diese Story, um sich mehr auf die beiden anderen Minders der Abteilung zu konzentrieren. Zwar spielt Tara Chace auch einen nicht zu unterschätzenden Teil in der Geschichte, doch dieser ist nicht mehr ganz so umfangreich wie im letzten Band. Schnell wird der Leser mit den beiden anderen Minders warm, wobei Tom Wallace Sympathien weckt. Er ist der Veteran unter den drei Agenten und man merkt ihm seine Erfahrung an. Die ganze Zeit strahlt er eine gewisse Ruhe aus. Er schert sich wenig um Konventionen oder Regeln, sondern verlässt sich auf seine Intuition und alte Bekannte, wobei er alles mit einem gewissen Humor zu sehen scheint.

Edward Kittering ist der Junior im Team - und das ist wortwörtlich zu verstehen. Seine Figur bleibt die ganze Story über recht blass, denn er dient hauptsächlich als Stichwortgeber während er in seinem Job Erfahrungen sammelt. Hier bleibt die Hoffnung, dass diese Figur von Greg Rucka vielleicht künftig noch ein wenig mehr ausgebaut wird. Auch wenn Tara Chace in London zurückbleibt, spielt sie doch einen nicht unerheblichen Part in der Geschichte. Geschickt drückt Greg Rucka ihre Frustration aus. Sie will helfen, sie will nützlich sein. Nichts tun zu können, ärgert und frustriert sie. So tendiert sie zu selbstzerstörerischen Aktionen, wie zu viel Alkohol und Sex mit fremden Leuten. Der Einsatzleiter Paul Crocker sorgt sich auf seine Art und Weise um die Personen, die durch die Entdeckung der Liste gefährdet werden könnten. Und er macht sich Gedanken um seine Minder, vor allem in Bezug auf ihre Einsatzfähigkeit.

Brian Hurtts Zeichnungen sind gegenüber den Zeichnungen von Steve Rolston aus dem ersten Band eine enorme qualitative Verbesserung. Seine Figuren leben richtig, was man besonders an den Gesichtsausdrücken erkennen kann. Auch zeichnet er wesentlich mehr Hintergründe, die deutlich detaillierter sind als die Arbeiten in "Operation: Broken Ground". Doch den letzten Schliff erhalten seine Zeichnungen durch die Tuschearbeit von Bryan O'Malley und Christine Norrie. Im Vergleich ist sie die deutlich bessere der beiden, da ihre Arbeit wesentlich filigraner ist. Christine Norrie unterstreicht noch ein bisschen mehr die Bewegung der Figuren und hält sich, was den Einsatz von Schatten angeht, mehr zurück als O'Malley, der dazu tendiert, Szenen mit Schatten zu überfrachten.

Modern Tales übersetzt auch "Operation: Morningstar" wie üblich solide. Allerdings fällt bei diesem Comic das Zusatzmaterial etwas dünn aus. Es besteht nämlich nur aus einer Liste von Links, die der Autor bei der Recherche zur Geschichte verwendet hat. Dass heute nicht mehr alle davon funktionieren, ist dem Verlauf der Zeit geschuldet, denn seitdem der Band veröffentlicht wurde, sind schließlich einige Jahre vergangen.

Fazit:

"Queen & Country: Operation: Morningstar" ist eine qualitativ hochwertige Fortsetzung der Reihe. Greg Rucka nimmt die Story zum Anlass, um sich mehr auf Tara Chaces Kollegen zu konzentrieren. Dabei profitiert vor allem Tom Wallace von der Geschichte, während die Figur des Edward Kittering eher blass bleibt. Dass Tara Chace in der Story nicht mit nach Afghanistan geht, ist für den Leser kein Schaden, da ihr Charakter ungemein von dieser neuen Situation profitiert. Die Zeichnungen von Brian Hurtt sind im Vergleich zu denen von Steve Rolston aus "Operation: Broken Ground" eine deutliche Qualitätssteigerung. Seine Arbeit ist wesentlich realistischer und auch bezüglich der Gesichtsausdrücke und Hintergrundetails besser. Der gelungene Eindruck wird durch die Tuschearbeiten von Bryan O'Malley und Christine Norrie noch verstärkt, wobei Norries Arbeit besonders hervorzuheben ist.
Weiterführende Infos

 
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