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Bite Club 2: Vampire Crime Unit  Drucken E-Mail
Comics: Amerika Krimi & Thriller
Geschrieben von Manuel Tants   
Dienstag, 5. Mai 2009

Bite Club 2: Vampire Crime Unit

Zeichner: David Hahn

Originaltitel: Bite Club: Vampire Crime Unit
Übersetzt von: Bernd Kronsbein

Reihe: Bite Club
2. Band der Reihe

Verlag: Vertigo
Format: Softcover
Erschienen: April 2009
ISBN: 978-3-86607-787-4
Preis: 16,95 EUR

128 Seiten
Inhalt
4.0
Zeichnungen
5.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
6.0
Gesamtwertung
5.0

Wertung:
5.0
von 10
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Zum Inhalt:

Miamis Vampire Crime Unit hat einen harten Fall zu knacken: Eine drogensüchtige Stripperin wird tot in einem Club aufgefunden - mit herausgerissenem Herzen. Und die Hauptverdächtige ist Risa Del Toro. Doch Risa ist die Patin der Vampir-Mafia der Stadt. Kein Wunder also, dass Detective Fortine und sein Team ihr bald an den hohen Hacken hängen. Denn Fortine hat noch eine ganz persönliche Rechnung mit den Del Toros offen. Und schon bald füllen sich die Straßen von Miami mit Blut ...

Meinung:

Nach dem Erfolg des ersten, in sich abgeschlossenen Bandes der Mafia-Vampir-Mixtur "Bite Club" legen die Autoren Howard Chaykin und David Tischman nun eine zweite Episode nach, die zwar gelegentlich auf den Vorgängerband Bezug nimmt, im Grunde aber auch unabhängig davon gelesen werden kann. Denn diesmal wird die Geschichte nicht aus der Sicht des vampirischen Mafiaclans Del Toro erzählt, sondern aus der Perspektive des jungen Detectives Macavoy, der erst seit wenigen Monaten bei Miamis "Vampire Crime Unit" (kurz: V.C.U.) arbeitet.

Wie der Name schon andeutet, ist die V.C.U. eine Abteilung der Polizei, die für die Aufklärung von Kriminalfällen im Zusammenhang mit Vampiren zuständig ist. Geleitet wird diese Sonderkommission von Detective Fortine, der Vampire leidenschaftlich hasst. Und auch die übrigen alteingesessenen Kollegen Macavoys sind felsenfest davon überzeugt, dass die tote Frau, die gerade in einer Vampirdisco aufgefunden wurde, zweifelsfrei auf das Konto von Risa Del Toro gehen muss, der mächtigsten und begehrtesten Vampirin der Stadt. Einzig der Nachwuchspolizist glaubt an die Unschuld der Mafia-Patin. Doch das könnte möglicherweise auch daran liegen, dass er sich stark zu der ebenso leichtlebigen wie gefährlichen Vampirin hingezogen fühlt - und im Gegenzug scheint die undurchschaubare Risa ebenfalls ein gewisses Interesse an Macavoy zu hegen.

Wie schon im ersten "Bite Club"-Band setzen die Autoren erneut stark auf die provokative Wirkung, die offen (bzw. vulgär) thematisierte sexuelle Ausschweifungen haben können - zumindest dann, wenn das Publikum überwiegend eher unreif ist. Auch in "Vampire Crime Unit" geht es nur am Rande um den tatsächlichen Kriminalfall und viel mehr darum, wer es wie mit wem treibt, treiben möchte oder zu treiben gezwungen wird. Denn nicht nur die Vampir-Gangster sind skrupellos und komplett triebgesteuert, auch bei den Ermittlern der V.C.U. tut sich so mancher moralische Abgrund auf. Das sorgt dafür, dass dem Leser wirklich jede einzelne Figur schnell unsympathisch wird. Und nach wie vor ist auch der Vampirismus im Grunde kaum mehr als eine effektheischende und letztlich überflüssige Spielerei, die nur wenige praktische Auswirkungen auf den tatsächlichen Handlungsverlauf hat und lediglich den Vorwand für die rassistischen Ansichten einiger Figuren liefert.

Immerhin lässt sich eine leichte Verbesserung im Erzählstil der Autoren erkennen: Während im vorigen Band noch ein omnipräsenter auktorialer Erzähler den Leser mit vermeintlich coolen Sprüchen und unnötig oft wiederholten Nebensächlichkeiten zuschüttete, wird die Handlung diesmal vom Protagonisten Macacoy selbst erzählt. Zwar kommentiert er auch Szenen, von deren Verlauf er eigentlich gar nichts wissen kann, aber dennoch sind seine Beiträge deutlich weniger zahlreich. Auch die penetrante, pseudo-lakonische Distanziertheit der Erzählerstimme wird auf diese Weise weitgehend vermieden.

Zeichner dieser zweiten "Bite Club"-Geschichte ist erneut David Hahn, dessen Stil sich gegenüber dem ersten Zyklus nicht verändert hat. Seine Illustrationen sind schlicht und wirken etwas eckig, wodurch sie auf den ersten Blick an den "Animated"-Stil diverser Superhelden-Trickserien der 90er erinnern. Jedoch fehlt ihnen das gewisse Etwas, um die minimalistische Ästhetik dieser Vorbilder vollständig einfangen zu können, und so wirkt seine Arbeit leider erneut in erster Linie nichtssagend. Selbst Actionszenen können bei ihm zudem oftmals kaum die nötige Dynamik vermitteln.

Auch Kolorist Brian Miller ist wieder mit von der Partie. Bei ihm ist eine kleine Weiterentwicklung zu erkennen: Zwar verwendet er weiterhin für zusammenhängende Szenen ausschließlich Schattierungen der gleichen Grundfarbe, doch immerhin lockert er diese im wahrsten Sinne des Wortes eintönige Farbgebung nun mitunter dadurch auf, dass einzelne Panels an Szenenübergängen in einer komplett anderen Farbe gehalten sind - ein Tropfen auf den heißen Stein. "Vampire Crime Unit" wird übrigens zum gleichen Preis wie der erste "Bite Club"-Band angeboten, enthält im Vergleich zu diesem aber ein US-Heft (und damit etwa 20 Seiten) weniger.

Fazit:

"Bite Club 2: Vampire Crime Unit" krankt an den gleichen Problemen wie der erste Band dieser Reihe: Die Geschichte will in erster Linie cool und frivol sein, erreicht dieses Ziel aber nicht einmal ansatzweise - vordergründige Vulgaritäten genügen dafür einfach nicht. Ignoriert man zudem die gewollt provokante Fassade, bleibt lediglich ein eher bescheidener, von durchschaubaren Intrigen dominierter Kriminalfall mit unsympathischen Protagonisten übrig. Dieser wird zwar dank der geänderten Erzählerperspektive etwas annehmbarer präsentiert als das Mafia-Klischeedrama des ersten Bandes, kann sich aber trotzdem nicht aus den tiefsten Tiefen der Banalität erheben. Die übermäßig simplen und wenig lebhaften Zeichnungen von David Hahn sowie Brian Millers fade Kolorierung bieten leider erneut kaum etwas fürs Auge, sodass man auch im Abschlussband der Reihe dem "Bite Club" nicht freiwillig beitreten möchte.
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