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Buffy - The Vampire Slayer 1: Die Rückkehr der Jägerin  Drucken E-Mail
Comics: Amerika Horror & Mystery
Geschrieben von Konstanze Tants   
Freitag, 1. Januar 2010

Buffy - The Vampire Slayer 1: Die Rückkehr der Jägerin

Autor: Joss Whedon
Originaltitel: Buffy - The Vampire Slayer, Season 8: The Long Way Home
Übersetzt von: Claudia Kern

1. Band der Reihe

Verlag: Panini Comics
Format: Softcover
Erschienen: Februar 2008
ISBN: 978-3-86607-477-4
Preis: 14,95 EUR

128 Seiten
Inhalt
7.0
Zeichnungen
6.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
7.0
Gesamtwertung
6.7

Wertung:
6.7
von 10
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Zum Inhalt:

Die vor Jahren eingestellte Fernsehserie "Buffy - The Vampire Slayer" wird nun als Comic fortgesetzt. Die Geschichte schließt dort an, wo die 7. Staffel endete, als nach dem großen Kampf gegen das Urböse unzählige Jägerinnen in die Welt hinausziehen, um fortan das Böse zu bekämpfen. Nun sind die Jägerinnen eine Organisation, geführt von Buffy und ihren Mitstreitern. Und sie sind nicht nur ein Dorn im Auge der dämonischen Unterwelt, sondern auch der Geheimdienste, die ihre ganz irdische Machtposition gefährdet sehen - Schwierigkeiten sind vorprogrammiert. Und auch Buffys persönliche Probleme werden dadurch nicht gerade kleiner ...

Meinung:

Als im Jahr 2003 die letzte Folge der siebten "Buffy"-Staffel ausgestrahlt wurde, hofften wohl viele Fans der Fernsehserie, dass sich die Hauptdarstellerin Sarah Michelle Gellar doch noch zu einer weiteren Staffel überreden ließe. Daraus wurde leider nichts, was schade ist, da Joss Whedon, der Schöpfer der Serie, angeblich bereits einige Ideen für eine Fortsetzung der Geschichte in der Hinterhand gehabt hätte. Um diese Ideen doch noch seinem Publikum erzählen zu können, wechselte Whedon vom Film in ein anderes Medium und veröffentlichte ab 2007 beim amerikanischen Dark-Horse-Verlag die achte "Buffy"-Staffel als Comic.

"Die Rückkehr der Jägerin" besteht aus zwei Teilen, nämlich einer längeren Geschichte (vier Kapitel) namens "Der lange Weg nach Hause" sowie einem Einblick in das Leben einer der neuen Jägerinnen mit dem Titel "Die Kette", der sich nur über ein Kapitel erstreckt. Wer sich die Geschehnisse der sieben Fernsehstaffeln noch einmal in Erinnerung rufen möchte, kann dies dank einer kurzen Zusammenfassung von Steffen Volkmer am Anfang dieses Bandes tun. Für den Leser, der die Serie nicht kennt, reichen die dort vorhandenen Informationen allerdings nicht, um die Comic-Handlung mit all den Anspielungen auf die Serie auch nur einigermaßen nachvollziehen zu können.

In "Der lange Weg nach Hause" (gezeichnet von Georges Jeanty) erfährt der Leser etwas über den neuen Alltag der Jägerinnen. Von Sunnydale blieb am Ende der siebten Staffel nur ein riesiger Krater zurück und ungefähr 500 von den ca. 1800 Jägerinnen, die inzwischen auf der Welt existieren, haben sich unter der Leitung von Buffy und Xander zu einer Organisation zusammengeschlossen, die gegen Dämonen und andere böse Mächte vorgeht. Ihr Hauptquartier hat die Organisation in Schottland, und während Buffy weiterhin auf die Jagd geht, beobachtet Xander die verschiedenen Aktionen und koordiniert das Zusammenspiel der verschiedenen Untergruppen.

Doch natürlich hat eine so mächtige Frau wie Buffy weiterhin erbitterte Gegner - und nicht alle davon sind von dämonischer Natur. Eine geheimnisvolle militärische Gruppe erkundet den Krater, der von Sunnydale übrig geblieben ist, und plant, die Jägerinnen mit Hilfe mächtiger Verbündeter zu vernichten. Aber nicht nur bei ihrer Tätigkeit als Vampirjägerin bekommt es Buffy mit Problemen zu tun, auch ihr Privatleben ist (wie gewohnt) schwierig. So ist Dawn aus unerklärlichen Gründen zu einer Riesin geworden, was das Verhältnis der beiden Schwestern nicht gerade verbessert.

Während der erste Teil des Comics auf die allgemeine Situation eingeht, Buffys und Xanders neuen Alltag an der Spitze der Organisation der Jägerinnen zeigt und auch einen kleinen Blick auf das Verbleiben weiterer Charaktere aus der Serie bietet, konzentriert sich "Die Kette" (von Paul Lee gezeichnet) auf eine namenlose Jägerin, die als Buffy-Double im Untergrund eingesetzt wird. All diese Grundvorausetzungen bieten Joss Whedon die Möglichkeit, wieder actionreiche Geschichten zu erzählen, bei denen der ganz eigene Humor des Autors nicht zu kurz kommt.

Sehr schön ist es für Kenner der "Buffy"- und "Angel"-Serien, die vielen kleinen Anspielungen auf verschiedene Folgen zu lesen und in den Gesamtzusammenhang einzubinden. Der auffälligste Verweis bezieht sich dabei auf die "Angel"-Folge "Bella Roma", in der Angel und Spike hoffen, dass sie bei einer Reise nach Rom auf Buffy treffen, die sich angeblich inzwischen in ein ziemliches Party-Girl verwandelt haben soll. Aber auch sonst wurde darauf geachtet, dass der Leser bei den Figuren immer wieder vertrauten Charakterzügen begegnet oder Wortwendungen liest, die für bestimmte Personen einfach typisch sind.

Da wohl kaum jemand diese Comics lesen wird, ohne die Schauspieler der Fernsehserie vor Augen zu haben, lag die Herausforderung für Georges Jeanty ("Der lange Weg nach Hause") und Paul Lee (" Die Kette") nicht nur in der grafischen Umsetzung der Handlung, sondern auch darin, die bekannten Gesichter so ähnlich wie möglich umzusetzen. Leider ist dies vor allem Georges Jeanty nicht immer gelungen. Und so braucht es bei manchen Figuren erst einmal eine Erwähnung im Text, damit man dem Gesicht einen Namen zuordnen kann.

Dies liegt aber nicht nur an der mangelnden Ähnlichkeit, sondern auch daran, dass der Zeichner gerade bei den Gesichtern die Perspektive nicht immer trifft und sie so etwas verschoben darstellt. Auch fehlt dem Seitenaufbau die Dynamik, sodass viele der Action-Szenen deutlich statischer wirken, als es die Handlung verlangt hätte. Dafür gelingt es Dave Stewart, mit seiner liebevollen Kolorierung den Bildern Textur zu verleihen und das Beste aus den Zeichnungen herauszuholen. Abgerundet wird der Auftakt der achten "Buffy"-Staffel durch die Abbildung von neun Covers und Variant-Covers der amerikanischen Originalausgaben.

Fazit:

Vier Jahre mussten die "Buffy"-Fans auf eine Fortsetzung der beliebten Fernsehserie warten, bis Joss Whedon die achte Staffel als Comic auf den Markt brachte. Auch in der Geschichte hat sich einiges getan, sodass sich der Leser mit einer neuen Organisation rund um die Jägerinnen auseinandersetzen muss. Dabei gibt es so manches Wiedersehen mit den vertrauten Serien-Charakteren und ungewöhnliche neue Gegner, denen Buffy und die anderen gegenüberstehen. Joss Whedon gelingt es, nicht nur die actionreiche Erzählweise, sondern auch den ganz besonderen Humor der Serie in dem neuen Medium umzusetzen. Leider kann aber der Zeichner Georges Jeanty, der für die Hauptstory "Der lange Weg nach Hause" zuständig ist, nicht vollkommen überzeugen. Vor allem muss man bei den Gesichtern manchmal die Ähnlichkeit mit den Schauspielern suchen, die die Figuren so viele Jahre verkörpert haben.
Weiterführende Infos

 
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