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Star Trek: Countdown  Drucken E-Mail
Comics: Amerika Fantasy & Sci-Fi
Geschrieben von Jana Witte   
Freitag, 16. Juli 2010

Star Trek: Countdown

Zeichner: David Messina

Originaltitel: Star Trek: Countdown
Übersetzt von: Christian Langhagen

Reihe: Star Trek
Verlag: Cross Cult
Format: Softcover
Erschienen: April 2009
ISBN: 978-3-941248-06-9
Preis: 14,80 EUR

104 Seiten
Inhalt
6.0
Zeichnungen
7.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
7.0
Gesamtwertung
6.7

Wertung:
6.7
von 10
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Zum Inhalt:

"Countdown" legt den Grundstein für die Geschehnisse im Kinofilm und stellt die Verbindung zwischen den Next-Generation-Charakteren nach dem Ende des letzten Star-Trek-Films "Nemesis" und dem neuen Film her. Dabei liegt der Fokus des Bandes auf dem Romulaner Nero: Wer ist er? Gegen wen hegt er einen Groll und warum? Die Ursprünge seines Vernichtungsfeldzugs gegen das vulkanische Reich liegen nicht in der Vergangenheit, sondern in der Zukunft! Acht Jahre nach dem fehlgeschlagenen Coup der Remaner, geschildert im Star-Trek-Film "Nemesis", wird der Planet Romulus erneut Schauplatz von Ereignissen, die das politische Gefüge im Universum aus dem Gleichgewicht zu reißen drohen. Eine Supernova könnte alles Leben auf dem Planeten auslöschen. Der romulanische Raumschiff-Captain Nero macht sich, unterstützt von dem gealterten Botschafter Spock und der USS Enterprise unter dem Kommando von Captain Data, auf die Suche nach einem Mineral, mit dem die Katastrophe verhindert werden könnte. Nicht nur die Zeit arbeitet gegen Nero und seine Crew, auch die Remaner sind nicht an einem Gelingen der Mission interessiert.

Meinung:

Mit diesem Comic wird die offizielle Vorgeschichte zum elften Star-Trek-Film (aus dem Jahr 2009) mit dem Titel "Star Trek" geschildert. Der Film beginnt damit, dass das Sternenflottenschiff USS Kelvin vernichtet wird, als es auf ein unbekanntes Raumschiff trifft. Dessen romulanischer Captain Nero will sich an Spock und Vulkan sowie der gesamten Föderation für die Vernichtung von Romulus rächen. Durch das Auftauchen von Neros Schiff wurde die Geschichte, wie sie Nero und der Zuschauer kennt, verändert und eine neue, alternative Zeitlinie geschaffen. In dieser Zeitlinie greift Nero Vulkan an und die jungen, frisch von der Akademie kommenden Offiziere James T. Kirk und Spock müssen erstmals zusammenarbeiten.

Der Comic "Countdown" erzählt nun, wie es zur Zerstörung des Planeten Romulus kam und warum Nero solch einen Groll hegt. In seiner Gegenwart, dem Jahr 2387, entwickelt sich ein Stern des Hobus-Systems zu einer Supernova, welche das nahe gelegene romulanische Imperium und sogar die Galaxie bedroht. Nero, Captain des Bergbauschifffes Narada, kann seine Crew und sein Schiff vor den ersten hiermit verbunden Turbulenzen gerade noch retten und kehrt nach Romulus zurück. Dort hat der Föderationsbotschafter Spock in eigenen Forschungen die sich anbahnende Entwicklung im Hobus-System erkannt und unterrichtet den romulanischen Senat.

Spocks Lösungsvorschlag, mithilfe so genannter roter Materie ein künstliches schwarzes Loch im Hobus-Stern zu erschaffen, setzt das Zusammenarbeiten zweier Reiche voraus: Das romulanische Imperium muss Decalithium liefern, Vulkan daraus die benötigte rote Materie herstellen. Diesen Vorschlag weist der Senat aufgrund des Misstrauens gegenüber den Vulkaniern zurück. Nero allerdings bietet Spock seine Hilfe an, damit auf Vulkan rote Materie produziert werden kann. Auf Spocks Heimatplanet angelangt, verstreicht weiter wertvolle Zeit, da die Beratung im vulkanischen Rat andauert. Derweil kehren Nero und seine Crew nach Romulus zurück, wo sie nur noch dessen Zerstörung feststellen können.

Der Comic ist für das Verständnis des großen Handlungsbogens im Film "Star Trek" nicht zwingend notwendig, erleichtert aber den Zugang zu Neros Verhalten im Film. Letzterer führt Nero und die Narada als Bedrohung ein, konzentriert sich dann aber mehr darauf, wie die dem Star-Trek-Fan bekannten Charaktere Kirk, Spock, McCoy, Uhura, Scotty, Sulu und Chekov sich das erste Mal begegnen und zusammenarbeiten. Im Comic hingegen wird die emotionale Entwicklung Neros und seiner Crew nachvollziehbar präsentiert. Daneben liefert "Countdown" auch weitere interessante Informationen, zum Beispiel wie die Narada zu der an Borgschiffe erinnernden Monstrosität wird. Die Autoren haben sich zudem bemüht, den Comic auch an die im Star-Trek-Film "Nemesis" geschilderten Ereignisse anzubinden, können damit aber nicht ganz überzeugen.

Der mit dem Star-Trek-Universum vertraute Leser fragt sich zum Beispiel, warum die Romulaner überhaupt die Hilfe Vulkans benötigen, benutzen sie doch als Antriebsquelle in ihren Raumschiffen eine künstliche Quantensingularität, im Grunde also ein künstliches schwarzes Loch. Auch der Einbezug etablierter Charaktere aus "Star Trek: The Next Generation" wirkt bemüht. Nicht nur, dass zufällig die Enterprise E unter Captain Data Spock und Nero in einem Gefecht zu Hilfe kommt, später tauchen auch noch Worf, Commander Geordi La Forge und Jean-Luc Picard auf.

Zeichnerisch wird die Story von dem italienischen Künster David Messina umgesetzt. Nach den Comics "Die Sprache des Blutes" zur Classic-Serie und "Spiegelbilder" zur Next-Generation-Serie ist "Countdown" Messinas dritte Arbeit im Star-Trek-Universum. Dabei legt Messina das Setting, passend zu der tragischen und düsteren Story, überwiegend im Halbdunkel bis Dunkel an. Die Gefechte auf den Schiffen und im Weltraum sind kraftvoll gestaltet und vermitteln Aktion.

Zu den Charakteren ist anzumerken, dass insbesondere Spock, neben Nero eine Hauptfigur des Comics, individuelle Details fehlen. David Messina zeichnet den Vulkanier zwar besonders in den Porträts kantig und charaktervoll, seine Darstellung lässt aber das Individuelle vermissen. Dass Messina dazu durchaus in der Lage wäre, zeigen seine zeichnerischen Charakterisierungen von Data, La Forge, Worf und insbesondere Nero. Hier hat der Künstler nicht nur wunderbar die Gesichtszüge eingefangen, sondern auch typische Blick- und Kopfhaltungen transportiert.

Bei der Gestaltung des Comics ist erkennbar, dass ein Übergang zum elften Star-Trek-Film geschaffen werden sollte: Jedes Kapitel wird begonnen mit einer Extraseite. Avers findet sich ein zeichnerisches Porträt eines Comicbuchcharakters, Revers ein fotografisches, entsprechend koloriertes Porträt einer Filmfigur. Abgerundet wird der Band durch zwei Doppelseiten mit Charakterskizzen David Messinas unter anderem zu Data und Spock.

Fazit:

Als offizielle Vorgeschichte des elften Star-Trek-Films präsentiert der Comic "Countdown" psychologisch nachvollziehbar Neros Entwicklung vom Captain eines einfachen Bergbauschiffes zu dem rachebesessenen Angreifer des Films, hinterlässt jedoch bei dem zugrunde liegenden Plot sowie dem Einbringen von Charakteren aus "Star Trek: The Next Generation" Zweifel. Besonders schade ist es außerdem, dass gerade Spock in der zeichnerischen Darstellung nicht überzeugt. Insgesamt stellt "Countdown" dennoch eine willkommene Ergänzung zum elften Star-Trek-Film dar.
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