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Bone 1: Flucht aus Boneville  Drucken E-Mail
Comics: Amerika Fantasy & Sci-Fi
Geschrieben von Götz Piesbergen   
Samstag, 29. November 2008

Bone 1: Flucht aus Boneville

Autor: Jeff Smith
Zeichner: Jeff Smith

Originaltitel: Bone
Übersetzt von: Monja Reichert

Reihe: Bone
1. Band der Reihe

Verlag: Tokyopop
Format: Hardcover
Erschienen: Oktober 2006
ISBN: 978-3-86580-781-6
Preis: 10,00 EUR

144 Seiten
Inhalt
8.0
Zeichnungen
7.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
9.0
Gesamtwertung
7.7

Wertung:
7.7
von 10
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Zum Inhalt:

Nachdem sie wegen zwielichtiger Geschäfte aus Boneville geflohen sind, verlieren die drei Cousins Fone, Smiley und Phoney Bone sich auf der Flucht vor einem Heuschreckenschwarm aus den Augen. Nun ist jeder auf sich allein gestellt. Einer nach dem anderen gelangen sie in ein geheimnisumwittertertes Tal, das voller rätselhafter, furchteinflössender und wunderbarer Kreaturen steckt. Denn der Käfer Ted und ein roter, rauchender Drache sind nur der Anfang des größten Abenteuers ihres Lebens!

Meinung:

In den USA ist der Comic "Bone" Kult und gilt als ein Synonym für Erfolg außerhalb der großen, den Markt beherrschenden Verlage. Zwischen 1991 und 2004 erschienen 55 Ausgaben der Serie und machten ihren Schöpfer Jeff Smith weltbekannt. Seine Comicreihe, die für alle Altersstufen ansprechend ist, wird von dem Verlag Tokyopop in Deutschland herausgebracht. Es gibt zwei Varianten: Das Taschenbuchformat und das Hardcover. Das handliche Taschenbuch sammelt mehr Geschichten pro Band, ist jedoch nur in Schwarzweiß erhältlich, während das Hardcover - das hier besprochen wird - eine neu kolorierte Fassung der Storys bietet.

"Bone" ist die Geschichte von drei knochenähnlichen Gestalten, die alle vollkommen unterschiedlicher Natur sind. Da wäre Phoncible Bone, kurz Phoney Bone genannt, der immer daran interessiert ist, möglichst schnell möglichst viel Reichtum zu erlangen. Dabei nimmt er es mit Recht und Gerechtigkeit nicht ganz so genau. Er ist auch der Grund, weshalb die drei Bones aus ihrer Heimat Boneville fliehen mussten. Sein Kompagnon und Partner-in-Crime ist Smiley Bone, der Größte der drei, der allerdings nicht der allerhellste ist.

Hauptfigur der Serie ist aber Fone Bone. Ein liebenswerter, kleiner Kerl, der mit allen Menschen und Tieren bestens zurechtkommt, jemand, der gerne Moby Dick liest und sich unsterblich in die junge Thorn verliebt. Sie ist ein junges Mädchen aus einem abgelegenen Tal, das bei seiner bären- und willensstarken Großmutter Ben lebt. Dorthin verschlägt es nach und nach alle drei Bones, womit das Abenteuer erst so richtig anfängt. Ein Erlebnis, bei dem auch ein gewisser roter Drache eine wichtige Rolle spielt.

Auf den ersten Blick wirkt "Bone" wie eine Serie, die sich allein über ihren Humor definiert. Es gibt am laufenden Band Szenen und Personen, die einen beim Lesen laut auflachen lassen, einfach weil sie so skurril sind. Highlights sind unter anderem ein plötzlich einbrechender Winter, die dummen, dummen Rattenmonster, die den Gegenpart zu den Helden bilden, sowie die Machenschaften von Phoney Bone. Jeff Smith schafft es ohne Probleme, das ganze sehr gut zu präsentieren.

Doch der Autor legt auch Spuren aus, die auf einen ernsthafteren Hintergrund schließen lassen. So ist mit den Rattenmonstern nicht zu spaßen. Zwar handelt es sich dabei größtenteils um feige Kreaturen, doch gleichen sie ihre Feigheit durch ihre große Anzahl mehr als aus. Sie alle gehorchen einem übergroßen Rattenmonster mit dem Namen Kingdok, das wiederum einer geheimnisvollen vermummten Gestalt gehorcht - und diese hat Pläne, denen ausgerechnet Phoney Bone im Weg steht.

Aber auch Thorn scheint mehr zu sein, als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Sie ist ein junges, hübsches Mädchen, das jedoch nachts Alpträume von angreifenden Rattenmonstern hat. Träume, in denen sie selbst als Kleinkind auftaucht. Das alles wirkt sehr mysteriös und lässt auf einen komplexen Hintergrund schließen. So gibt es auch am Ende des ersten Bandes einige Rätsel. An erster Stelle steht sicherlich die Frage, wieso der rote Drache - der sehr häufig den Retter in der Not spielt - und Großmutter Ben - die über eine ziemlich bewegte Vergangenheit verfügt - sich nicht mögen. Etwas scheint da vorgefallen zu sein, aber es bleibt noch unklar, was das für eine Bedeutung es für die laufende Handlung hat.

Die Zeichnungen von Jeff Smith sind größtenteils sehr gelungen. Ihm gelingt es perfekt, die scheinbar so unschuldige Welt auf Papier einzufangen. Doch gibt es auch ein paar Dinge zu bemängeln, zum Beispiel die ziemlich muskulöse Darstellung der Brust und Vorderbeine des Drachen bei seinem ersten Auftritt, während der Drache in den nächsten Szenen immer so gezeichnet wird, dass Brust und Beine entweder außerhalb des Panels oder durch andere Dinge verdeckt sind. Auch die Gesichtsausdrücke von Thorn wirken manchmal nicht so ganz gelungen. Bei der Gestaltung des Hardcovers hält sich Tokyopop mit Extras spürbar zurück. Das Einzige, was der Leser zusätzlich geboten bekommt, ist eine Übersicht der handelnden Personen.

Fazit:

Wenn man einen Blick in den Comic "Bone" wirft, kann jeder Leser verstehen, wieso die Serie in den USA so ein Hit geworden ist. Jeff Smith gelingt es problemlos, eine Welt zu erschaffen, in der zwar vordergründig eine gewisse Unschuld und viel Humor herrscht, es aber im Hintergrund das eine oder andere Detail gibt, das den Leser veranlasst, sich tiefere Gedanken zu machen. Da wäre vor allem das Verhältnis zwischen Großmutter Ben und dem roten Drachen zu nennen, das nicht gerade von gegenseitiger Zuneigung kündet. Auch die Zeichnungen sind Jeff Smith größtenteils gelungen. Es gibt nur wenige Dinge zu bemängeln, wie zum Beispiel die teilweise nicht ganz so perfekt sitzenden Gesichtsausdrücke.
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