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Schwarze Tränen  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Fantasy
Geschrieben von Konstanze Tants   
Dienstag, 3. November 2015

Schwarze Tränen

Verlag: Knaur
Erschienen: März 2014
ISBN: 978-3-426-51349-1
Preis: 14,99 EUR

544 Seiten
Inhalt
6.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
6.2

Wertung:
6.2
von 10
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Zum Inhalt:

Im "Gasthaus zum Löwen" in Staufen findet Lukas Faust, Nachfahre des berühmten Doktor Faust, ein mittelalterliches Zauberbuch. Als er einen kostbaren Diamanten aus dem Einband herausbricht, geht auf einmal ein Froschregen über der Stadt nieder, und die Jagd auf ihn wird eröffnet. Erst der schwarze Pudel Mephistopheles, der sich als Teufel persönlich entpuppt, rettet ihn. Mephisto erklärt ihm, dass in der Hölle ein Machtkampf tobt. Wer die drei Teufelstränen besitzt, von denen Lukas' Diamant eine ist, vermag die Apokalypse heraufzubeschwören. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn die zwei müssen die übrigen Tränen vor ihren Verfolgern finden.

Meinung:

Thomas Finn gehört zu den Autoren, bei denen man sich darauf verlassen kann, dass sie dem Leser einen ungewöhnlichen Blick auf (deutsches) Sagengut gestatten. So greift er in "Schwarze Tränen" nicht nur die Geschichte von Goethes Faust auf, sondern auch auf diverse andere bekannte Elemente und Figuren (wie zum Beispiel Alberich) aus dem Volksglauben zurück. Dabei beginnt die Geschichte erst einmal ganz harmlos, während der Leser Lukas Faust bei seiner Ankunft in Staufen begleitet.

Dort hofft der junge Zauberkünstler, seine ehemalige Freundin Sylvia zu finden, die sich vor einiger Zeit mitsamt seinen (illegal erworbenen) Ersparnissen aus dem Staub gemacht hat. Es gelingt ihm, Sylvia im Gasthaus "Zum Löwen" zu stellen. Doch dabei findet er heraus, dass die attraktive Frau ein Sukkubus ist und ihm eine Falle gestellt hat, da er der Nachfahre des berühmten Doktor Johannes Faust ist. Für Lukas ist diese Entdeckung der Auftakt einer langen und gefährlichen Reise, bei der er in Begleitung Mephistos (der natürlich die Gestalt eines niedlichen schwarzen Pudels angenommen hat) die Teufelstränen suchen muss, die sein Vorfahr versteckt hat.

Während Lukas von einigen Zauberern gejagt wird, die alle hinter der Macht der Teufelstränen her sind, findet er in dem Gelehrten Abraham und der Kräuterkundigen Mellepertia mehr oder weniger vertrauenswürdige Gefährten. Beide sind vor einigen hundert Jahren einen Pakt mit dem Teufel eingegangen und hatten damals wie heute gute Gründe für ihr Tun.

So interessant die verschiedenen Charaktere vom Autor auch angelegt wurden, so sind sie dem Leser doch nicht wirklich sympathisch. Das sorgt leider dafür, dass einen das Schicksal der verschiedenen Figuren relativ gleichgültig lässt, was wiederum wenig Spannung aufkommen lässt. Unterhaltsam hingegen ist es, wie Thomas Finn die Geschichte von Doktor Faust aufgreift und mit realen historischen Persönlichkeiten und verschiedenen Sagengestalten in Verbindung bringt. Dazu kommt noch, dass Lukas auf seiner Suche quer durch Deutschland zu mehreren berüchtigten Orten reist, deren Geschichte dem Protagonisten ebenso fremd ist wie Details zu Mythen und Sagen. So nutzt der Autor Lukas' Unwissenheit, um ihm - ebenso wie dem Leser - eine ausführliche Einführung in die verschiedenen von ihm verwendeten Elemente zukommen zu lassen. Wer sich mit dem Thema schon gut auskennt, wird diese Passagen vielleicht als etwas sehr langatmig empfinden, auf der anderen Seite muss es natürlich einem Leser ohne Hintergrundwissen möglich sein, der Handlung zu folgen.

Fazit:

"Schwarze Tränen" von Thomas Finn punktet durch den kreativen Umgang des Autors mit der deutschen Sagenwelt und seinem gelungenen Versuch, diese Sagenelemente zu einer modernen Fantasy-Geschichte zu verbinden. Auch der Humor kommt hier nicht zu kurz, auch wenn einige Szenen und Ideen (wie der Teufelsgeiger in der Gothic-Band) doch etwas sehr klischeebeladen oder vorhersehbar sind. So bietet diese Geschichte rund um Lukas Faust zwar nicht gerade viel Spannung, aber genügend amüsante und ungewöhnliche Einfälle für ein paar unterhaltsame Lesestunden.
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