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Kirschblut - Dead Friend's Love Letter  Drucken E-Mail
Comics: Manga Liebe & Romantik
Geschrieben von Konstanze Tants   
Dienstag, 15. Juli 2014

Kirschblut - Dead Friend's Love Letter

Autor: Hina Sakurada
Zeichner: Hina Sakurada

Originaltitel: Korosarerunara, Isso Sakura no Ki no Shitade
Übersetzt von: Stefan Hofmeister

Verlag: Egmont Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: Februar 2014
ISBN: 978-3-770-48132-3
Preis: 7,00 EUR

192 Seiten
Inhalt
6.0
Zeichnungen
6.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
6.4

Wertung:
7.0
von 10
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Zum Inhalt:

An der Schule herrscht großer Aufruhr: Ein Mädchen hat sich vom Dach gestürzt, die Polizei ermittelt in Sachen Selbstmord. Wurde die hübsche Saho von Mitschülern gemobbt? Oder hatte sie ganz andere Probleme?

Yukino, Sahos beste Freundin, ist vollkommen ratlos. Und warum hat Saho kurz vor ihrem Tod getwittert, sie würde Yukino hassen? Sahos Freund Tatewaki könnte den wahren Grund kennen. Doch er schweigt und kommt Yukino, die seit Sahos Twittereintrag als Mörderin beschimpft wird, allmählich näher ...

Meinung:

Mit "Kirschblut - Dead Friend's Love Letter" bringt EMA einen weiteren Manga von Hina Sakurada (u. a. "Sense & Sensibility") auf den deutschen Markt. Dieses Mal besteht der Band fast ausschließlich aus einer zusammenhängenden Geschichte, die sich rund um den Tod der Schülerin Saho dreht. Erzählt wird die Handlung dabei zum Großteil aus der Sicht von Sahos Freundin Yukino, die durch den Tod des Mädchens zutiefst erschüttert ist.

Dabei muss Yukino nicht nur mit der Tatsache fertig werden, dass sie ihre Freundin verloren hat, sondern auch damit, dass diese kurz vor ihrem Tod auf Twitter behauptet hatte, dass sie Yukino hassen würde. Auch eine merkwürdige SMS von Saho, die ebenfalls kurz vor dem tragischen Ereignis abgeschickt wurde, gibt Yukino Rätsel auf. All das veranlasst Sahos andere Freundin Yukko, Yukino als Mörderin zu beschuldigen und in den Tagen nach Sahos Tod zu verfolgen. Der einzige, der Yukino gegen all die Anschuldigungen von seiten ihrer Mitschüler verteidigt, ist Sahos Freund Tatewaki, welcher schon lange mehr als Freundschaft für das Mädchen empfindet.

Wirkt der Manga auf den ersten Blick wie eine Geschichte rund um eine paar Schüler, die versuchen müssen, mit dem Tod einer gemeinsamen Freundin klarzukommen, so zeigt sich schnell, dass mehr hinter den verschiedenen Vorgängen steckt. Dabei spielt die verstorbene Saho immer noch eine große Rolle im Leben ihrer Freunde, denn in den Dingen, die sie kurz vor ihrem Tod tat, liegt die Motivation der verschiedenen Charaktere verborgen. Obwohl Hina Sakurada sich bemüht, die wirklichen Hintergründe der Geschichte erst nach und nach zu enthüllen und Yukinos Naivität den Ton der Erzählung bestimmen zu lassen, steht doch für den aufmerksamen Leser schnell fest, welche Verwicklungen zu ihrem Ende geführt haben. Trotzdem ist es interessant, im Laufe der Kapitel die verschiedenen Facetten der Charaktere zu entdecken.

Auch die Extraepisode, die Einblick in Yukkos Sicht der ganzen Angelegenheit gewährt, liefert nur wenige neue Erkenntnisse, obwohl sie dem Leser diesen - anfangs sehr unsympathisch wirkenden - Charakter doch etwas näher bringen. Insgesamt wirkt "Kirschblut" aber deutlich runder als "Sense & Sensibility", da die Länge der Geschichte es Hina Sakurada erlaubt, die Motivation ihrer Figuren so weit auszuarbeiten, dass man sie einigermaßen nachvollziehen kann. So kann die Handlung in ihrer relativen Vorhersehbarkeit den Leser zwar noch nicht ganz zufriedenstellen, bietet aber dank der verschiedenen tragischen Elemente unterhaltsame Lesestunden.

Die zusätzlichen Seiten, auf denen man sowohl Aya aus "Sense & Sensibility" wiedersieht als auch Izumi (deren Geschichte in Deutschland noch nicht veröffentlicht wurde) kennenlernt, hätte sich der Verlag auch sparen können, da sie weder zur Hauptgeschichte passen noch irgendwelche neuen Erkenntnisse zu Ayas Schicksal bieten. Die Zeichnungen von Hina Sakurada sind in diesem Manga überraschend atmosphärisch und vor allem die verschiedenen Schülerinnen zeigen individuelle Züge. Dabei lassen sich die Gefühle der jeweiligen Figuren zwar nicht immer an der Mimik ablesen, aber es kommt doch zu einigen stimmungsvollen Momenten. Tatewakis verschiedene Facetten werden von Hina Sakurada ebenfalls recht gut zum Ausdruck gebracht - was wiederum eben auch dazu führt, dass einige Handlungsentwicklungen schon sehr früh vorhergesehen werden können.

Fazit:

Mit "Kirschblut - Dead Friend's Love Letter" beweist Hina Sakurada, dass sie, wenn sie sich nicht auf die wenigen Seiten einer Kurzgeschichte beschränken muss, sehr wohl eine atmosphärische Geschichte erzählen kann. Vor allem kommt die Länge der Charakterentwicklung zugute, da die Mangaka in diesem Band mehr Szenen auf die Hintergründe und Motive der Figuren verwenden kann, so dass ihre Beweggründe für den Leser nachvollziehbarer werden. Auch bei den Zeichnungen kommt es zu recht stimmungsvollen Momenten, außerdem werden die unterschiedlichen Personen - gerade bei den Schülerinnen - angenehm individuell dargestellt.
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