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Den Nächsten, der FROHE ...  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Krimi & Thriller
Geschrieben von Konstanze Tants   
Dienstag, 24. Dezember 2013

Den Nächsten, der FROHE WEIHNACHTEN zu mir sagt, bringe ich um

Herausgegeben von Johannes Engelke.

Verlag: Droemer
Erschienen: Oktober 2013
ISBN: 978-3-426-19986-2
Preis: 14,99 EUR

400 Seiten
Inhalt
5.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
5.3

Wertung:
5.3
von 10
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Zum Inhalt:

Weihnachtszeit ist Gruselzeit. Wenn die renommiertesten Thrillerautoren zur Feder greifen, ist niemand sicher - nicht einmal der Weihnachtsmann!

Meinung:

"Den Nächsten, der FROHE WEIHNACHTEN zu mir sagt, bringe ich um", herausgegeben von Johannes Engelke, präsentiert dem Leser zwölf sehr unterschiedliche Kurzgeschichten rund um die Weihnachtszeit. Dabei bieten diese Geschichten weniger besinnlichen Lesestoff als vielmehr skurrile, blutige und böse Ereignisse rund um das Christfest. Die hier versammelten Autoren (Markus Heitz, Daniel Holbe, Petra Busch, Sven Koch, Alex Berg, Simone Buchholz, Heinrich Steinfest, Zoë Beck, Markus Stromiedel, Frank Göhre und Claudio M. Mancini) stammen zum Großteil aus dem deutschsprachigen Raum, abgesehen von der amerikanischen Schriftstellerin Karen Rose, die ebenfalls eine Geschichte zu dieser Sammlung beigetragen hat.

Während in vielen Anthologien die Herausgeber bemüht sind, ein harmonisches Gesamtwerk zu schaffen, setzt Johannes Engelke mit dieser Ausgabe vor allem auf Vielfalt. Eine solch bunte Mischung bringt aber auch die Gefahr mit sich, dass nur sehr wenigen Lesern alle Geschichten in "Den Nächsten, der FROHE WEIHNACHTEN zu mir sagt, bringe ich um" zusagen werden. In "Nur ein Schneehase" von Petra Busch begleitet man zwei Männer, von denen der eine sich über die Schwangerschaft seiner Frau freut, während der andere so kurz vor dem Fest seinen Sohn verliert. Damit beginnt die Anthologie sehr atmosphärisch, auch wenn das Ende dieser Episode schon recht früh abzusehen ist. Kurz darauf kommt mit "Wer braucht schon Josef?" von Daniel Holbe ein deutlich humorvollerer Ton zum Tragen, während der Leser die Ereignisse rund um eine nicht ganz so heilige Familie verfolgt.

Der größte Kontrast herrscht wohl zwischen den Geschichten von Karen Rose und Heinrich Steinfest. Während die amerikanische Schriftstellerin mit "Schsch!" eine eingängige und spannende Geschichte rund um den Mord an den Eltern eines kleinen Mädchens geschrieben hat, macht es einem Heinrich Steinfest mit "Das Gift der Welt" nicht leicht, Zugang zu seinen Figuren und seiner Handlung zu finden. Am Ende fühlt man sich von dieser Episode, in der es um einen ehrgeizigen Architekten und ein ungewöhnliches Fundstück aus dem Wald geht, eher wenig unterhalten. Stattdessen entsteht der Eindruck, Heinrich Steinfest hätte sich so sehr an seiner wirklich skurrilen Idee berauscht, dass er dabei leider aus den Augen verloren hat, dass der Leser die Handlung auch noch reizvoll finden sollte.

Mit den beiden Geschichte von Claudio M. Mancini ("Weiß wie Schnee") und Markus Heitz ("Weihnachtsmarkt") endet dieser Band mit einem etwas humorvolleren Unterton, der den Leser mit der einen oder anderen schwächeren Geschichte fast wieder versöhnt. Insgesamt ist "Den Nächsten, der FROHE WEIHNACHTEN zu mir sagt, bringe ich um" eine Anthologie für experimentierfreudige Leser, die über diese Kurzgeschichten verschiedene Autoren und Stilrichtungen ausprobieren wollen, zu denen sie sonst vielleicht eher nicht greifen würden. Wer damit leben kann, dass nicht jede Geschichte ihn gut unterhält, und stattdessen neugierig auf die verschiedenen Ansätze ist, wie eine - mal spannende, mal amüsante, aber in der Regel bitterböse - Weihnachtsgeschichte erzählt werden kann, der hat an diesem Band vermutlich stellenweise seine Freude. Insgesamt ist die Qualität der einzelnen Beiträge aber zu durchwachsen und ihr Stilspektrum zu weit gestreut, als dass man ein klares Publikum für diese Anthologie definieren könnte.

Fazit:

Mit "Den Nächsten, der FROHE WEIHNACHTEN zu mir sagt, bringe ich um" präsentiert der Herausgeber Johannes Engelke sehr unterschiedliche Episoden rund um das Weihnachtsfest. Vor der Kulisse von traditionellen Weihnachtsmärkten, lichtergeschmückten Einkaufsmeilen oder idyllischen Schneelandschaften erlebt der Leser zum Teil sehr gegensätzliche Arten, eine solche Krimi-Weihnachtsgeschichte zu konzipieren. So wird - auch aufgrund der unterschiedlichen Qualität - definitiv nicht jede Geschichte zu gefallen wissen. Aber dafür ist sowohl für den eher literarisch interessierten Leser als auch für denjenigen, der sich zur turbulenten Weihnachtszeit einfach nur mit einer eingängigen Geschichte entspannen will, etwas dabei.
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