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Shadowblade: Dunkle Fesseln  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Fantasy
Geschrieben von Konstanze Tants   
Sonntag, 17. November 2013

Shadowblade: Dunkle Fesseln

Originaltitel: Horngate Witches 1: Bitter Night
Übersetzt von: Jakob Schmidt

Reihe: Shadowblade
1. Band der Reihe

Untergenre: Urban Fantasy
Verlag: Knaur
Erschienen: Februar 2011
ISBN: 978-3-426-40747-9
Preis: 6,99 EUR

432 Seiten
Inhalt
7.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.1

Wertung:
7.1
von 10
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Zum Inhalt:

Wäre es nicht phantastisch, unsterblich zu sein? Schneller und stärker als jeder Mensch? Die spontane Max antwortet mit "Ja", als ihre beste Freundin Giselle ihr diese Fragen stellt. Dann wird sie ohnmächtig und wacht erst Wochen später wieder auf - doch nicht mehr als Mensch. Denn Giselle ist eine Hexe und hat Max in eine Shadowblade verwandelt, eine unsterbliche Kriegerin, die dazu gezwungen ist, ihr zu dienen. Giselle bereitet sich auf einen großen Krieg vor, einen Krieg gegen göttergleiche Wesen, der über das Schicksal der gesamten Menschheit entscheiden wird. Und Max wurde eine entscheidende Rolle in diesem Kampf prophezeit ...

Meinung:

Diana Pharaoh Francis hat mit "Shadowblade: Dunkle Fesseln" einen Urban-Fantasy-Roman geschrieben, der das Genre zwar nicht neu erfindet, aber sehr unterhaltsam ist und mit Max eine überzeugende Protagonistin zu bieten hat. Ebenso reizvoll ist die fantastische Welt, die sich die Autorin ausgedacht hat und die mit interessanten und ungewöhnlichen Details fesseln kann. Dabei wird man zu Beginn als Leser etwas in die Handlung hineingeworfen und muss sich erst einmal auf die Figuren und die Geschichte einlassen, während man Max dabei begleitet, wie sie im Auftrag der Hexe Giselle einen möglichen Tatort aufsucht.

Nur widerwillig nimmt Max den Auftrag von Giselle entgegen - so, wie sie gegen jeden Befehl der Hexe rebelliert. Gleichzeitig macht sie sich aber auch Gedanken darüber, was so wichtig sein könnte, dass die Hexe dafür das Eindringen in das Gebiet einer Konkurrentin - und somit den Ausbruch eines Krieges - riskiert. Nach und nach erfährt der Leser, dass Max eine Shadowblade ist, eine Kriegerin im Dienste einer mächtigen Hexe. Dabei hat die junge Frau das Leben als Shadowblade nicht freiwillig gewählt, sondern war nach einem ausgelassenen Abend mit viel Musik und Alkohol von ihrer damaligen Mitbewohnerin Giselle übertölpelt worden.

Auch Jahrzehnte später fühlt sich Max immer noch verletzt und kann den Vertrauensmissbrauch durch ihre "Freundin" nicht verwinden. Obwohl sie zugeben muss, dass das Leben als Shadowblade ihr Erfüllung bietet und zu ihr passt, hätte sie so ein Dasein niemals freiwillig gewählt. Als Prime der Shadowblades dient Max ihrer Hexe als Kriegerin, Leibwächterin und Strategin, ist für die Ausbildung der neuen Shadowblades zuständig und muss eng mit ihren "Gegenstücken", den Sunspears, zusammenarbeiten. Während die Shadowblades nur in der Dunkelheit agieren können, sind die Sunspears für jede Aktion bei Licht zuständig - dies ist aber auch die größte Einschränkung, die die Magie, die zur Wandlung der Männer und Frauen notwendig war, mit sich bringt. Als Ausgleich dafür bekamen die Krieger optimierte körperliche Fähigkeiten und magische Heilkräfte, die sie zu perfekten Soldaten - auch im Kampf gegen übernatürliche Geschöpfe - machen.

Bei der Handlungsentwicklung legt Diana Pharaoh Francis ein recht hohes Tempo vor. Auch wenn es anfangs nur um das Eindringen von Max in ein feindliches Gebiet geht, läuft die Geschichte letztlich auf das Überleben der Menschheit hinaus. Dabei konzentriert sich Diana Pharaoh Francis weniger auf die große Frage nach Schuld und Unschuld der menschlichen Rasse als auf die persönlichen Entscheidungen der verschiedenen Charaktere. Keine der Figuren ist wirklich "gut", aber einige von ihnen haben Skrupel und ein Gefühl für das Richtige und Falsche, was dann im deutlichen Gegensatz zu denjenigen steht, die nur ihre eigenen Interessen verfolgen und nicht über ihren eigenen Horizont hinaussehen können.

Obwohl ein Teil der Kapitel auch aus der Sicht von Alexander, dem Primus der gegnerischen Hexe Selange, erzählt wird, steht vor allem Max im Mittelpunkt der Geschichte. Ihre Wut über den Verrat von Giselle und ihr Bedürfnis, ihre Kollegen und die Schutzbefohlenen ihres Hexenzirkels vor Schaden zu bewahren, stehen immer wieder im Gegensatz zueinander, und so muss sie im Laufe der Geschichte Prioritäten setzen und für sich endlich einen Weg finden, um die Vergangenheit zu bewältigen. Neben diesem inneren Kampf gibt es genügend äußere Gelegenheiten für Max, ihre physische und psychische Stärke unter Beweis zu stellen, sei es beim Kampf gegen gegnerische Krieger oder in der Gefangenschaft einer feindlichen Hexe.

Sowohl die verschiedenen Details dieser magischen Parallelgesellschaft, in der Engel und Götter so gar nicht den üblichen Klischees entsprechen, als auch die Entwicklung von Max sind spannend zu verfolgen. Bei den Dialogen verwendet Diana Pharaoh Francis regelmäßig einen rauen oder gar anzüglichen Ton, der gut zu einem so unwirtlichen Leben und einer solchen soldatischen Gruppe passt und häufig dazu dient, tiefere und wärmere Gefühle zu überspielen. Nicht ganz so überzeugend wie die restlichen Beziehungen wird das Verhältnis zwischen Max und Alexander dargestellt. Die beiden sind auf den ersten Blick voneinander angetan, ohne dass es der Autorin wirklich gelingt, dem Leser zu vermitteln, worauf diese Anziehung basiert. Da es aber zwischen ihnen vor allem bei Gedankenspielen bleibt und Diana Pharaoh Francis auf eine überhastete und übertriebene Liebesgeschichte verzichtet, fällt dieser Aspekt der Handung beim Lesen nicht so schwer ins Gewicht.

Fazit:

"Dunkle Fesseln" von Diana Pharaoh Francis bietet einen spannenden Auftakt zur "Shadowblade"-Reihe der Autorin. Dabei kann die Geschichte nicht nur durch das interessante fantastische Setting überzeugen, sondern auch durch eine stark dargestellte Protagonistin. Die Tatsache, dass Max einen nicht geringen Teil der Handlung damit beschäftigt ist, ihre Vergangenheit zu bewältigen, unterstützt den stimmigen Eindruck, den dieser Charakter beim Leser hinterlässt. Dazu kommt noch eine rasante und actionreiche Entwicklung der Handlung, ein flüssig zu lesender Schreibstil und eine zwar raue, aber zum kriegerischen Umfeld passende Sprache in den Dialogen. Auch wenn viele dieser Aspekte ebenso gut in anderen Urban-Fantasy-Geschichten wiedergefunden werden können, sorgen sie hier doch dafür, dass man mit "Dunkle Fesseln" einen unterhaltsamen Roman in den Händen hält, der neugierig auf die weiteren Entwicklungen in der Reihe macht.
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