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Tsumikoi  Drucken E-Mail
Comics: Manga Liebe & Romantik
Geschrieben von Konstanze Tants   
Sonntag, 17. November 2013

Tsumikoi

Autor: Yuu Yoshinaga
Zeichner: Yuu Yoshinaga

Originaltitel: TSUMIKOI
Übersetzt von: Yayoi Okada

Verlag: Egmont Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: Juli 2013
ISBN: 978-3-770-47939-9
Preis: 7,00 EUR

192 Seiten
Inhalt
6.0
Zeichnungen
6.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
6.4

Wertung:
6.4
von 10
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Zum Inhalt:

"Wenn du nicht willst, dass ich deiner Freundin von der Affäre erzähle, dann wage auch mit mir einen Seitensprung." Yashiro erschrickt vor sich selbst, als sie Schulschwarm Maki mit diesen Worten erpresst. Doch dieser nimmt's gelassen und geht ohne Skrupel auf Yashiros Forderung ein! Und auch Makis Freundin scheint nicht ganz lupenrein zu sein, sodass sich Yashiro fragen muss: "Alle lügen und betrügen. Sollte die Liebe etwa immer so sein?"

Meinung:

Mit "Tsumikoi" werden dem Leser sechs romantische Kurzgeschichten aus der Feder von Yuu Yoshinaga präsentiert. Dabei dreht sich jede dieser Geschichten um eine Schülerin, die sich verliebt hat und nun einen Weg finden muss, um mit ihren Gefühlen fertig zu werden. Sehr schön sind dabei die verschiedenen Ansätze, die die Mangaka für ihre Geschichten gefunden hat, und auch die unterschiedlichen Charaktere sind von ihr angenehm individuell gestaltet worden. Die titelgebende Kurzgeschichte "Tsumikoi" dreht sich um die sonst so brave Yashiro, die - zu ihrer eigenen Überraschung - ihren Mitschüler Maki erpresst, damit er etwas mit ihr anfängt. Wenn er mit ihr einen Seitensprung riskiert, wird sie seiner Freundin Sae nicht erzählen, dass sie ihn mit einem anderen Mädchen in der Stadt gesehen hat. Während Yashiro sich anfangs einredet, dass es ihr nur darum geht, ihre Neugier zu stillen und mal aus ihrem langweiligen Alltag auszubrechen, muss sie sich bald eingestehen, dass sie tiefere Gefühle für Maki hegt.

In der nächsten Episode, "Bis man sich verliebt", tauscht die zurückhaltende Tae für die Japanischstunden mit ihrer Zwillingsschwester Rie die Identität (und die Klasse), weil diese im Unterricht neben ihrem Schwarm sitzen möchte. Erst nachdem sich Tae mit dem Tausch einverstanden erklärt hat, findet sie heraus, dass auch sie so die Chance bekommt, einen Mitschüler näher kennenzulernen, für den sie sich interessiert. Doch wie kann sie auf eine Beziehung hoffen, wenn sie dem Jungen immer nur als "Rie" begegnet? Auch Fuzuki aus "Wir sehen uns im Traum" befürchtet, dass sie nie mit dem Mann ihrer Träume zusammenkommen wird, da ihr Schwarm ihr noch nie in der Realität begegnet ist. Immer wieder hat sie diese lebhaften Träume von einem ihr unbekannten Lehrer, der ihr Herz höher schlagen lässt und der ihr mehr bedeutet als jeder Junge, dem sie bisher begegnet ist.

Iyo aus "Die Tränen des Goldfischs" hingegen kennt den Jungen genau, dem ihr Herz gehört. Doch nachdem sie sich vor fünf Jahren sehr dumm benommen hatte, weiß die Schülerin nicht, wie sie sich ihrem Mitschüler Tsujiai wieder nähern soll. Sein abweisendes Verhalten und ihr schlechtes Gewissen machen es nicht einfacher, ihren Fehler von damals wieder auszubügeln. Doch Iyo ist sich auch sicher, dass es zwischen ihr und Tsujiai so nicht weitergehen kann. Momoka aus "Zauberspruch der Liebe" fragt sich, ob ihr Mitschüler Shibahara vielleicht etwas für sie empfindet oder ob all die Anzeichen für seine Zuneigung nur Zufälle sind. Je mehr sie über Shibaharas Verhalten nachdenkt, desto mehr empfindet sie selbst für ihn. Zum Schluss des Manga gibt es noch einmal eine kleine süße Episode, die den Leser zurück zu Yashiro und Maki führt und zeigt, wie es mit diesen beiden weitergeht.

Obwohl diese Geschichten - allein schon aufgrund ihrer Kürze - nicht besonders ausgefeilt erzählt werden, sind die Episoden schön zu lesen. Es gelingt Yuu Yoshinaga, jedem ihrer Charaktere individuelle Züge zu verleihen, auch wenn man die verschiedenen Figuren nicht ganz so intensiv kennenlernt, wie es bei einer längeren Handlung möglich wäre. Die unterschiedlichen Grundideen, die sympathischen Charaktere und sogar die Alltäglichkeit und die damit verbundene Nachvollziehbarkeit der diversen Probleme sorgen für abwechslungsreiche und unterhaltsame Lesemomente. Doch so nett die einzelnen Episoden und so liebenswert die Figuren auch sind: Den Geschichten fehlt die Raffinesse, die dafür sorgen würde, dass man sich langfristig an sie erinnert.

Auch bei den Zeichnungen bietet Yuu Yoshinaga angenehm zu betrachtende Charaktere, deren Emotionen - gerade bei den schüchternen Mädchen und den eher stoischen Jungen - relativ ausdrucksvoll dargestellt wurden. Doch bei aller Gefälligkeit wirkt der Zeichenstil noch etwas steif und unbeholfen, liebevolle Details oder Hintergründe tauchen eher selten auf und auch die Perspektive ist nicht immer so ganz gelungen. Trotzdem bleibt am Ende ein durchaus zufriedenstellender Eindruck, was vor allem an der Vielfältigkeit der Figuren liegt, die optisch ebenso individuell gehalten wurden wie in ihrem Verhalten.

Fazit:

Yuu Yoshinagas Kurzgeschichtensammlung "Tsumikoi" bietet weniger eindringliche und dramatische Liebesgeschichten als vielmehr abwechslungsreiche und niedliche Episoden rund um fünf verschiedene Schülerinnen. Die liebenswerten Charaktere sind von der Mangaka stimmig angelegt worden und ihre Probleme werden für den Leser nachvollziehbar beschrieben. Besonders schön ist es, dass sich die Charaktere deutlich voneinander unterscheiden und auch jede einzelne Geschichte einen eigenständigen Ansatz hat. Diese Individualität kommt ebenfalls in den Zeichnungen von Yuu Yoshinaga zum Tragen, was einen über kleine Minuspunkte hinwegsehen lässt. So ist "Tsumikoi" zwar kein Pageturner, bietet aber mit den sympathische Figuren und den unterhaltsamen Episoden gemütliche Lesestunden.
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